ExFAT ist die beste Lösung für Nutzung am Mac, PC und Linux

exFAT für Windows, Mac und Linux

Wer (oft) Daten zwischen Mac und PC (per externes Medium) transferieren möchte, steht vor dem Problem das der Mac naturgemäß kein NTFS / FAT 32 schreiben kann und FAT keine Dateien größer als 4GB speichern kann. Was also tun? ExFAT ist ein wunderbares Dateisystem, dass man gleichzeitig am Mac, Windows und Linux nutzen kann. So formatierst Du und richtest ExFAT ein…

In diesem Beitrag verrate ich Dir also, wie Du eine externe Festplatte für Mac und Windows formatieren kannst, dass sie jeweils am Mac, Windows (und Linux) voll genutzt werden kann (also auch mit Schreibrechten) – und das Ganze ohne externe Software oder Treiber installieren zu müssen.

ExFAT als gemeinsames Dateisystem für eine externe Festplatte am Mac und Windows formatieren

Damit ein PC (Windows oder Linux) und ein Mac auf einer externen Festplatte Dateien größer 4 GB lesen und schreiben können, muss man die Platte als ExFAT formatieren! Dann kann sowohl der Mac als auch der PC Daten schreiben und lesen – und das größer als 4GB! Das ExFAT-Dateisystem ist ursprünglich zwar für USB-Sticks und SD-Karten entwickelt worden, um eine größere gegenseitige Benutzbarkeit zwischen Peripheriegeräten und anderen Betriebssystemen herzustellen, kann aber natürlich auch auf Festplatten als Dateisystem fungieren. Kein anderes Dateisystem ist für den Datenaustausch so flexibel wie ExtFAT.

ExFAT am Mac formatieren

Um ExFAT mit einem Mac ( ab OS X 10.6.5 ) zu formatieren, musst Du in Spotlight das „Festplattendienstprogramm“ starten und dort für die externe Festplatte „löschen mit ExFAT“ auswählen:

ExFAT am Mac formatieren

ExFAT am Mac nutzen

Ich habe bisher praktisch keine Nachteile bei externen Festplatten, die mit ExFAT formatiert wurden, am Mac feststellen können. Ok, Du kannst darauf keine TimeMachine Backups erstellen, aber das möchte ich bei einer externen Festplatte, die durch das System bedingt als „Austauschplatte“ zwischen mehreren Systemen dienen soll, ja sowieso nicht.

ExFAT unter Windows 7 formatieren

Es ist sehr einfach ExFAT unter Windows 7 zu formatieren. Alles was Du dafür benötigst ist bereits in Windows 7 enthalten. So kannst Du ein (externes) Laufwerk unter Windows 7 mit ExFAT formatieren

  1. Öffne den Windows Explorer und klicke mit der rechten Maustaste auf das Laufwerk, welches mit exFAT formatiert werden soll.
  2. Wähle im Menü „Formatieren“
  3. Dann wählst Du dann dem Dropdown für Filesystem exFAT aus.
  4. Klicke auf starten

Achtung. Damit überschreibst Du alle Daten auf dem Medium.

exFAT mit Windows 7 formatieren
Es ist sehr einfach ExFAT unter Windows 7 zu formatieren. Alles was Du dafür benötigst ist bereits in Windows 7 enthalten. Rechtsklick auf das externe Laufwerk -> formatieren
exFAT mit Windows formatieren
Dann einfach im Menü „Dateisystem“ exFAT auswählen und auf „Starten“ drücken. Schon formatiert Dein Windows 7 das externe Laufwerk mit exFAT

ExFAT unter Windows nutzen

Ich habe bisher praktisch keine Nachteile bei externen Festplatten, die mit ExFAT formatiert wurden, Windows festgestellt. In der Theorie gibt es aber in der Tat Unterschiede, die für Dich evt. wichtig sein können:

exFAT vs. NTFS

exFAT vs. NTFS
Welches Format exFAT oder NTFS soll ich nehmen? Nun das kommt ganz darauf an, was Du damit anstellen willst. Wenn Du eine Festplatte nur für die Verwendung unter Windows verwenden möchtest, dann solltest Du definitiv NFTS wählen, weil:

  • Das exFAT Dateisystem kann im Vergleich zu NTFS nicht komprimiert werden.
  • exFAT bietet keine redundante Speicherung der „Master-Daten“. Die Platte beim Schreiben abzuziehen ist also gefährlich.
  • die Performance von exFAT ist bei kleineren Laufwerken besser als die von NTFS. NTFS ist nur bei größeren Laufwerken performant.

exFAT oder NTFS für USB Stick?

