Du willst mal eben drei Fotos vom iPhone auf deinen Windows-PC ziehen und merkst zum gefühlt hundertsten Mal: AirDrop fehlt einfach. Apples kleine Magie endet ziemlich genau an der Grenze des eigenen Ökosystems, und sobald ein Windows-Rechner ins Spiel kommt, fängt das übliche Trauerspiel an – iCloud lädt ewig, das Kabel will iTunes starten, WhatsApp komprimiert das 4K-Video zu Brei.
In diesem Beitrag zeige ich dir die Lösung, die ich selbst täglich nutze und mit der ich AirDrop unter Windows nicht mehr vermisse: LocalSend. Eine kostenlose Open-Source-App, die dasselbe macht wie AirDrop, aber eben plattformübergreifend – iPhone, Android, Mac, Linux, Windows, alles in einem.

Inhalt
- TL;DR – AirDrop für Windows in einem Satz
- Warum AirDrop unter Windows nicht funktioniert
- Die nervigen Workarounds (und warum sie im Alltag stören)
- Die Lösung: LocalSend
- So funktioniert LocalSend in der Praxis
- Der unterschätzte Alltagsvorteil: kein Account, kein Server, keine Cloud
- Mein Lieblings-Use-Case: Headless-Server und entfernte Rechner
- Die ehrlichen Einschränkungen gegenüber Apples AirDrop
- Sicherheit: Was du wirklich beachten solltest
- Warum eigentlich LocalSend? Im Vergleich mit Snapdrop, Filedrop, iCloud & Phone Link
- Troubleshoot: LocalSend findet den PC nicht
- Häufige Fragen (FAQ)
- Fazit: Die einfachste Antwort auf „Gibt es AirDrop für Windows?“
TL;DR – AirDrop für Windows in einem Satz
Lade dir LocalSend auf dein iPhone und auf deinen Windows-PC, hänge beide Geräte ins selbe WLAN, öffne die App auf beiden Seiten – und du überträgst Fotos, Videos oder ganze Ordner so schnell wie mit AirDrop, ohne Cloud, ohne Account, ohne Größenlimit. Die einzige echte Stolperfalle ist die Windows-Firewall, dazu unten mehr.
Warum AirDrop unter Windows nicht funktioniert
Kurze Einordnung, weil ich in den Kommentaren immer wieder gefragt werde, ob es nicht doch irgendeinen Trick gibt: Nein. AirDrop ist tief in iOS und macOS verankert und nutzt eine Kombination aus Bluetooth-LE für die Geräteerkennung und einem direkten Peer-to-Peer-WLAN für die eigentliche Übertragung. Das alles spricht über Apples WLAN-Direct-Implementierung, die bei Windows schlicht nicht existiert. Es gibt also keinen „AirDrop-Empfänger“ für Windows und es wird auch keinen geben.
Was du stattdessen brauchst, ist ein Tool, das dasselbe Verhalten nachbaut: Geräte automatisch im lokalen Netz finden, Dateien direkt übertragen, ohne Cloud-Umweg. Genau das macht LocalSend.
Die nervigen Workarounds (und warum sie im Alltag stören)
Bevor ich vor einem guten Jahr auf LocalSend gestoßen bin, sah mein Alltag beim Übertragen vom iPhone zum Windows-PC ungefähr so aus:
- iCloud für Windows: Theoretisch elegant, in der Praxis quälend. Jedes Bild läuft zuerst über deine Internetleitung in die Apple-Cloud, dann zurück auf den PC. Bei einem 4K-Video mit zwei Gigabyte sitzt du fünf bis zehn Minuten vor dem Bildschirm und schaust dem iCloud-Symbol beim Drehen zu.
- Das gute alte Lightning- oder USB-C-Kabel: Klingt unkompliziert, ist es aber nicht. Erstmal das passende Kabel finden, dann meldet sich die Windows-Geräte-App oder iTunes, das iPhone taucht in der Regel nicht als sauberes Laufwerk auf, und du klickst dich durch eine HEIC-Konvertierung, die dir am Ende auch noch HEIC-Bilder schickt, die der Windows-Bildbetrachter zur Hälfte nicht öffnen will.
