Ich bin lange ein Fan von CasaOS gewesen. Die Idee, eine schicke, einfache Oberfläche auf einen Linux-Server zu setzen, um Docker-Container mit einem Klick zu verwalten, ist genial. Die benutzerfreundliche Oberfläche, die einfache Verwaltung von Docker-Containern und die Vielzahl an vorinstallierten Apps haben vielen Homelabern den Einstieg in die Welt der Self-Hosted-Anwendungen erleichtert. Aber in letzter Zeit häufen sich die Probleme, und es zeichnet sich ab: Die goldene Ära von CasaOS neigt sich dem Ende zu.

tl;dr
Ich rate dringend von der Nutzung von CasaOS ab, da die Entwicklung zugunsten des Nachfolgers ZimaOS faktisch eingestellt wurde und fehlende Updates bereits zu kritischen Abstürzen durch neue Docker-Versionen führen. Da zudem wichtige Funktionen wie RAID fehlen und Workarounds Sicherheitslücken aufreißen, solltest Du auf PC-Hardware zu ZimaOS wechseln oder auf dem Raspberry Pi stattdessen Portainer nutzen.
Inhalt
- Das Problem: CasaOS ist tot mit gravierenden Problemen
- Fehlende Features: RAID und Samba
- Die bessere Alternative: ZimaOS
- Die Ausnahme: Raspberry Pi (und warum hier CasaOS noch sinnvoll sein kann)
- Portainer vs. CasaOS: Die Lösung für App-Liebhaber
- Welche CasaOS Alternative passt zu dir?
- Du willst (oder musst) bei CasaOS bleiben? Hier ist der Fix
- Fazit: CasaOS war gut, aber es ist Zeit zu gehen
Das Problem: CasaOS ist tot mit gravierenden Problemen
- Keine Updates seit Dezember 2024 – Icewhale konzentriert sich vollständig auf ZimaOS
- Docker API Crash im November 2025 – Als Docker auf Version 29.x mit API 1.44+ aktualisierte, brach CasaOS (entwickelt für API 1.43) zusammen. Fehlermeldung: „Failed to load apps, please refresh later“
- Kein Bugfix in Sicht – Die Community hat einen Workaround gebastelt, aber offizielle Fixes? Fehlanzeige

Das zentrale Problem ist deutlich: CasaOS erhält seit Dezember 2024 keine Sicherheits- und Feature-Updates mehr. Die Entwickler von Icewhale haben ihre Ressourcen vollständig auf ZimaOS konzentriert – ihren Nachfolger und den klaren Favoriten für die Zukunft. Obwohl CasaOS noch funktioniert und die Community offiziell behauptet, dass das System „stabil“ läuft und daher keine Updates braucht, ist das ein Trugschluss. Das ist kein Bug – das ist der Anfang vom Ende.
Wenn das Update dein System zerschießt
Das aktuell größte Problem ist die Abhängigkeit von Docker. Da CasaOS nur „oben drauf“ sitzt, aktualisierst Du dein darunterliegendes Betriebssystem (z.B. Ubuntu) wie gewohnt. Dabei wird oft auch eine neue Docker-Version installiert.

Ein perfektes Beispiel für diesen drohenden Zusammenbruch ist die Docker-Kompatibilitätskrise im November 2025. Als Docker auf Version 29.x aktualisiert wurde, forderte die neue Version die API 1.44+, während CasaOS noch mit der älteren API 1.43 entwickelt wurde. Das Ergebnis: Alle Apps brachen zusammen und zeigten die Fehlermeldung „Failed to load apps, please refresh later„.
Das ist nur der Anfang. Mit jedem Update des Betriebssystems wird die Inkompatibilität größer. Die Zeichen sind deutlich: CasaOS wird langsam auseinanderfallen und immer mehr technische Probleme hervorbringen.
Fehlende Features: RAID und Samba
Auch abseits der Bugs gab und gibt es funktionale Schwächen, die zeigen, dass CasaOS eher ein „Spielzeug“ als eine ernsthafte Server-Lösung ist – auch, oder gerade für Homeserver.