ExFAT ist für USB Sticks entwickelt worden. NTFS ist eher für größere Festplatten mit einer ordentlichen Zugriffsrecht-Verwaltung entwickelt worden. Die benötigst Du in der Regel auf einem USB Stick nicht. Einen USB Stick solltest Du also immer mit exFAT formatieren. Dann ist der einfach auf möglichst vielen System lesbar. Egal ob auf einem Mac, Linux oder Windows PC. NTFS ist hingegen ein proprietäres Windows Dateisystem und kann zwar von Linux und Mac gelesen aber nicht geschrieben werden!

exFAT oder NTFS für externe Festplatte

Ob Du exFAT oder NTFS für eine externe Festplatte verwendest, ist es wichtig zu wissen, was Du mit dieser Festplatte machen möchtest. Große Partitionen sind unter NTFS unter Windows schneller, können aber nur von Windows beschrieben werden. Möchtest Du auf der externen Festplatte Daten zwischen möglichst vielen Betriebssystemen austauschen, dann kann ich exFAT sehr empfehlen. Solltest Du die externe Festplatte nur für Dich und unter Windows nutzen wollen, dann solltest Du NTFS als Dateisystem formatieren. Wenn Dir eine Rechteverwaltung unter Windows auch auf der externen Festplatte wichtig ist, dann kommst Du an NTFS nicht vorbei. ExFAT hat keine Rechteverwaltung.

exFAT vs. FAT32

Du fragst Dich, ob Du exFAT oder FAT32 formatieren sollst? Die Antwort ist einfach: Wenn Du keine Dateien >4GB speichern möchtest, formatiere FAT32 – falls doch, nehme exFAT. Warum? Darum:
– exFAT hat im Vergleich zu FAT32 einen ganz großen Vorteil: Es kann Dateien mit einer Dateigröße von mehr als 4GB speichern – FAT32 nicht!
– Einen Vorteil hat natürlich auch FAT32. Dadurch, dass es schon so alt ist, ist es defakto Standard. Jeder Smart-TV, jeder DVD Player und jede Spielkonsole mit USB Anschluss unterstützen es.

ExFAT mit Linux nutzen

Kann ich ExFAT mit Linux nutzen? Ja. Ubuntu ver. > 11.10 unterstützt ExFAT standardmäßig. Damit ist ExFAT das ideale Filesystem um Daten zwischen Mac, Windows und Linux ohne Einschränkungen auszutauschen!

Können DVD Player oder Fernseher ExFAT lesen?

Leider können die meisten Fernseher sowie DVD oder Blu Ray Player kein ExFAT lesen, so dass dieser Tipp sich leider nicht für eine gemeinsame Festplatte für Videoabspiel-Hardware eignet.

Gibt es bei ExFAT Nachteile?

exFAT hat keine redundante Speicherung der „Master-Daten“. Die Platte beim Schreiben abzuziehen kann so das Dateisystem einfach und effizient schrotten. Also immer schön sauber auswerfen.

Die maximale exFAT Dateigröße

Die maximale exFAT Dateigröße liegt bei 16 Exabyte = 16 * 1024 Petabyte = 16 * 1024 * 1024 Terrabyte = 16 * 1024 * 1024 * 1024 Gigabyte = 17.179.869.184 Gigabyte. Sollte wohl für die meisten Anwendungsfälle reichen :-)

Fazit exFAT

Meine Frau hat einen PC und ich habe einen Mac. Wir speichern unsere Fotos und Videos von unserem Sohn auf einer gemeinsamen Festplatte ( FireWire NAS RAID 1 ). Wir haben dabei ein großes Problem: Der Mac kann naturgemäß kein NTFS schreiben und FAT kann keine Daten größer als 4GB speichern. (FAT 32 kann der Mac nicht formatieren). exFAT ist dabei DIE Lösung um dennoch größere Filme auf dem gemeinsamen NAS speichern zu können! Das funktioniert nun schon seit mehreren Jahren sehr gut.