- WhatsApp oder Mail an dich selbst: Funktioniert für ein einzelnes Foto, aber WhatsApp komprimiert dir die Bilder auf ein Niveau, das du in Lightroom nicht mehr retten kannst, und die meisten Mailserver lehnen Anhänge über 25 MB ab. Spätestens beim 90-Sekunden-Clip in 4K bist du raus.
- Snapdrop & Co. im Browser: Charmante Idee, läuft lokal im Browser, aber bei großen Dateien bricht die Verbindung gerne ab und du fängst von vorne an.
Das sind alles Krücken. Was wirklich fehlt, ist ein Werkzeug, das sich wie AirDrop anfühlt und auch unter Windows läuft.
Die Lösung: LocalSend
LocalSend ist eine quelloffene App, die das AirDrop-Prinzip auf alle gängigen Betriebssysteme bringt. Windows, macOS, Linux, iOS, Android – auf jedem dieser Geräte installierst du dieselbe App, hängst sie ins selbe WLAN und überträgst Dateien direkt von Punkt A nach Punkt B, ohne Server dazwischen.
Das Projekt ist auf GitHub einsehbar, wird aktiv gepflegt und finanziert sich über Spenden. Keine Werbung, keine In-App-Käufe, kein Account-Zwang, keine Telemetrie – wer schonmal versucht hat, Apples eigene Apps unter Windows ohne Apple-ID zu nutzen, wird allein das schon zu schätzen wissen.
Ich nutze LocalSend mittlerweile seit gut einem Jahr produktiv und es hat in dieser Zeit drei verschiedene Tools aus meinem Workflow geworfen: den Cloud-Umweg über Dropbox, das USB-Kabel zwischen iPhone und Windows-Rechner und das interne Netzlaufwerk, das ich mir früher auf einem Fileserver eingerichtet hatte, nur um Bilder vom Handy auf einen Windows-Mini-PC zu schieben.
So funktioniert LocalSend in der Praxis
Die Einrichtung dauert keine zwei Minuten, ich gehe sie hier kurz durch.
Schritt 1: App auf dem Windows-PC installieren. Die offizielle Website localsend.org bietet sowohl einen Direkt-Download als auch den Microsoft-Store-Link. Ich nehme inzwischen den Microsoft-Store-Weg, weil sich die App damit automatisch aktualisiert – das ist aus Sicherheitsgründen die bessere Wahl, dazu unten mehr.
Schritt 2: App auf dem iPhone installieren. Im App Store nach LocalSend suchen, kostenlos laden, fertig. Beim ersten Start fragt iOS dich nach Zugriff auf das lokale Netzwerk – den musst du erlauben, sonst findet das iPhone den PC nicht.
Schritt 3: Beide Geräte ins selbe Netzwerk bringen. Das klingt banal, ist aber der häufigste Fehler. Entscheidend ist nicht, ob ein Gerät über 2,4 GHz und das andere über 5 GHz verbunden ist, sondern ob beide wirklich im selben lokalen Netz hängen. Gast-WLANs, VLANs oder aktivierte Client-Isolation verhindern oft, dass sich iPhone und PC sehen. Also vorher kurz prüfen, dass beide Geräte im gleichen Heimnetz sind.
Schritt 4: Dateien senden. App auf dem iPhone öffnen, „Senden“ antippen, Fotos oder Videos aus der Mediathek auswählen oder Dateien aus der Files-App, danach landest du auf einem Bildschirm, der dir alle erreichbaren Geräte zeigt. Dein Windows-PC taucht dort mit einem zufällig generierten Namen wie „Großer Pinguin“ oder „Lila Banane“ auf – das macht LocalSend bewusst, damit du nicht aus Versehen Dateien an den falschen Rechner schickst.
Schritt 5: Auf dem PC bestätigen. LocalSend zeigt dir am Windows-Rechner einen Dialog mit der Anzahl der eingehenden Dateien und ihrer Gesamtgröße. Bestätigen, fertig. Die Dateien landen standardmäßig im Download-Ordner, den Speicherort kannst du in den Einstellungen frei wählen.
In meinem WLAN (Wi-Fi 6, AX-Router, Gigabit zum Switch) bekomme ich knapp 90 bis 110 MB pro Sekunde durch – ein 4K-Video mit zwei Gigabyte ist also in unter einer halben Minute drüben. Mit AirDrop zwischen zwei iPhones liegst du in einer ähnlichen Größenordnung, das System muss sich also auch vom Tempo her nicht verstecken.

