Generation Web2.0 (Teil 2)


mit freundlicher Genehmigung von ritsch-renn.com

Die Frage im war, warum wir — die Generation Web2.0 — unsere zwischenmenschliche Kommunikation so dankend immer mehr ins Web verlagern und uns vor der Welt dermaßen entblößen, als gäbe es kein Verlangen mehr nach Privatheit.

Experimente an der eigenen Identität

Die Geschichte der computervermittelten Kommunikation ähnelt witzigerweise der Entwicklung des Miteinander vom 18. ins 19. Jhd. In Zeiten des Web1.0 sah die Welt die Virtualität des Internets noch als einen anonymen, sicheren Ort an, an dem die virtuellen Räume wie im 18. Jhd. als Treffpunkte der Geselligkeit und der zwangslosen Plaudereien genutzt wurden. Die Virtualität bat sich als Labor an, für Experimente an der eigenen Identität.

Du bist, was Du zu sein vorgibst

Die Pygmalionssage behauptet: »Du bist, was Du zu sein vorgibst« und wir seien nicht durch unsere Geschichte eingeengt — gleichauf in welchem Sinne — sondern könnten uns stets neu erschaffen, sofern uns der Freiraum dafür geboten wird. Für die meisten Menschen ist diese Behauptung jedoch in der Realität entweder nur schwer oder gar nicht umsetzbar.

In der Virtualität hat man aber einen sicheren Ort, an dem die Identität konstruiert oder rekonstruiert werden kann. Sie ist der Spiegel, auf dessen anderer Seite die eigene Identität nach eigenem Ermessen frei gestaltet werden kann. Jeder hat die Chance, multiple Persönlichkeiten auszuprobieren und sich damit eventuell komplett neu zu entdecken.

Ein sicherer Raum allein reicht jedoch nicht aus, um eine Persönlichkeitsveränderung durchzuführen. Allerdings kann die Virtualität ein Floß oder die Leiter, also ein Übergangsraum sein, den man hinter sich lässt, sobald man einen höheren Freiheitsgrad erreicht hat. Es kann als der nötige Freiraum angesehen werden, der laut der Pygmalionssage dazu notwendig ist, eine Veränderung des Ichs herbeiführen zu können.

Die Kreierung der Wunsch-Identität

Die Kreierung der Wunsch-Identität im Schutze der Distanz des Mediums lässt sich online einfacher gestalten als im realen Leben. Es ist vergleichbar mit einem Spiel, dass nach Erik Erikson ein wichtiger Aspekt unserer individuellen Bemühungen um die Schaffung einer Identität ist. Er nennt ein Spiel als eine Situation, in deren Unwirklichkeit wir uns preisgeben und enthüllen können.

„Die Annonymität der Unwirklichkeit […] bietet dem Einzelnen eine Fülle von Möglichkeiten, unerforschte Bereiche seines Selbst auszuleben. […] Das Spiel steht für die Unterschiedlichkeit, Vielfältigkeit, Heterogenität und Zersplitterung […] in dem durch die Entwicklung mannigfaltiger Personae auf kontrollierte Weise mit verschiedenen Merkmalsbündeln experimentiert werden kann um herauszufinden, wohin sie führen würden.“ [3]

Die Web2.0 Generation wünscht aber implizit keinen Schutz der Anonymität mehr. Jeder soll wissen, wer es getwittert hat, wer es in den Blog geschrieben hat oder wer hinter einer MySpace Seite oder einem YouTube Video steckt. Wir sind mitteilungsbedürftig wie vielleicht noch nie, doch gehen wir damit nicht in der realen Öffentlichkeit hausieren, nein, uns ist unser Publikum nämlich nicht egal. Wir setzen alles darauf eine bestimmte Gruppe anzusprechen. Unser ganzes Tun ist nur noch Zielgruppenorientiert ausgerichtet.

