iPhone 17 vs. 17 Pro: Warum ich mich gewaltig geirrt habe

Viktor Dite, Autor des Beitrags

Von - Publiziert in iPhone
Dipl. Informatiker und Tech-Blogger seit 2006.


Seitdem Apple das iPhone 17 veröffentlicht hat, habe ich immer wieder genau einen Satz gesagt: Ab dem iPhone 17 lohnt sich absolut kein Pro-Modell mehr. 48 Megapixel Hauptkamera, 48 Megapixel Ultraweitwinkel, Dolby Vision, 4K mit 60fps — auf dem Papier sieht das Standard-iPhone 17 aus wie ein iPhone 15 Pro. Ein absoluter No-Brainer. Dachte ich.

Vor drei Wochen habe ich dann genau das gemacht, was ich allen geraten habe: Ich habe mir das iPhone 17 gekauft und mein iPhone 15 Pro abgegeben. Und ich sage es euch jetzt ganz ehrlich: Das war ein großer Fehler.

standard iphone vs pro

tl;dr: Ich dachte, das Standard-iPhone 17 macht die Pro-Modelle überflüssig – und lag komplett falsch. Wer die Kamera intensiv für Fotos und YouTube-Videos nutzt, wird bitter enttäuscht. Dem 17er fehlen der LiDAR-Sensor für zuverlässigen Objekt-Fokus, der größere Sensor für knackige Kontraste und die butterweiche Videostabilisierung. Für Social Media okay, für Creator ein Rückschritt. Mein Nächstes wird definitiv wieder ein Pro!

Die Kamera-Unterschiede sind deutlich größer, als ich erwartet hätte. Und der scheinbar einzige Unterschied — der fehlende LiDAR-Sensor — hat sich als eine der größten Schwachstellen des iPhone 17 entpuppt. Der war mir vorher immer egal. Ich habe ihn nie bewusst genutzt. Ich dachte, ich brauche ihn nicht.

Bis ich gemerkt habe, wie wichtig er beim Fokussieren wirklich ist.

kamera unterschiede

Der Autofokus: Wo das iPhone 17 anfängt zu zicken

Das Erste, was mir sofort negativ aufgefallen ist, war der Autofokus. Nicht immer. Nicht bei allem. Aber ganz konkret bei Objektfotografie.

Wenn ich Personen filme oder fotografiere, funktioniert er einwandfrei. Da sitzt der Fokus sofort. Aber ich mache regelmäßig Produktfotos und Produktvideos — für meinen YouTube-Kanal und auch in meinem Hauptjob. Und genau hier fängt der Autofokus beim iPhone 17 oft an zu pumpen oder sitzt einfach daneben. Dieses nervöse Hin-und-Her, bei dem die Kamera nicht weiß, worauf sie scharfstellen soll. Wie eine alte DSLR mit einem billigen Kit-Objektiv.

Beim iPhone 15 Pro hatte ich das nie. Da saß der Fokus auch auf Objekten sofort. Genauso zuverlässig wie auf Gesichtern.

Der Unterschied ist simpel: Das iPhone 17 hat keinen LiDAR-Sensor. Den gibt es nur in den Pro-Modellen — so wie bei meinem 15 Pro. Der LiDAR misst mit Laserimpulsen die Abstände im Raum und hilft dem Autofokus, Objekte schnell und sicher zu erkennen und ihre Entfernung präzise zu bestimmen.

Bei Gesichtern braucht die Kamera den LiDAR nicht. Dafür hat sie die Gesichtserkennung, das funktioniert rein über Software. Aber bei einem Objekt auf dem Tisch, bei einer Verpackung, bei einem Produkt — da hat die Kamera kein Gesicht zum Anpeilen. Ohne LiDAR verlässt sie sich komplett auf den Phasenautofokus des Sensors. Und der ist offenbar immer noch nicht gut genug.

Die Bilder sehen einfach flauer aus

Das Zweite, was mich massiv stört: Die Bilder wirken vernebelt. Nicht komplett falsch. Aber wie leicht überbelichtet, ein bisschen kontrastarm. Als hätte jemand einen ganz leichten Schleier über jedes Foto gelegt.

Ich habe exakt die gleichen Kameraeinstellungen übernommen, die ich beim 15 Pro hatte. Gleiche Belichtungskorrektur. Keine Fotostile. Aber die Ergebnisse sehen einfach anders aus. Beim 15 Pro waren die Bilder knackig — klare Kontraste, satte Farben, die Belichtung hat in 95 Prozent der Fälle sofort gepasst. Beim iPhone 17 muss ich ständig nachkorrigieren.