Was viele unterschätzen: LocalSend funktioniert komplett ohne Internetverbindung. Deine Fotos vom Skiurlaub gehen also nicht erst zu Apple oder Google und von dort zurück, sondern direkt vom iPhone in dein lokales Netz und dann auf den PC. Der Router muss nicht einmal eine aktive Internetleitung haben – solange das WLAN steht und beide Geräte drinhängen, läuft die Übertragung.
Für mich ist das aus zwei Gründen relevant:
- Datenschutz: Private Bilder, Familienfotos oder Arbeitsdokumente verlassen mein Haus nicht. Bei iCloud, Google Drive oder Dropbox läuft das alles über fremde Server, die zwar verschlüsselt sind, aber rechtlich eben nicht in meiner Hand liegen.
- Geschwindigkeit: Mein Internet-Upload liegt bei 50 Mbit/s, mein WLAN bei einem Vielfachen davon. Ein 10-GB-Backup brauche ich also nicht in die Cloud zu schieben, nur damit es danach wieder runterkommt – LocalSend nimmt direkt den schnellen Weg.
Außerdem ist die Verbindung zwischen den Geräten verschlüsselt. LocalSend überträgt die eigentlichen Daten via HTTPS/TLS. Das ist gut, ersetzt aber nicht den gesunden Menschenverstand bei der Geräteauswahl: LocalSend ist in erster Linie für vertrauenswürdige lokale Netzwerke gedacht. Im Heimnetz oder Büro ist das für mich völlig okay; in offenen Hotel-, Café- oder Messe-WLANs würde ich darüber keine sensiblen Dateien verschicken und vor dem Senden immer genau prüfen, ob wirklich das richtige Zielgerät ausgewählt ist.
Mein Lieblings-Use-Case: Headless-Server und entfernte Rechner
Ein Punkt, den ich in keinem anderen LocalSend-Artikel ernsthaft gelesen habe, ist mein eigentlicher Hauptanwendungsfall: Headless Server.
Ich habe im Keller einen kleinen Windows-Mini-PC stehen, der keinen Bildschirm hat und den ich per Remote-Desktop bediene. Früher musste ich, wenn ich da mal eben ein Foto, ein Treiber-Paket oder eine Lizenzdatei drauf brauchte, entweder eine SMB-Freigabe einrichten, einen FTP-Server bemühen oder mich durch Microsofts Remote-Desktop-Zwischenablage quälen, die bei größeren Dateien gerne mal stehenbleibt.
Mit LocalSend ist das vorbei. Die App startet nach dem Login automatisch mit und läuft im Tray beziehungsweise im Hintergrund, der Mini-PC ist im Netz erreichbar, ich schiebe vom iPhone oder vom Hauptrechner aus alles direkt rüber, ohne Freigaben, ohne Passwörter, ohne Pfadkonflikte. Dasselbe mache ich mit einem Mac mini, der bei mir als Build-Server steht – auch dort läuft LocalSend dauerhaft im Hintergrund.
Wenn du ein vergleichbares Setup hast – ein NAS, einen Pi, einen entfernten Windows-Rechner – ist LocalSend dafür eine der ehrlich besten Lösungen, die ich kenne. Schneller einzurichten als jede Samba-Freigabe, robuster als jeder selbstgebaute SSH-Tunnel.
Die ehrlichen Einschränkungen gegenüber Apples AirDrop
Ich verkaufe dir LocalSend hier nicht als hundertprozentigen AirDrop-Klon, denn das wäre Quatsch. Drei Punkte, an denen Apples System weiterhin stärker ist:
- Die App muss laufen. AirDrop ist Teil des Betriebssystems und wacht im Hintergrund mit. LocalSend ist eine ganz normale App – auf dem iPhone wird sie nach einigen Minuten in den Hintergrund geschickt und nimmt dann nichts mehr an. Auf dem Windows-PC ist das kein Problem, weil die App dort als Hintergrunddienst weiterläuft, aber auf iOS musst du sie zum Empfangen kurz öffnen. Beim Senden ist das egal, da öffnest du sie ohnehin.