Autor: Viktor Dite

Veröffentlicht am: 07.08.2014

Letztes Update: 17.04.2018

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


10 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Interessanter Beitrag. Habe die Art der Formatierung am Mac Betriebssystem 10.8.5. ausprobiert
    funktioniert einwandfrei! Danke für den Hinweis!

  2. Klar und ohne unnötige Phrasen formuliert und somit sehr hilfreich.

  3. Danke für den einfach zu verstehenden Artikel. Hat mir gut geholfen! :)

  4. Würde Tuxera für Mac empfehlen das Programm ist 15 MB groß und damit kann Mac NTFS Lesen und schreiben
    Gibt es schon länger und viel einfacher gg
    lg

  5. Lieber Viktor,
    vielen Dank für den Beitrag.
    So ganz kann ich jedoch Deine generelle Begeisterung für exFAT nicht teilen:
    Der einzige Vorteil von exFAT im Gegensatz zum „normalen“ und sogar von ältesten „Fremd“-Betriebssystemen (z.B. MAC Uralt OS 8+9) verwendbarem FAT 32 ist wirklich nur,
    dass größere Einzeldateien als 4 GB verwendet werden können (Videos!),
    und dass es für WINDOWS-kompatible Datenträger mit mehr als 2 TB Kapazität obligatorisch ist
    (wenn man nicht das für „fremde“ Betriebssysteme ohne Zusatz-„Adapter“-Software sehr inkompatible NTFS verwendet).
    NFTS ist z.B. für Speicherkarten eh nicht brauchbar, weils von den betr. Geräten meist nicht unterstützt wird.

    Aber auch exFAT wird z.B. nicht von allen Geräten unterstützt, wie Du ja auch schon zum Thema Abspielgeräte geschrieben hast.
    Ergänzend: z.B. auch „ältere“ Kameras unterstützen exFAT noch nicht.
    MEMO: Wenns zum Zeitpunkt der Kamera-Entwicklung exFAT bzw. Speicherkarten höherer Kapazität als 2 TB noch nicht allgemein gab (also bis min. ca. 2010), steht davon natürlich auch nichts in der Kamera-Anleitung. Dort steht eh nur, mit welchen Speicherkarten die z.B. Kamera zum Zeitpunkt der Herstellung kompatibel ist. Aber eher NICHT, mit welchen Karten sie NICHT kompatibel ist.

    Das gilt auch für ältere Computer-Betriebssysteme:
    z.B. ältere MAC OS X können exFAT-formatierte Datenträger nicht mounten
    (uralte MAC OS 8+9 und WINDOWS-OS sowieso nicht).
    z.B. nicht eine exFAT-formatierte Kamera-Speicherkarte. Zumindest nicht via Kartenlesegerät.
    (Das funktioniert dann eher nur via Kamera-Direktverbindung via Kabel oder WLAN an den Computer, wenn entspr. geeignete Treiber bzw. die Orig.-Übertragungs-Software installiert sind).
    Der unwissende User glaubt dann, die Speicherkarte ist Hard- oder Software-technisch defekt (was bei der erscheinenden MAC-Fehlermeldung durchaus ebenfalls die Ursache sein könnte) und „initialisiert“ (=formatiert) sie womöglich durch Klick auf den angebotenen Button in der erscheinenden MAC-Fehlermeldung. Wodurch dann natürlich alle Daten weg sind!