„Der Rückzug der Menschen aus dem öffentlichem Raum hatte sich bereits vor dem Aufkommen der elktronischen Massenmedien angekündigt […] dennoch leisteten diese einen wichtigen Beitrag zum Niedergang öffentlichen Lebens. […] Dadurch, dass sich die Fernsehkamera quasi stellvertretend durch die Welt bewegt und diese Bilder in die Wohnzimmer vermittelt, […] werden geografische Kontexte und körperliche Präsenz durch die Öffentlichkeit der elektronischen Massenmedien substituiert. […] Die »Bildschirmwand« zu den fernsehvermittelten Nachbarn werde vielfach als dünner empfunden, als die Wände zu den realen Nachbarn und zum unmittelbaren Umfeld. […] Unmittelbare Formen des Dialogs und der Geselligkeit werden durch den gemeinschaftlichen Konsum von Einweg-Kommunikation aus dem Fernseher verdrängt.“ [2]

Wir schauen aber schon lange kein TV mehr, da kaum einer von uns noch Zeit und den Willen hat, eine 30-minütige Sendung, die vollgespickt mit Werbung ist, am Stück anzusehen. Nein, wir holen unseren Content aus Videoportalen alá YouTube und Co.

Die aktuellen Bilder des Tages holen wir uns von Flickr — dem Auge der Welt, wie es gern mal benannt wird. Wir lesen auch schon länger keine Zeitungen mehr, in denen ja sowieso 90% auf uns Individuen nicht zugeschnittene Themen abgedruckt werden. Nein, wir informieren uns durch Aggregation von Interessens-selektierten RSS und Twittermeldungen (Mashups), Blogs und Foren. Wir wollen nicht mehr das sehen (bzw. lesen), was wir zu sehen (bzw. lesen) bekommen sollen, nein wir wollen alles sehen, was uns gefallen könnte! Wir wollen kein Push-Content mehr, wir wollen reinen Pull, und diesen bitte nur aggregiert und säuberst gefiltert.

Wir wollen individuelle Auswahl an Informationen über verschiedene Kommunikationsmodi. Wir wollen uns den Urtraum der Aufklärung erfüllen und uns selbst aufklären und nicht durch Medien aufklären lassen [E. Kant]. Wir wollen die Informationshierarchien abbauen und nicht mehr nur passiver Konsument sein. Wir sind mitteilungsbedürftige Gestalten, die sich fortwährend austauschen wollen. Wir sind der Sender! Millionen ‚unserer‘ schaffen die Inhalte für uns und unsergleichen und werden somit zu höchst produktiven Produzenten. Wir unterhalten uns, organisieren unser Wissen und unsere Interessen. Wir finden Leute, auf die wir im realen Leben vielleicht nie treffen würden.

Vielleicht wollen wir deswegen keinen „reinen“ Smalltalk mit Leuten auf der Straße mehr führen. Die Wahrscheinlichkeit in einer lokal begrenzten Umgebung einen Gesprächspartner zu finden, der sich für ähnliche Themen interessiert wie man selbst, ist sehr gering. „Nicht die Geselligkeit lässt uns ins Netz schweifen, […] sondern der Überdruß am anderen, die Angst vor seiner körperlichen Präsenz.“ [5] Im Web2.0 hingegen existiert keine Bindung an Zeit, Ort und Körper, sodass theoretisch die gesamte Welt offen steht und Interaktionssituationen ermöglicht, an denen zahlreiche Individuen gleichzeitig beteiligt sind, die keine geografische Gebundenheit und körperliche Präsenz voraussetzen.

Im 18. Jhd. fühlten sich die Menschen durch „persönliche“ Kommunikation bedrängt und wollten mit „Problemen“ Anderer nicht belästigt werden. In der Öffentlichkeit wollten sie sich nur gelassen-gesellschaftlich amüsieren. Wir — so scheint es — fühlen uns aber genau durch solche gesellschaftlich gelassene non-sense Kommunikation belästigt und wollen genau nur das Miteinander, das uns anspricht, mehr nicht.

„Fast scheint es, als mache erst die Distanz eine Person wieder interessant. Wer das Pech hat mit uns Tür an Tür zu wohnen, der ist uns keines Aufwands wert. In einer Vielzahl von Situationen ziehen wir das Abstarkte, Entfernte und Unwirkliche dem Anwesenden, Lebendigen und Realen vor.“ [5]

Es entsteht eine neue Ökonomie der Aufmerksamkeit. Jeder Mensch will insgeheim auffallen, sich von der Menge abheben, sich anderen mitteilen. Früher war es nur durch das äußerliche Auftreten wie Kleidung und Haarfarbe möglich — zudem begrenzt durch geografische Schranken.

