Ist das iPhone 13 wasserdicht? Es kommt darauf an!

Viktor Dite, Autor des Beitrags

Von - Publiziert in iPhone
Dipl. Informatiker und Tech-Blogger seit 2006.


Apple gießt in der iPhone-13-Pro-Werbung demonstrativ Kaffee über das Display — und schreibt in den Garantiebedingungen genau für diesen Fall ausdrücklich: „Wenn ein iPhone durch eine Flüssigkeit wie Kaffee oder Limonade beschädigt wurde, ist die Reparatur nicht von der Garantie abgedeckt.“ Was die IP68-Norm beim iPhone 13 wirklich verspricht, warum der LCI-Sensor jede Garantie killt und wie weit du dich auf die Wasserdichtigkeit verlassen kannst, klärt dieser Beitrag.

Schnellantwort: Das iPhone 13, 13 mini, 13 Pro und 13 Pro Max sind alle nach IP68 zertifiziert (6 m, 30 Min in stillem Süßwasser, Laborbedingungen). „Wasserdicht“ im Alltag heißt das trotzdem nicht — Apple deckt Wasserschäden grundsätzlich nicht über die Garantie ab. Pool, Meer, Dusche oder bewusstes Eintauchen sind ein Risiko, das du selbst trägst. Und je älter dein 13er, desto mehr.
Ist das iPhone 13 wasserdicht? Nein! Ich erkläre Dir warum Du es nicht ins Wasser geben solltest!

Die iPhone-13-Familie und ihre IP-Werte

Alle vier 13er-Modelle teilen sich dieselbe IP68-Klassifizierung. Apple hat seit dem iPhone 12 keinen besseren Schutzwert mehr nachgelegt — auch bis zum aktuellen iPhone 17 nicht.

Modell IP-Klasse Laut Apple In der Praxis
iPhone 13 mini IP68 6 m, 30 Min Regen ok, kurzer Sturz ins Spülbecken meist überlebbar
iPhone 13 IP68 6 m, 30 Min wie mini
iPhone 13 Pro IP68 6 m, 30 Min wie 13, größere Klebefläche am Display
iPhone 13 Pro Max IP68 6 m, 30 Min wie Pro

Die 6-Meter-Angabe stammt aus einem Labortest mit stillem Süßwasser und konstantem Druck. Im Alltag am Pool, im Regen oder am Meer ist das nicht das Gleiche.

Apple wirbt mit Kaffee — Apple lehnt Kaffee in der Garantie ab

Apple zeigt in der iPhone-13-Pro-Werbung, wie Kaffee über das Gerät fließt. Sieht beeindruckend aus. In den Garantiebedingungen steht aber wörtlich:

„Wenn ein iPhone oder iPod durch eine Flüssigkeit, wie zum Beispiel durch Kaffee oder Limonade beschädigt wurde, ist die Reparatur nicht durch die einjährige eingeschränkte Garantie von Apple abgedeckt.“

Quelle: Apple-Garantiebedingungen

Das ist die ehrlichste Antwort auf die Frage, ob das iPhone 13 wasserdicht ist: Apple selbst rechnet nicht damit, dass es Flüssigkeitskontakte schadlos übersteht. Sonst gäbe es diese Ausnahme nicht.

Ist das iPhone 13 Pro wasserdicht, wenn in der Werbung Kaffee darüber gegossen wird?

Was Apple offiziell zur Wasserdichtigkeit sagt

Im offiziellen iOS-Handbuch heißt es:

„Die Wasser- und Staubbeständigkeit der unterstützten iPhones ist kein Dauerzustand und kann bei normaler Nutzung im Laufe der Zeit nachlassen. Schäden, die durch Flüssigkeiten entstehen, sind nicht durch die Garantie abgedeckt.“

Apple listet außerdem explizit auf, was du beim iPhone 13 vermeiden solltest:

  • das iPhone bewusst ins Wasser eintauchen oder beim Schwimmen oder Baden mitnehmen
  • kein Druckwasser oder schnell fließendes Wasser — also keine Dusche, kein Wasserski, kein Jetski, kein Wakeboarding, kein Surfen
  • keine Sauna, kein Dampfbad
  • keine Umgebungen mit dauerhaft über 95 Prozent Luftfeuchtigkeit
  • möglichst keine Stürze, weil schon ein einziger Schlag die Dichtungen lockern kann

Der LCI-Sensor: warum „es funktioniert ja noch“ nicht hilft

Im SIM-Schacht jedes iPhone 13 sitzt ein winziger Streifen, der Liquid Contact Indicator — kurz LCI-Sensor. Sobald Wasser oder eine andere Flüssigkeit ihn berührt, verfärbt er sich dauerhaft rot. Bei jeder späteren Reparatur prüft Apple diesen Sensor. Ist er rot, ist die Garantie weg — und zwar nicht nur für Wasserschäden, sondern für jeden Reparaturfall, auch wenn der Defekt gar nichts mit Wasser zu tun hat.

Spätestens wenn dein 13er einmal fallengelassen wurde oder Wasser nur in den SIM-Schacht gespritzt ist, ist Apples Garantieschutz faktisch beendet. Ohne Garantie kostet eine Mainboard-Reparatur beim Pro Max schnell mehrere hundert Euro, und oft ist das ganze Innenleben verklebt und muss komplett getauscht werden.

Salzwasser, Chlor, Dampf: Was IP68 nicht abdeckt

Apple testet IP68 mit stillem Süßwasser bei Raumtemperatur. Was explizit nicht abgedeckt ist und das iPhone 13 sofort gefährdet:

  • Salzwasser am Meer. Salz kristallisiert in den Dichtungen, frisst sich ins Material und löst nach Wochen Korrosion am Mainboard aus.
  • Chlorwasser im Schwimmbad. Greift Klebstoffe und Dichtungen an.
  • Seifenlauge in Dusche und Spüle. Senkt die Oberflächenspannung — Wasser findet neue Wege ins Gehäuse.
  • Heißes Wasser und Wasserdampf (Dusche, Sauna, Dampfbad). Die Dichtungen sind für Raumtemperatur ausgelegt.
  • Schneller Wasserstrahl (Wasserski, SUP-Sturz, Gartenschlauch). Höherer Druck als im IP68-Labortest.

iPhone 13 ist nass geworden — was tun?

Die Kurzfassung: Sofort rausholen, alle Kabel ziehen, abtrocknen (nicht schütteln), mindestens 5 Stunden trocknen lassen, nicht einschalten, nicht in Reis legen, nicht föhnen.

Die vollständige Notfall-Anleitung mit allen Schritten und häufigen Folgeproblemen findest du im Hub-Beitrag zur iPhone-Wasserdichtigkeit.

Mein Fazit

Das iPhone 13 ist nach IP68 zertifiziert und übersteht versehentliche Wasserkontakte meistens. Aber „wasserdicht“ ist es weder im Marketing-Sinne — Apple schreibt selbst „Wasserschutz kein Dauerzustand“ — noch in der Praxis nach ein paar Jahren Nutzung. Wer das 13er bewusst ans Wasser nimmt, holt sich besser eine wasserdichte Hülle dazu. Den Wasserschaden zahlt nämlich keiner außer dir selbst.

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