- Empfang muss bestätigt werden. Wenn dir jemand etwas schickt, fragt LocalSend dich erst, ob du es annehmen willst. Es gibt einen „Quick Save“-Modus, der das automatisch akzeptiert, aber den würde ich ehrlich gesagt nur zu Hause aktivieren, nicht im offenen Café-WLAN. AirDrop hat eine ähnliche Logik mit „Nur für Kontakte“ plus Trust-Beziehung über die Apple-ID, das fehlt bei LocalSend bewusst.
- Beide Geräte müssen im selben Netz hängen. AirDrop spannt sich bei Bedarf ein eigenes WLAN-Direct auf, du kannst also auch mitten im Wald zwei iPhones koppeln. LocalSend braucht zwingend einen WLAN-Router oder einen Hotspot, über den beide Geräte erreichbar sind. In den meisten Alltagsfällen hast du das ohnehin – aber wenn du regelmäßig auf Wanderungen Fotos austauschen willst, ist AirDrop dafür weiter das bessere Werkzeug.
Für meinen Alltag fällt keiner dieser Punkte ins Gewicht. Ich übertrage zu Hause oder im Büro, das WLAN steht, und die zwei zusätzlichen Sekunden für die Bestätigung sind mir die Sicherheit wert.
Sicherheit: Was du wirklich beachten solltest
Open Source heißt nicht automatisch sicher. LocalSend ist insgesamt ein seriöses Projekt und der Code ist öffentlich einsehbar, aber es gab in der Vergangenheit auch relevante Schwachstellen. Deshalb würde ich LocalSend nicht blind wie einen magischen Sicherheitsraum behandeln, sondern wie jedes andere Netzwerk-Tool: aktuell halten, Zielgerät prüfen und in fremden WLANs vorsichtig sein. Wichtig sind aus meiner Sicht drei Dinge:
- Halte die App aktuell. Ich empfehle die Installation über den Microsoft Store auf Windows und über den App Store auf dem iPhone, weil dort Updates automatisch ausgerollt werden. Wer die App per Direkt-Download aus dem Web installiert, sollte regelmäßig die aktuelle Version von der offiziellen Website oder GitHub ziehen. Version 1.17.0 hat eine frühere kritische Schwachstelle behoben; grundsätzlich gilt aber: immer die aktuell verfügbare Version nutzen.
- Quick Save nur im Heimnetz. Die Funktion, mit der eingehende Dateien automatisch akzeptiert werden, ist im Café, im Hotel oder im Coworking-Space ein Sicherheitsrisiko. Aktiviere sie wirklich nur in Netzwerken, in denen du allen anderen Geräten vertraust.
- In öffentlichen WLANs vorsichtig sein. Wenn du LocalSend in fremden Netzwerken nutzt, schicke keine sensiblen Dateien und achte besonders auf den Gerätenamen. Die Verschlüsselung schützt die Übertragung, aber sie ersetzt nicht die Kontrolle, ob du wirklich an das richtige Gerät sendest.
Wer es ganz sauber haben will, kann in den Einstellungen einen PIN-Schutz aktivieren, den das sendende Gerät beim ersten Verbindungsversuch eingeben muss. Ist im Familien-WLAN oft überflüssig, im Bürokontext aber ein sinnvolles Extra.
Warum eigentlich LocalSend? Im Vergleich mit Snapdrop, Filedrop, iCloud & Phone Link
Wenn du „AirDrop für Windows“ googelst, bekommst du eine bunte Mischung aus Empfehlungen: Snapdrop, Filedrop, iCloud für Windows, Phone Link, Quick Share, dazu eine Handvoll kommerzieller Tools mit eigener Cloud. Was in fast allen Vergleichen unter den Tisch fällt: Das wichtigste Merkmal von AirDrop – Dateien gehen direkt vom einen ins andere Gerät, ohne Cloud, ohne Account, ohne Internet-Umweg – erfüllen die meisten dieser Tools gar nicht.