Im Zeitalter des Web2.0 können wir uns der ganzen Welt und vor allem denen mitteilen, die unsere Meinungen teilen. Um Andere allerdings am besten zu erreichen, muss man etwas von sich preisgeben, denn nur wer viel von sich preisgibt wirkt interessant. Also schaffen wir uns eine Identität, die unserem Ideal und dem, was wir anderen dadurch mitteilen wollen, entspricht und wollen die ganze Welt über unsere Existenz informieren — über unsere körperlichen Grenzen hinaus. Der Aktionsradius eines Einzelnen wird immens erweitert. Jeder kann sich unvergesslich machen, sich „ein eigenes Denkmal setzen“ und Teil eines größeren als man selbst sein.

Die computervermittelte soziale Interaktion des „ersten Internets“ — also in MUDs und Chats — setzte dagegen stark auf Anonymität, Entleiblichung und sowohl räumliche als auch soziale Entkontextualisierung, um sich innerhalb computergenerierten Sozialräumen gegenüber fremden Interaktionspartnern unabhängig der physischen Erscheinung, Körpersprache, Kleidung, Stimme, Sprechweise und Herkunft darzustellen.

„Schriftliche Selbstbeschreibungen und selbstgewählte Namen fungieren im virtuellen Raum als Mittel zur Inszenierung der eigenen Person und als textuelle Maske, hinter der sich die Schreiber verbergen können.“ [2]

Das Medium wird auf diese Weise immer mehr zu einer instabilen Hülle der Wahrheit. Niemand kann mehr mit Sicherheit sagen was wahr ist und was nicht, was real ist und was fiktiv. Die Kultur der Simulation behauptet sogar, dass alles real ist, was funktioniert. Also auch die fiktive Existenz einer Identität, die beim Publikum gut ankommt.

„In einer Umgebung von Fremden besitzen Menschen, die die Handlung, Erklärung und Bekenntnisse einer Person miterleben, normalerweise keine Kenntnis von deren Geschichte und haben auch in der Vergangenheit ähnliche Handlungen, Erklärungen und Bekenntnisse jener Personen nicht erlebt. Deshalb ist es diesem Publikum nicht möglich, am Maßstab externer Erfahrungen mit dieser besonderen Person zu beurteilen, ob man ihr in einer bestimmten Situation glauben kann oder nicht. […] Ob jemand vor einem fremden Publikum vertrauenswürdig wirkt oder nicht, hängt folglich davon ab, ob es ihm gelingt, die eigene Person im Rahmen der unmittelbaren Situation — wie ein Schauspieler im Theater — vor einem anonymen Publikum durch Sprache, Gestik und Kleidung überzeugend zu inszenieren.“ [2]

Wenn das Medium jedoch weder Gestik noch den Blick auf den Protagonist »just in time« kaum erlaubt (es sei denn durch einen Videochat) müssen andere Wege gefunden werden authentisch (echt) zu wirken. So wird sich bspw. fleißig Fotografien bedient, die den Online-Freunden suggerieren sollen, dass man in genau dieses Profil passt, welches man spielen wolle. Möchte ich eine Partymaus sein, stelle ich einfach ein paar lockere Fotos ein. Gleichauf ob die Fotos von einer oder von dutzenden Partys stammen, die Quantität entscheidet letztendlich über die vermittelte Botschaft. Ein Nerd, der ein paar Fotos vorweisen kann (auch wenn diese montiert seien), wäre also in der Lage seine erfundene Wahrheit über das »Partymaus-Ich« glaubhaft zu spielen.

Während die Chatter und MUDder durch die Entkontextualisierung keine unerwünschten Auswirkungen persönlicher Offenbarungen auf ihr Offline Leben zu befürchten hatten, steht die Web2.0 Generation mit ihrem virtuellen Leben mitten in ihrem richtigen Leben. Die Chatter führten noch eine »räumlich-soziale Doppelexistenz«“ und verbanden selten ihre realen Kontakte mit ihren virtuellen. Unangenehme, uninteressante aber auch aufdringliche Personen können im Chat oder MUD konnten so durch einen einfachen Mechanismus ignoriert werden. Unerwünschte Begegnungen mit Personen, die »different« zu sich selbst eingestuft werden, konnten also gezielt kontrolliert und notfalls unterdrückt werden.

