DJI Mic Mini mit iPhone verbinden

Viktor Dite, Autor des Beitrags

Von - Publiziert in Funkmikrofon
Dipl. Informatiker und Tech-Blogger seit 2006.


Das DJI Mic Mini lässt sich auf drei verschiedenen Wegen mit dem iPhone verbinden – per Empfänger aus dem Set, über den kompakten USB-C-Dongle oder sogar direkt per Bluetooth ganz ohne Empfänger. Alle drei Methoden haben unterschiedliche Stärken und Einschränkungen: von der App-Kompatibilität über die Audioqualität bis hin zur Frage, ob dein Lightning-iPhone überhaupt mitmacht. In diesem Beitrag gehe ich alle drei Varianten durch und zeige, worauf du bei jeder achten musst.

DJI Mic Mini am iPhone anschliessen

tl;dr: Das DJI Mic Mini lässt sich per Empfänger (USB-C), per kompaktem USB-C-Dongle oder direkt per Bluetooth mit dem iPhone verbinden. Die ersten beiden Methoden liefern unkomprimiertes Audio in 48 kHz / 24 Bit und funktionieren mit jeder App. Bluetooth geht auch ohne Empfänger, überträgt aber komprimiert, erlaubt nur einen Sender und braucht eine Drittanbieter-App wie Blackmagic Cam. Lightning-iPhones brauchen einen zusätzlichen Adapter (ca. 18 €). Einen internen Speicher für Backup-Aufnahmen wie beim großen DJI Mic 2 gibt es beim Mini nicht.

Methode A: Empfänger im Set mit Ladecase

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Der Empfänger aus dem DJI Mic Mini Set (2 Sender + 1 Empfänger + Ladecase) wird über den mitgelieferten Handy-Adapter per USB-C unten in dein iPhone gesteckt. Bei iPhones ab dem iPhone 15 passt der USB-C-Adapter direkt. Der Empfänger verbindet sich automatisch mit den Sendern, sobald du sie aus dem Ladecase nimmst – die sind ab Werk bereits gekoppelt.

Der große Vorteil: Du kannst den Pegel über ein kleines Rädchen direkt am Empfänger einstellen, ohne irgendeine App zu starten. Die Geräuschunterdrückung lässt sich zusätzlich direkt am Sender per Tastendruck umschalten. Außerdem funktioniert diese Methode mit jeder Video-App auf deinem iPhone – egal ob Apple Kamera, Instagram, TikTok oder eine Profi-App wie Blackmagic Cam.

Der Empfänger verfügt zudem über einen USB-C-Eingang. Das bedeutet: Du kannst dein iPhone per Ladekabel durch den Empfänger hindurch aufladen, während das Mikrofon eingesteckt ist. Das ist essenziell für längere Drehs oder Livestreams, da das Mikrofon sonst den einzigen Ladeport blockiert.

Der Empfänger verfügt auch über ein 3,5 Klinken Monitor-Ausgang, um das Audiosignal während der Aufnahme zu kontrollieren.

DJI Mic Mini Lightning Adapter

Wichtig für Lightning-Nutzer: Hast du noch ein iPhone 14 oder älter? Dann brauchst du zusätzlich den separat erhältlichen DJI Mic Lightning Adapter. Den gibt es im DJI Store oder bei Amazon für ca. 18 €.

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Nachteil: Der Empfänger ist durchaus groß und relativ schwer. Die meisten Gimbals schaffen das zwar, aber einige bekommen dadruch Probleme oder sind schneller leer, weil sie mehr Gewicht ausgleichen müssen. Deshalb hat DJI wohl nachträglich & als Alternative den folgenden kleinen Empfänger für Mobilgeräte veröffentlicht:

Methode B: DJI Mic Empfänger für Mobilgeräte (USB-C Dongle)

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Für alle, die es günstigst und ultra-kompakt wollen, gibt es den DJI Mic Empfänger für Mobilgeräte. Das ist ein winziger USB-C-Dongle, den du einfach unten ins iPhone steckst. Einstecken, fertig – das Mikrofon verbindet sich sofort (nach einmaliger Kopplung).

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Stand: 15. März 2026 09:54 Uhr
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Dieser kompakte Empfänger unterstützt bis zu zwei Sender gleichzeitig und liefert Audioaufnahmen in 48 kHz / 24 Bit. An der Seite sitzt ein kleiner Schalter, mit dem du zwischen drei Stufen der Geräuschunterdrückung wechseln kannst (Aus, Normal, Stark). Für alle weiteren Einstellungen wie Verstärkung oder den Aufnahmemodus brauchst du die DJI Mimo App.