Woran liegt das? Ich habe leider zu spät herausgefunden, dass der Hauptsensor im iPhone 17 physisch deutlich kleiner ist als der im 15 Pro. Gleiche Megapixel — aber auf viel weniger Fläche.

Die Zahlen:

  • iPhone 15: 48 MP auf 1/1.56″ Sensor, Pixelgröße 1,0 µm
  • iPhone 15 Pro: 48 MP auf 1/1.28″ Sensor, Pixelgröße 1,22 µm
  • iPhone 16: 48 MP auf 1/1.56″ Sensor, Pixelgröße 1,0 µm
  • iPhone 16 Pro: 48 MP auf 1/1.28″ Sensor, Pixelgröße 1,22 µm
  • iPhone 17: 48 MP auf 1/1.56″ Sensor, Pixelgröße 1,0 µm
  • iPhone 17 Pro: 48 MP auf 1/1.28″ Sensor, Pixelgröße 1,22 µm

Das sind fast 50 Prozent weniger Sensorfläche beim Standard-Modell. Die Pixel sind 22 Prozent kleiner. Weniger Fläche, kleinere Pixel, weniger Licht pro Pixel — und das bedeutet weniger Spielraum zwischen den hellsten und dunkelsten Stellen im Bild. Weniger Dynamikumfang. Deswegen wirkt alles flacher.

Das iPhone 17 hat im Grunde denselben Sensor wie das iPhone 15 und 16 Standard — nicht wie das 15 Pro oder 16 Pro. Darauf bin ich voll reingefallen.

Warum habe ich das vorher nicht gesehen?

Weil die Leaks vor dem Launch gesagt haben, das iPhone 17 bekomme den Sensor aus dem iPhone 15 Pro. Und ich war so fixiert auf die neue 18-Megapixel-Center-Stage-Frontkamera und die auf dem Papier beeindruckenden Specs, dass ich die Hauptkamera nicht genau genug geprüft habe.

Dazu kommt: Apple ist verdammt gut im Marketing. „48 Megapixel Fusion Camera“ klingt nach Pro-Kamera. Aber Megapixel allein sagen nichts über die Bildqualität aus. Ein kleinerer Sensor mit 48 Megapixel bedeutet einfach nur: kleinere Pixel, die weniger Licht einfangen. Das war mir vor dem Kauf nicht klar. Das war ein großer Fehler.

Beim Filmen merkt man es noch deutlicher

Das Filmen mit dem iPhone 17 erfordert eine spürbar ruhigere Hand, als ich es vom 15 Pro gewohnt war. Die Stabilisierung ist einfach schlechter.

Beide haben auf dem Papier Sensor-Shift OIS. Klingt gleich. Ist es aber nicht. Die Pro-Modelle haben die zweite Generation dieser Stabilisierung — größerer Sensor, mehr Spielraum für den Algorithmus. Und genau das merkt man.

Beim Gehen und vor allem bei Schwenks hat mein 15 Pro kleine Wackler butterweich weggebügelt. Das iPhone 17 gibt mir Mikro-Ruckler ins Bild. Es ist kein Totalausfall. Aber wenn man einmal das Pro-Level gewohnt war, fällt es sofort auf.

Für ein schnelles Handyvideo reicht es. Aber ich filme Inhalte für YouTube. Und da nervt es gewaltig.

Dazu kommt: Bei Szenen mit starkem Kontrast — Fenster im Hintergrund, Person davor — reagiert die Pro-Kamera schneller und genauer. Das Pro hält die Highlights besser, die hellen Stellen fressen weniger aus. Und bei wechselnden Lichtverhältnissen, zum Beispiel von drinnen nach draußen, passt sich das Pro geschmeidiger an. Beim Standard-Modell sieht man manchmal einen kurzen Helligkeitssprung, der im Video wie ein Fehler wirkt.

Nicht zu vergessen: Das Pro filmt in 4K mit 120fps und unterstützt ProRes — beides fehlt beim Standard-Modell.