Die Web2.0 Generation kann dies nicht mehr. Ihre richtige Identität verschmilzt mit ihrer exhibitionistischen virtuellen Identität zu Einer. Ihre Entblößung reicht hin zur privaten Adresse, an denen bspw. Stalker ihre Freude hätten.

„Im Web2.0 entsteht eine Kultur des Exhibitionismus, die heute mit riesigen Portalen wie MySpace, YouTube, StudiVZ in jedes Zimmer der jüngeren Generationen Einzug hält. […] Hier geben Leute millionenfach die intimsten Informationen über sich Preis, während ihre Eltern vor 25 Jahren noch gegen die geplante Volkszählung protestierten. […] Eine der möglichen Antworten wäre, das ganze als reinen Exhibitionismus abzutun. Eine andere, dass der Exhibitionismus nur genutzt wurde, um sich ein Publikum […] zu schaffen“ [4]

Die ansonsten so anonyme Masse meldet sich massenhaft zu Wort um Zeugen für das eigene Dasein zu schaffen und der eigenen Existenz eine unverwechselbare Gestalt zu geben. Wir wollen eben der Sender sein, wir sind das »Mitmachweb«.

„Und hier ist niemand, der sie korrigiert, zurechtweist oder auf das eigene Versagen aufmerksam macht. […] Es entsteht eine Psychologie gläserner Akteure, bei der alles offen zutage liegt, bei der Irrtum und Umweg, Widersprüchlichkeit und Missverstehen keine Rolle mehr spielen.“ [5]

Wir tummeln uns in digitalen »sozialen Netzwerken« und führen eine riesige Parallelgesellschaft, vergessen aber dass zum Sozialen die unmittelbare Nähe gehört.

„Es ist ein groteskes Missverständnis, wenn die Ferntechnologien uns immer wieder mit dem Hinweis auf ihr inhärentes Sozialkapital schmackhaft gemacht werden. […] Das Soziale zerfällt, wenn der Kontakt mit der physisch wahrnehmbaren Welt abreißt. […] Ebensowenig wie wir Krücken und Prothesen als Indikatoren für überlegene Bewegungsfitness einstufen würden, dürfen wir von der kommunikativen und mediativen Begegnungs- und Interaktionshilfen auf höchstem sozialen und geographischen Distanzniveau erwarten, dass sie unserer schwachbrüstigen »kommunikativen Kompetenz« auf die Beine helfen würden und notorische Sozialmuffel in smalltalkvirtuose Partyhelden und unermüdliche Diskursenthusiasten verwandeln.“ [5]

» Hier gehts zum Teil3

Literatur:

[1] „Ich im Internet — Wie sich die Menscheit im Internet entblößt“, Der Spiegel, Nr. 29, 2006
[2] Chatroom statt Marktplatz — Identität und Kommunikation zwischen Öffentlichkeit und Privatheit“, Ilka Willand, Kopaed 2002
[3] „Leben im Netz — Identität in Zeiten des Internet“, Sherry Turkle, ro 1995
[4] „Digitale Medien in der Erlebnisgesellschaft“, Roberto Simanowski, ro 2008
[5] “Das digitale Nirwana”, Bernd Guggenberger, Rotbuch 1997

Dies ist ein Ausschnitt aus meinem Exposé für die abschließende Prüfung in Medienwissenschaften.

Generation Web2.0 (Teil 1)


mit freundlicher Genehmigung von ritsch-renn.com

…oder wie die computervermittelte Kommunikation im Zeitalter des Web 2.0 das Private immer mehr ins Öffentliche stellt.

Im 18. Jahrhundert definierte man ein zivilisiertes Gespräch als eine Situation, in der die privaten Belange und die persönlichen Lebensumstände nicht thematisiert wurden. Diese Konvention erlaubte eine uneingeschränkte Geselligkeit, die kleine hässliche Geheimnisse verborgen hielt und niemanden mit diesen belästigte. Rang und Staatsunterschiede waren damit zeitweilig ausser Kraft gesetzt um den freien Gesprächsfluss nicht zu hemmen. Solche Umgangsformen schufen eine gewisse öffentliche Distanz, die Privates vom Öffentlichen strikt trennten.