Eine kurze Übersicht, die das sortiert:
| Tool | Funktionsweise | Internet nötig? | iPhone? | Open Source |
|---|---|---|---|---|
| LocalSend | P2P im LAN | nein | ja | ja |
| Snapdrop / PairDrop | WebRTC + Signaling-Server | ja (für Discovery) | ja | teilweise |
| Filedrop | Web-/Server-basiert | ja | ja | nein |
| iCloud für Windows | Cloud | ja | ja | nein |
| Phone Link | MS-Account + Pairing | ja | ja (Beta) | nein |
| Quick Share | Google/Samsung | ja | nein | nein |
Kurz eingeordnet, warum ich für den AirDrop-Anwendungsfall bei LocalSend gelandet bin:
- Snapdrop und PairDrop tauchen in den meisten Empfehlungen auf. Beide arbeiten nach dem ersten Pairing zwar mit WebRTC peer-to-peer, brauchen für die Geräteerkennung aber einen Signaling-Server im Netz. Ohne Internet kein Discovery. Außerdem hatte ich bei größeren Dateien mehrfach Verbindungsabbrüche – bei einem 5-GB-Video ärgerlich.
- Filedrop läuft heute primär als Web-/Server-basierte Lösung, ist also strenggenommen kein lokaler Transfer, sondern ein Cloud-Tool mit einem AirDrop-ähnlichen UI.
- iCloud für Windows ist der klassische Cloud-Umweg. Funktioniert, ist aber bei größeren Dateien quälend langsam, weil jedes Foto erst zu Apple hochgeladen und dann wieder runtergeladen wird – limitiert durch deine Upload-Bandbreite, nicht durch dein WLAN.
- Phone Link bekommt zwar inzwischen eine Datei-Funktion fürs iPhone, ist aber konzeptionell etwas anderes als AirDrop: Pairing-basiert über Bluetooth, gebunden an einen Microsoft-Account, mit Beta-Status für die iPhone-Integration. Für den spontanen Transfer „einmal eben drei Fotos rüberschieben“ ist das deutlich mehr Overhead als nötig.
- Quick Share (früher Nearby Share) ist Googles Pendant und funktioniert hervorragend zwischen Android und Windows, kann aber kein iOS. Wenn dein Haupt-Smartphone ein iPhone ist, fällt Quick Share als AirDrop-Ersatz raus.
- Apples eigene „Apple-Geräte“-App für Windows ist tatsächlich da, hilft aber eher bei Geräteverwaltung, Backup und klassischer Synchronisierung. Für den schnellen drahtlosen Transfer wie bei AirDrop ist sie keine echte Lösung.
Was ich ausdrücklich nicht empfehle: Drittanbieter-Apps wie SHAREit oder Xender. Die haben in der Vergangenheit mehrfach durch Werbe-SDKs und Datenabfluss Schlagzeilen gemacht. Wenn schon ein Drittanbieter, dann lieber einer, dessen Code öffentlich liegt – und das ist bei LocalSend mit fünfstelligen GitHub-Stars und aktiver Community die mit Abstand stabilste Option.
Unter dem Strich bleibt LocalSend das einzige Tool in dieser Liste, das wirklich nur deine zwei Geräte und dein WLAN braucht – mehr nicht. Wenn dir das wichtig ist, ist der Rest der Optionen schon raus, bevor du überhaupt über Geschwindigkeit oder UI nachdenken musst.
Troubleshoot: LocalSend findet den PC nicht

Wenn beim ersten Versuch der Windows-PC im iPhone nicht auftaucht, liegt das sehr oft an Windows-Firewall, Netzwerkprofil oder Router-Isolation. Hier die drei Schritte, die das Problem in der Praxis meistens lösen:
1. Netzwerkprofil auf „Privat“ stellen. In den Windows-Einstellungen unter „Netzwerk und Internet“ das aktuelle WLAN auswählen, dann den Netzwerktyp auf „Privates Netzwerk“ stellen. Steht das Profil auf „Öffentlich“, blockiert Windows aus Sicherheitsgründen die meisten eingehenden Verbindungen, und LocalSend ist eine davon.

2. LocalSend in der Firewall freigeben. Bei der ersten Nutzung fragt Windows dich automatisch, ob LocalSend kommunizieren darf – sag dort einmal Ja für „Private Netzwerke“. Hast du den Dialog versehentlich weggeklickt, gehst du in die Systemsteuerung unter „Windows Defender Firewall – Apps durch die Windows Defender Firewall kommunizieren lassen“, suchst dort LocalSend und setzt die Häkchen bei „Privat“ neu.