Die harten Fakten im Vergleich

Für alle, die es ganz genau wissen wollen:

Eigenschaft iPhone 15 Pro iPhone 17 iPhone 17 Pro
Hauptsensor 48 MP, 1/1.28″ 48 MP, 1/1.56″, Sony IMX904 48 MP, 1/1.28″
Pixelgröße 1,22 µm 1,0 µm 1,22 µm
Sensorfläche ca. 71,5 mm² ca. 48 mm² ca. 71,5 mm²
Blende (Haupt) f/1.78 f/1.6 f/1.78
OIS Sensor-Shift (2. Gen) Sensor-Shift (1. Gen) Sensor-Shift (2. Gen)
LiDAR-Scanner Ja Nein Ja
Ultraweitwinkel 12 MP 48 MP, 1/2.55″ 48 MP, 1/2.55″
Teleobjektiv 12 MP, 3x optisch Keines (Digital-Zoom) 48 MP Periskop, 4x optisch
Video max. 4K/60fps, Dolby Vision + ProRes 4K/60fps, Dolby Vision 4K/120fps, Dolby Vision + ProRes
Preis ab 1.199 EUR (UVP zum Marktstart) 949 EUR 1.299 EUR

Die Blende f/1.6 beim Standard-Modell ist zwar etwas lichtstärker als f/1.78 beim Pro — aber das kompensiert bei Weitem nicht den massiv kleineren Sensor. Und das fehlende Teleobjektiv bedeutet: Jeder Zoom ist nur digitaler Crop. Bei einem 1/1.56″-Sensor reicht das für Instagram, aber nicht mehr.

Mein Fazit

Mein eigentliches Problem mit dem iPhone 17 ist nicht, dass es ein schlechtes Smartphone wäre. Mein Problem ist, dass ich es als Pro-Ersatz gekauft habe. Und dafür ist es aus meiner Sicht nicht gut genug.

Wenn du dein iPhone nur bei gutem Licht benutzt und ein schnelles Foto für WhatsApp machst, ist das iPhone 17 völlig ausreichend. Bei Tageslicht sind die Ergebnisse wirklich sehr ähnlich — die Software gleicht verdammt viel aus.

Aber wer die Kamera wirklich nutzt — für Produktfotos, für Videos, bei schwierigem Licht — merkt den Unterschied. Dann geht es plötzlich nicht mehr nur um ein Datenblatt, sondern um ganz konkrete Dinge:

  • Zuverlässig sitzender Fokus (dank LiDAR)
  • Mehr Reserven bei Licht und Kontrast (größerer Sensor)
  • Ruhigere Stabilisierung beim Filmen

Der Aufpreis von 350 Euro klingt nach viel. Aber er bezahlt eine fundamental andere Kamera-Erfahrung. Ich habe mich hier gewaltig geirrt, und ich finde es wichtig, das offen zu sagen.

Eins steht für mich jetzt fest: Mein nächstes iPhone wird im September wieder ein Pro.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

iPhone 17 vs 17 Pro: Was sind die Unterschiede bei der Kamera? Obwohl beide Modelle 48 Megapixel bieten, ist der Hauptsensor im Standard iPhone 17 physisch fast 50 Prozent kleiner als im 17 Pro. Das sorgt für spürbar flauere Bilder und weniger Kontraste bei schwierigen Lichtverhältnissen.

Hat das iPhone 17 einen LiDAR Scanner? Nein, dem iPhone 17 fehlt der LiDAR Scanner. Dies ist ein entscheidender Unterschied zum Pro-Modell, da die Kamera dadurch Entfernungen bei Objekten und Produkten (ohne Gesicht) oft schlecht einschätzen kann und der Autofokus pumpt.

Lohnt sich der Wechsel vom iPhone 15 Pro auf das iPhone 17? Nein. Wenn du die Kamera intensiv für Fotos und Videos nutzt, ist der Wechsel ein Fehler. Dem iPhone 17 fehlen wichtige Pro-Features wie der LiDAR-Sensor und der größere Kamerasensor des 15 Pro.

Wie gut ist das iPhone 17 für YouTube Videos? Für normale Clips reicht es aus. Bei professionelleren YouTube Videos merkt man jedoch, dass die Stabilisierung im iPhone 17 unruhiger ist (Mikro-Ruckler bei Schwenks) und Pro-Features wie ProRes und 4K mit 120fps fehlen.

Für wen reicht das Standard iPhone 17 aus? Das iPhone 17 ist völlig ausreichend, wenn du primär bei Tageslicht fotografierst, Bilder für Social Media machst, schnelle Schnappschüsse brauchst und die Kamera nicht bis an ihre Grenzen ausreizt.


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