    Außerdem sind auf WINDOWS-formatierten Datenträgern natürlich auch alle (eher „kosmetischen“) MAC-Spezialitäten verschwunden: z.B. Einfärbungen von Dateien und gewisse indiv. erstellte Datei-Thumbnail-Icons (das alles bleibt aber ggf. via MAC sichtbar erhalten).
    POSTSCRIPT-Fonts (die heute allerdings kaum mehr jemand hat) werden defekt.
    „Verbotene“ WINDOWS-Steuerzeichen (auf MAC meist möglich) sollten im Dateinamen nicht verwendet werden: Werden vom öffnenden WINDOWS-System ungefragt automatisch geändert (z.B. zu mittigem Punkt).
    Leerzeichen am (MAC-) Datei- und Ordner-Namen-Beginn werden gelöscht (sind auf MAC z.B. für eine erzwungene Listen-Reihenfolge „ganz oben“ nützlich).
    Auch z.B. u.a. das gerne verwendete APPLE-APFEL-Symbol, welches auf WINDOWS „unbekannt“ ist (weil nur in manchen MAC-spezifischen Fonts enthalten).
    Wer das nicht weiß, erhält natürlich Probleme mit ggf. erforderlichen Datei-Bezügen („Verknüpfungen“).

    Auch das Überspielen von Dateien mit „gemischten“ jeweils „fremden“ Betriebssystemen kann bei angeknacksten Dateien oder Datenträgern (z.B. wg. defekten Dateiverzeichnissen wg. Abziehen ohne „Auswerfen“, was erfahrungsgemäß auch nur wenige wissen, weils nirgends deutlich kommuniziert wird !!!) oder leistungsschwachen älteren Rechnern fehlerhafter sein als mit den jeweils „hauseigenen“ Systemen:
    Dann Gefahr von defekten oder unvollständigen Dateien (nur im Extremfall). Zumindest stoppt dann meist die Übertragung automatisch aus vermeintlich unerfindlichem Grund, was zumindest lästig sein kann, besonders bei sehr vielen zu übertragenen Dateien.
    Werden von MAC Dateien auf WINDOWS-Datenträger geschrieben, erhalten diese dort wg. der MAC-Dateistruktur ein auf MAC und WINDOWS normalerweise unsichtbares „Doppel“ (Dateiname mit vorangestelltem Punkt und Unterstrich).
    Das ist jedoch bei der WINDOWS-Option „unsichtbare Dateien anzeigen“ (die ich aus Sicherheitsgründen immer gerne ANgeschaltet habe) sichtbar und für den Unwissenden mehr als irritierend und ggf. lästig. Der glaubt vielleicht, man habe ihm irgendwelche Schadsoftware untergejubelt.
    Ganz abgesehen davon, dass diese „Doppel“ ggf. auch von Abspielgeräten erkannt bzw. angezeigt werden. Aber nicht abspielbar sind, weil sie nur Datafork-Verzeichnis-Duplikate von wenigen KB sind. Diese „Doppel“ können übrigens auf WINDOWS gelöscht werden, ohne Nachteile auch bei MAC-Verwendung.
    Wie das Ganze auf LINUX im Detail aussieht bzw. funktioniert, habe ich noch nicht ausprobiert.

    Solche praxisorientierte „Negativ-Infos“ fehlen dann wie üblich meist auch bei den betr. Formatier- und Datenträger-Anleitungen, sofern solche überhaupt vorhanden und verständlich formuliert sind.
    Bei mir hat’s lange gedauert, bis ich überhaupt rausgekriegt hatte, was exFAT eigentlich ist. Aufgrund des blödsinnigen Namens hatte ich vermutet, dass dies eine veraltete (ex) FAT-Version ist. Das Gegenteil ist der Fall. Die von Dir (irrtümlich) manchmal verwendete Bezeichnung „extFAT“ wäre wohl zielführender…

  6. Hey Alwin. Danke für Deinen konstruktiven Beitrag. Er ist eine sehr gute Ergänzung. Mir ging es in der Tat hauptsächlich darum Daten zwischen Mac und Windows auszutauschen. Natürlich würde ich niemals einen Datenträger mit ExFAT formatieren, der hauptsächlich nur an einem der beiden Systeme betrieben wird.
    Alle modernen OS unterstützen ExFAT und wenn man einen Datenträger hat, der (nur) für den Datenaustausch zwischen den Mac/Win/Linux Systemen fungiert, dann ist eben ExFAT unschlagbar.