Mitte des 19. Jahrhunderts transformierten die kommunikativen Bedürfnisse des Menschen. Cafes, Straßen und öffentliche Plätze mutierten zu Orten öffentlich zur Schau gestellter Privatheit. Menschen saßen schweigend oder lesend, versunken in ihre Gedanken und waren wie durch unsichtbare Mauern voneinander getrennt. Der zuvor so interagierende Mensch verwandelte sich in einen bloßen Zuschauer, der hinter seinem Schweigen geschützt das öffentliche Leben beobachtete.

„Wenn wir nur eine halbe Chance sehen, stopfen wir in einem Café den Sitz neben uns mit Regenmänteln und Regenschirmen voll, starren im Wartezimmer des Arztes unablässig auf Plakate zum Thema Masern … Alles, nur nicht zu einer Begegnung einladen; alles nur um nicht verwickelt zu werden. […] Die Bauweise öffentlicher Verkehrsmittel trägt dieser gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung. Das Design von Eisenbahnwagons, Reisebussen und Flugzeugen lässt die Passagiere auf den Nacken anderer Reisender starren, so dass niemand befürchten muss, in ein Gespräch oder eine Begegnung verwickelt zu werden.“ [2]

Sitzen wir in einem der moderneren Busse, in denen die Sitze zu vierer Gruppen gerichtet sind, fühlen wir uns unwohl und beobachtet, starren ständig auf die Straße oder in den Gang des Fahrzeugs, bloß nicht „auffallend“ lange in die Richtung eines Mitreisenden oder gar in die Augen der Anderen.

„Das Zusammensein vom Typ Passagier gedeiht in einer Komplizenschaft des Schweigens, und lautes Reden durchbricht die schützende Hülle der Verschwörung“ [2]

Interessant ist hingegen die Entwicklung des öffentlichen Raums im Web2.0. Dort entblößt sich der gerade noch still und unauffällig im Bus sitzende, oder in einer Privatkapsel — genannt Auto — vom Rest des urbanen Kontextes getrennte Cybernaut in sozialen Netzwerken. Wer viel von sich preisgibt, wirkt interessant und wird um so häufiger referenziert. Mensen, Hörsäle und schwarze Bretter, Unizeitungen und Studentenkneipen, alles wandert in das Web2.0.

Auf einmal sind wir wieder nicht nur passive Zuschauer, sondern kreative und mitteilungsbedürftige Gestalten, die sich fortwährend austauschen wollen — So twittern wir alles was wir tun und belasten damit Andere mit unserer belanglosen Privatheit. Werfen damit die Werte eines zivilisierten Gesprächs im 18. Jhd. gründlich über den Haufen, obwohl wir auch nicht die passive Stille des 19. Jhd. hinnehmen wollen. Wir spielen die eigene Daily Soap mit uns als Protagonist, Regisseur und Star und wollen Teil sein von etwas viel größerem als uns selbst.

Doch Warum tun wir das? Ist es die normale evolutionäre Entwicklung der Kommunikationsform zwischen Menschen? Mutiert unser Miteinander genau so wie vom 18. ins 19. Jhd.? Oder mischen sich beide Umgangsformen zu einem Hybriden?

Literatur:

[1] „Ich im Internet — Wie sich die Menscheit im Internet entblößt“, Der Spiegel, Nr. 29, 2006
[2] Chatroom statt Marktplatz — Identität und Kommunikation zwischen Öffentlichkeit und Privatheit“, Ilka Willand, Kopaed 2002
3] “Leben im Netz — Identität in Zeiten des Internet”, Sherry Turkle, ro 1995
[4] “Digitale Medien in der Erlebnisgesellschaft”, Roberto Simanowski, ro 2008
[5] “Das digitale Nirwana”, Bernd Guggenberger, Rotbuch 1997

Dies ist ein Ausschnitt aus meinem Exposé für die abschließende Prüfung in Medienwissenschaften.

Google Maps Karten in KML exportieren

Mit einem einfachen (inoffiziellen) API Trick lassen sich Google Maps Karten in KML exportieren, um z.B. Tracks in andere Anwendungen oder GPS Geräte zu überführen.

Dazu muss in der Kartenansicht der Link zur Karte kopiert werden und in einem neuen Browserfenster eingefügt werden. Hinter dem Link platziert man ein &output=kml und schon wird der Track als KML auf der Platte abgelegt.