CasaOS RAID: Nicht existent
Viele Nutzer erwarten bei einem NAS-System eine einfache Verwaltung von Festplattenverbünden. Aber: Du kannst in der UI kein CasaOS RAID erstellen. Das System mountet lediglich einzelne Festplatten. Wenn Du Datensicherheit durch RAID 1 oder 5 willst, musst Du das mühsam im Terminal des darunterliegenden Linux selbst einrichten oder Tools wie mdadm ohne grafische Oberfläche nutzen.
CasaOS Samba: Die Hölle mit Passwörtern
Ein weiteres Ärgernis sind die Dateifreigaben. CasaOS Samba funktioniert zwar „out of the box“ für öffentliche Ordner, aber sobald Du Sicherheit möchtest, wird es kompliziert. Willst Du einen Ordner mit Benutzername und Passwort schützen, bietet die CasaOS-Oberfläche kaum intuitive Werkzeuge. Oft endet es damit, dass man in Konfigurationsdateien herumbastelt, was dem Sinn einer einfachen UI widerspricht.
Die bessere Alternative: ZimaOS
Wenn Du Hardware auf x86-Basis (einen normalen PC, NUC oder Server) nutzt, ist die Lösung klar: Wechsel auf ZimaOS. ZimaOS ist nicht einfach eine verbesserte Version von CasaOS – es ist ein komplett neues, eigenständiges Betriebssystem, das von Grund auf für NAS- und Server-Anwendungen optimiert wurde. Mit der stabilen Version 1.3.1 hat das System die Beta-Phase verlassen und bietet jetzt mit Version 1.5.2 Stabilität auf Augenhöhe mit CasaOS – aber mit deutlich mehr Funktionalität:
- Bessere Dateiverwaltung: Samba-Shares mit Passwörtern sind hier Standard und einfach einzurichten.
- Stabilität: Da OS und UI aus einem Guss sind, gibt es keine Probleme mit inkompatiblen Docker-Updates.
- RAID: ZimaOS bietet bessere Möglichkeiten zur Speicherverwaltung.
- Einfacheres Update-Management Das ist entscheidend für die Sicherheit: Einfach OS und Apps mit einem Klick updaten
Einen detaillierten Vergleich habe ich hier für dich: ZimaOS vs. CasaOS
Die Ausnahme: Raspberry Pi (und warum hier CasaOS noch sinnvoll sein kann)
Es gibt eine wichtige Ausnahme: Falls du einen Raspberry Pi 5 nutzen möchtest, funktioniert ZimaOS dort nicht. Der Grund ist simpel: ZimaOS erfordert x86-64-Prozessoren mit UEFI-Boot-Modus. Raspberry Pis haben ARM-basierte Prozessoren und unterstützen kein UEFI – daher ist die Installation von ZimaOS unmöglich.
Wenn Du also einen CasaOS Raspberry Pi betreibst und die grafische Oberfläche für deine Apps liebst, musst Du (vorerst) bei CasaOS bleiben. Hier gibt es schlicht noch keine 1:1 Alternative, die genauso hübsch und einsteigerfreundlich ist.
Portainer vs. CasaOS: Die Lösung für App-Liebhaber
Wenn Dir die NAS-Funktionen (Dateifreigaben, RAID) eigentlich egal sind und Du nur eine Oberfläche suchst, um Apps wie Home Assistant, Plex oder Pi-hole zu installieren, dann brauchst Du CasaOS eigentlich gar nicht.
Portainer auf dem Raspberry Pi (empfohlen)
Das ist wahrscheinlich die bessere Alternative. Portainer ist eine leichtgewichtige Docker-Management-Oberfläche, die auch auf älteren oder schwächeren Hardware wie dem Raspberry Pi gut läuft. Du kannst damit:
- Docker-Container verwalten und aktualisieren
- Stacks (Docker Compose) deployen
- Alle Apps verwenden, die auch in CasaOS verfügbar sind
- Ein schlankes System ohne unnötige GUI-Features betreiben
Der Vorteil: Portainer wird aktiv gepflegt und erhält regelmäßige Updates. Es läuft sehr ressourcenschonend und ist nicht auf spezifische Hardware gebunden.