3. AP-Isolation am Router prüfen. Manche Router (oft im Gäste-WLAN, manchmal aber auch im Hauptnetz) haben eine Funktion, die WLAN-Geräten verbietet, miteinander zu sprechen. Heißt je nach Hersteller „AP-Isolation“, „Client-Isolation“ oder „WLAN-Geräte dürfen sich gegenseitig sehen“. Diese Option muss aus sein. Wer eine FritzBox nutzt, findet das unter „WLAN – Sicherheit“ als „Die WLAN-Geräte dürfen untereinander kommunizieren“.
Wenn nach diesen drei Schritten immer noch nichts geht, hilft oft ein kurzer Neustart des Routers plus ein Toggle des WLANs am iPhone (Flugmodus an, Flugmodus aus). Klingt nach Ferndiagnose, löst in der Praxis aber erstaunlich viele der verbleibenden Fälle.
Häufige Fragen (FAQ)
Funktioniert LocalSend auch zwischen zwei Macs oder zwischen Mac und Windows? Ja, und das ist einer der Gründe, warum ich es allen empfehle, die in einem gemischten Setup arbeiten. macOS, Windows und Linux verstehen sich über LocalSend genauso wie iOS und Android. Du kannst also problemlos vom Mac an den Windows-PC senden und umgekehrt.
Wie groß dürfen die Dateien maximal sein? LocalSend hat kein eigenes Limit. Begrenzt wirst du nur durch den Speicherplatz auf dem Zielgerät und die Bandbreite deines WLANs. Ich habe auf diesem Weg schon 50-GB-Backups übertragen, ohne Probleme.
Brauche ich für LocalSend eine Internetverbindung? Nein. Sobald die App einmal installiert ist, läuft alles rein lokal in deinem WLAN. Du kannst den Router theoretisch sogar vom Internet trennen, der Datenaustausch funktioniert weiter.
Kostet LocalSend etwas oder gibt es eine Premium-Version? Komplett kostenlos und werbefrei. Es gibt keine Premium-Stufe, keine versteckten Käufe, kein Abo. Wer das Projekt unterstützen will, kann auf der Website spenden, das ist aber freiwillig.
Werden meine Dateien irgendwo gespeichert oder analysiert? Nein. LocalSend hat keine eigene Cloud, keine Server, keine Analytics. Die Dateien gehen direkt vom sendenden zum empfangenden Gerät, niemand sonst sieht oder speichert sie unterwegs.
Kann ich auch ganze Ordner statt einzelner Dateien senden? Auf Windows, macOS und Linux ja. Auf iOS funktioniert das eingeschränkt, weil iOS keine „echten“ Ordner an Apps weitergibt – du kannst aber bequem mehrere Dateien gleichzeitig markieren und in einem Rutsch übertragen.
Was passiert, wenn die Verbindung während der Übertragung abbricht? LocalSend zeigt dir einen Fehler an und bricht den Transfer ab. Eine Resume-Funktion gibt es aktuell nicht – das ist einer der wenigen Punkte, an denen Apples AirDrop noch eleganter ist. In der Praxis spielt das aber selten eine Rolle, weil im stabilen Heim-WLAN Abbrüche kaum vorkommen.
Fazit: Die einfachste Antwort auf „Gibt es AirDrop für Windows?“
Wer die Frage „Gibt es eigentlich AirDrop für Windows?“ mit einer einzigen App beantwortet bekommen will, bekommt von mir genau diese: LocalSend. Es ist kostenlos, plattformübergreifend, schnell und mit Open-Source-Code so transparent, wie ein Tool zur privaten Datenübertragung nur sein kann. Gegenüber Apples AirDrop fehlt im Wesentlichen nur die ad-hoc-Verbindung ohne Router – im Alltag ein Detail, das die meisten nie bemerken werden.
Mein Tipp: Installier dir die App jetzt auf iPhone und PC, schick dir testweise drei Fotos rüber, und du wirst danach sehr wahrscheinlich kein Lightning-Kabel mehr suchen. Bei mir hat es gut ein Jahr gedauert, bis ich gemerkt habe, dass mein USB-Kabel inzwischen ungenutzt in der Schublade liegt – und das war der Moment, in dem ich beschlossen habe, diesen Beitrag zu schreiben.
Hast du LocalSend selbst schon im Einsatz oder nutzt du noch eine andere Lösung, um Dateien zwischen iPhone und Windows zu schieben? Schreib es mir gerne in die Kommentare – ich bin neugierig, welche Workflows ihr euch gebaut habt.
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