Google Maps in KML exportieren

Um eine Google Maps Karte in KML zu exportieren

  1. rufst Du (Deine) passende Karte – z.B. mit einer eingezeichneten Strecke – in Google Maps auf
  2. klickst auf „Link“ rechts im oberen Mittel des Fensters
  3. kopierst Du den Link in die Zwischenablage
  4. fügst Du den Link in die Adressleiste ein
  5. fügst Du an den Link hinten ein &output=kml an
  6. und drückst Enter

Dein Browser sollte jetzt eine KML Datei (Deiner) Karte downloaden

Hier noch ein kleines Video Tutorial dazu:


Google Maps KML Export API

Farbwähler unter OSX

Wenn man oft Hexfarben von Webseiten oder Bildern grabben möchte, ist es sehr umständlich dazu erst ein Programm wie Photoshop ausführen zu müssen. Die meisten Cocoa Programme enthalten aber einen Color Picker, der mit Hilfe von „SHIFT + APFEL + C“ aufgerufen werden kann. Hier gibt es jedoch auch einen Nachteil, denn der ColorPicker verschwindet sobald man den Focus von Fenster des aufrufenden Programms nimmt.

Die Lösung

heißt Applescript. Dazu einfach den Scripteditor starten („Anwendungen/Applescript/ScriptEditor“) und darin „choose color“ eingeben, in einem von QuickSilver erfassbarem Ordner abspeichern (z.B. im Programmorder) und fertig. Nach einer Weile, wenn QuickSilver die Aktualiserung erfasst hat, kann man den Color Picker einfach mit dem Shortcut CP mittels Quicksilver starten.

Update: Der Color Picker ist mittlerweile fester Bestandteil von OSX

Der Color Picker ist mittlerweile fester Bestandteil von OSX und nennt sich „digital color meter“ mit dem man dann auf jedem Bereich des Desktops die Farbe grabben kann. Der Hexwert kannst im RGB Tab ablesen (die Zahlen hinter dem x von oben nach unten wie von links nach rechts aufschreiben).


In diesem Fall #B8D4E4

uninstall PACE Antipiracy InterLok Extension (Mac)

PACE Anti-Piracy provides technology that allows software and media publishers to enforce their product licensing terms. Here is how to uninstall it:

If any Software is installing PACE, you’ll get a warning Screen you have to confirm
For Uninstalling PACE, you have to go to the download page an download the relevant installer package. It’ll be an image (dmg), which contains an uninstaller (uninstall_extension.command). Just doubleclick it command
and you’ll notice a script running in the Terminal (Terminal opens). Confirm all questions and you are done terminal echo
Not at all, the deamons are gone but some files are still pesting your harddrive not all files are gone
the last you have to remove not all files are gone

Deinstallieren Mac

  • Veröffentlicht in: Mac

LaTeX Variable definieren

Es ist manchmal sinnvoll auch unter LaTeX Variablen zu benutzen. Sei es um immer wiederkehrende Textpassage schnell einzufügen oder auch Rechnungen mit einer vorher definierten LaTeX Variable durchzuführen.

LaTeX Variable definieren

Eine LaTeX Variable wird wie folgt definiert:

\newcommand{\varname}{varcontent}

Um nun auf den Inhalt der Variable zuzugreifen benutzt man einfach

\varname 

im Text und erhältst als Ausgabe den Inhalt in varcontent.

Beispiel für eine LaTeX Variable

\newcommand{\name}{Dite }
\newcommand{\vorname}{Viktor }
\newcommand{\ansprache}{Sehr geehrter Herr }

\begin{document}
\ansprache \vorname \name
\end{document}

Ergebnis der Ausgabe LaTeX Variablen

LaTeX Variablen definieren

find: Spickzettel für die richtige Syntax der Suche

Mit find kannst Du auf allen Unix basierenden Systemen nach Dateien suchen – also auch unter Linux und Mac OS. Hier findest Du einen Spickzettel für die richtige Syntax der Suche. Ich vergesse auch immer wieder die korrekte Schreibweise, also teile ich meinen Spickzettel mit Dir.

So suchst Du mit find

find / -type f -name "filename"

Der Befehl find sucht in Unixbasierten Systemen nach Dateien.