Portainer installieren
Du kannst Portainer sehr einfach installieren
docker run -d -p 8000:8000 -p 9000:9000 --name=portainer --restart=always -v /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock -v portainer_data:/data portainer/portainer-ce
Und dann ist es über http://localhost:9000 erreichbar. Das zeigt: Es ist genauso einfach wie CasaOS.
Welche CasaOS Alternative passt zu dir?
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Du hast x86-64-Hardware mit UEFI | ZimaOS – die beste Wahl für RAID, Samba und Updates |
| Du nutzt einen Raspberry Pi oder ARM-basierte Hardware | Portainer + Ubuntu/Debian + Docker – einfach, flexibel, sicher |
| Du möchtest maximale Flexibilität | Ubuntu 24.04 LTS + Portainer – das beste aus beiden Welten |
| Du brauchst große Dateispeicher mit RAID und Sicherheit | Definitiv ZimaOS – CasaOS hat hier echte Lücken |
Du willst (oder musst) bei CasaOS bleiben? Hier ist der Fix
Wenn Du auf dem Raspberry Pi bist oder den Wechsel noch scheust, musst Du das Docker-Problem manuell lösen. Wenn bei dir der Fehler „Failed to load apps, please referesh later“ auftritt, liegt das an der Inkompatibilität der Docker API.
Es gibt ein Skript der Community, das diesen Fehler behebt. Wichtig ist aber vor allem, dass Du danach verhinderst, dass Docker sich automatisch aktualisiert.
1. Docker-Updates sperren Führe diesen Befehl im Terminal aus, um die aktuelle Docker-Version „festzutackern“:
sudo apt-mark hold docker-ce docker-ce-cli containerd.io docker-buildx-plugin docker-compose-plugin docker-ce-rootless-extras
2. Den Fehler beheben Wenn deine Apps bereits weg sind, hilft eine Anleitung von BigBearTechWorld. Dort gibt es ein Skript, das die Kommunikation zwischen CasaOS und Docker repariert. Hier geht es zur Anleitung und dem Skript: Fix Docker API Version Error for CasaOS
ACHTUNG: Das birgt massive Sicherheitsrisiken!
Bitte sei dir bewusst: Dieser „Fix“ ist keine Dauerlösung, sondern nur ein Pflaster. Docker ist eine kritische Systemkomponente und oft ein Angriffsziel für Hacker.
- Sicherheitslücken: Da Du Docker-Updates blockierst, erhältst Du keine Sicherheits-Patches mehr. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr bekannte Sicherheitslücken sammeln sich in deinem System an.
- App-Crashes: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis deine Apps nicht mehr funktionieren. Moderne Container-Images setzen oft aktuelle Docker-Versionen voraus. Wenn Du Apps (wie Home Assistant oder Plex) aktualisierst, aber die Docker-Basis veraltet lässt, wird es zwangsläufig zu Abstürzen oder Fehlfunktionen kommen.
Du erkaufst dir also Zeit, aber die Stabilität und Sicherheit deines Systems wird mit jedem Monat abnehmen.
Fazit: CasaOS war gut, aber es ist Zeit zu gehen
CasaOS hat vielen den Einstieg in Self-Hosting ermöglicht. Dafür gebührt dem Projekt Respekt. Aber ein Jahr ohne Updates, kombiniert mit Breaking Changes in Docker, macht die Lage klar: CasaOS ist am Ende.
Die Entwickler haben sich entschieden. Sie arbeiten an ZimaOS, nicht an CasaOS. Die Docker-Krise im November war nur der Anfang – mit jedem weiteren System-Update wird die Inkompatibilität größer.
- Wenn du auf x86-Hardware bist: Wechsel zu ZimaOS.
- Wenn du auf dem Raspberry Pi bist: Wechsel zu Portainer.
Beide Alternativen werden aktiv entwickelt, bekommen Updates und werden dich nicht im Regen stehen lassen, wenn Docker das nächste Mal ein Breaking Change bringt.
Die goldene Ära von CasaOS ist vorbei. Aber die gute Nachricht: Die Alternativen sind besser.

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