‚/‘ bedeutet in diesem Fall das root Verzeichnis, dh. es werden alle Unterverzeichnisse auf der Platte durchsucht.
‚-type f‘ findet nur reguläre Dateien. Verzeichnisse, Sockets, etc. werden ausgelassen.
‚-name‘ steht für den Namen der Datei, die gefunden werden soll. Dabei ist es möglich nur Teile des Namens einzugeben.

Im aktuellen Verzeichnis suchen

Wenn Due nur im aktuellen Verzeichnis und allen Unterverzeichnissen suchen möchtest, dann ersetzt Du das „/“ gegen „.“, also wie folgt:

find . -type f -name "filename"

find alle JPEG Bilder suchen

find . -type f -name "*.jpg"

Sucht im aktuellen Verzeichnis und allen Unterverzeichnissen nach .jpg Bildern

find alle Mimetype „Bilder“ suchen

Findet alle Dateien des Typs Bild – egal welcher Endung

find . -type f -name '*' -exec file {} \; | grep -o -P '^.+: \w+ image'

Beispiel der Ausgabe:

find Ergebnis in eine Datei schreiben

Am ersten Beispiel wäre das:

find . -type f -name "*.jpg" > liste-von-jpgs.txt

Am zweiten Beispiel:

find . -type f -name '*' -exec file {} \; | grep -o -P '^.+: \w+ image' > liste-von-jpgs.txt

find sucht nicht rekursiv

Wenn find nicht rekursiv in allen Unterverzeichnissen sucht, dann hast Du beim -name Parameter die Quotes “ vergessen:

falsch:

find . -type f -name filename.jpg

richtig

find . -type f -name "filename.jpg"

Dann sucht find auch wieder rekursiv in allen Unterverzeichnissen eines Pfades

StopMotion auf dem Mac

Ich bin dabei für ein Kunstprojekt ein StopMotion Video zu erstellen. Dazu wollte ich mich auf vorhandene Software beschränken (d.h. Quicktime, iMovie, iPhoto …). Habe dann im Netz ein Tutorial zum Erstellen von StopMotion Videos mit iMovie gefunden. Wie dort beschrieben sollten es auch bei mir 3 Frames pro Foto oder 6 Bilder pro Sekunde sein. Das hat allerdings partue nicht klappen wollen. Jedes Mal wenn ich bei der Anzeigedauer meiner Photos die Zeit auf „00:03“ oder „00:06“ geändert habe, wollte iMovie den Wert nicht annehmen und setzte dafür den Wert „15:00“ was soviel bedeutet, dass jedes Bild 15sec lang gezeigt wird.

Nach einer Stunde habe ich dann aufgegeben. Eine andere Lösung musste her. Habe mich im Internet umgeschaut und nur iStopMotion gefunden. Die Shareware blendet jedoch einen Textwatermark ein und lässt nur eine Auflösung von 320x??? zu. 39$ wollte ich auch nicht für eine einmalige Angelegenheit ausgeben. Für die Leute, die öfter mal ein Stopmotion Video machen wollen, ist das aber das optimale Tool!

Eine weitere Möglichkeit ist mit Quicktime selbst gegeben. Quicktime besitzt eine Funktion eine Bildersequenz zu öffnen. D.h. man gibt den Pfad des ersten Bildes an und Quicktime rendert aus allen folgenden Bildern ein Video. Es ist sogar möglich eine ziemlich freie Framesrate anzugeben.

Aber: Ich habe meine Fotos so erstellt, dass ich davon ausgegangen bin, dass ich in iMovie einzelne Bilder wiederholen lassen kann. Mit Quicktime ist mir diese Option jedoch nicht gegeben. Was habe ich also machen müssen? Habe mit „A Better Finder Rename“ allen Bildern eine 0 am Ende hinzugefügt, so dass ich Platz hatte um die richtigen Bilder von Hand zu duplizieren. War viel Arbeit, aber alles kostenfrei. Ich musste zwar 24x a 10 Bilder mit dem renamer Tool umbenennen, weil das Tool in der Shareware nur 10 Bilder auf einmal umbenennen kann, aber ich musste ja auch anschließend die Bilder per Hand duplizieren. Wie gesagt, viel Arbeit aber kostenfrei.

Letztendlich hat mir Quicktime dann ein Movie daraus gerendert, dass meine gewünschte Framerate hat. Dieses Movie kann ich jetzt in iMovie einbinden und nach belieben schneiden. Weiteres folgt.

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