Auch der kompakte Dongle unterstützt Pass-Through-Charging: Du kannst dein iPhone also während der Aufnahme weiter aufladen – praktisch für längere Drehs oder Livestreams. Dieser USB-C Port kann auch zum Audio-Minitoring über USB-C verwendet werden, dann kann aber keine gleichzeitige Aufladung stattfinden.

Ein Nachteil: Der Empfänger ist nicht zusammen mit einer Akkuladeschale kaufbar, in der die Sender automatisch immer voll geladen werden, passt aber in das einzelne Akkucase vom DJI Mic Mini rein, sodass Du diesen auch einzeln nachkaufen kannst.

Schutzhüllen-Problem: Der Stecker ist hier kürzer als beim großen Empfänger aus Methode A. Bei dicken Hüllen (z. B. Otterbox) rastet er oft nicht tief genug ein.

Der Haken für Lightning-Nutzer: Hast du noch ein iPhone 14 oder älter mit Lightning-Anschluss? Dann funktioniert dieser USB-C-Dongle nicht einfach mit einem beliebigen USB-C-auf-Lightning-Adapter.

Methode C: DJI Mic Mini als Bluetooth lavalier Mikrofon

Und jetzt wird es spannend: Du kannst den DJI Mic Mini Sender auch direkt als Bluetooth Mikrofon mit deinem iPhone verbinden – ganz ohne Empfänger. Perfekt, wenn du den Empfänger vergessen hast, das Setup minimal halten willst oder einfach nur schnell ein Interview aufnehmen musst.

Die große Einschränkung: Die native Apple Kamera-App erkennt das DJI Mic Mini über Bluetooth nicht als Audioquelle. Das ist kein Bug, sondern eine Limitierung von iOS bei Bluetooth-Mikrofonen.

Die Lösung: Nutze eine Drittanbieter-App wie die kostenlose Blackmagic Camera App aus dem App Store. Nach der Installation öffnest du die App, gehst in die Einstellungen (Zahnrad-Symbol) und wählst unter Audio das DJI Mic Mini als Bluetooth-Mikrofon aus. Damit nimmst du Video und Audio sauber auf.

Wichtig zu wissen: Bei der Bluetooth-Verbindung wird das Audio komprimiert übertragen. Die Qualität ist für Interviews, Vlogs und Social-Media-Content absolut ausreichend, liegt aber unter dem Niveau der unkomprimierten Übertragung per Empfänger (Methode A und B). Außerdem ist die Geräuschunterdrückung bei der direkten Bluetooth-Verbindung fest auf Stark eingestellt und lässt sich nicht über die Mimo App anpassen.

Und noch eine Einschränkung: Per Bluetooth lässt sich nur ein einzelner Sender verbinden. Für Interviews mit zwei Personen brauchst du zwingend den Empfänger (Methode A oder B).

Die DJI Mimo App

Egal ob du den Empfänger (Methode A) oder den USB-C-Dongle (Methode B) nutzt: Sobald das Gerät am iPhone steckt, kannst du die DJI Mimo App öffnen und dort alle Einstellungen vornehmen. Bei der Bluetooth-Verbindung (Methode C) funktioniert die App ebenfalls – allerdings nur für Firmware-Updates und einige Basis-Einstellungen, nicht für die volle Konfiguration.

Einstellmöglichkeiten bei Verwendung der Option A

Einstellmöglichkeiten bei Verwendung der Option B

Zwei Einstellungen, die du dir auf jeden Fall anschauen solltest:

Safety Track (Mono mit Backup)

Das ist einer der nützlichsten Modi. Das DJI Mic Mini zeichnet dabei zwei Spuren auf: eine Hauptspur mit normaler Lautstärke und eine Backup-Spur mit ?6 dB. Wenn dein Gesprächspartner plötzlich laut wird und die Hauptspur übersteuert, hast du immer noch die leisere Backup-Spur als Rettungsanker. Im Aufnahmemodus wählst du dazu einfach „Ms“ (Mono mit Backup-Aufzeichnung).

Achtung: Anders als das große DJI Mic 2 hat das Mini keinen internen Speicher für Backup-Aufnahmen direkt auf dem Mikrofon. Der Safety Track wird nur übertragen, solange die Verbindung stabil ist.

Geräuschunterdrückung

Die Geräuschunterdrückung kannst du in der Mimo App zwischen Normal und Stark umschalten. In ruhigen Innenräumen reicht Normal, bei Außenaufnahmen mit Wind oder Straßenlärm ist Stark die bessere Wahl. Am Sender selbst schaltest du die Geräuschunterdrückung mit einem kurzen Druck auf die Ein-/Aus-Taste ein oder aus.

Kein interner Speicher beim Mic Mini

Ein wichtiger Unterschied zum großen DJI Mic 2: Das DJI Mic Mini hat keinen internen Speicher für Backup-Aufnahmen. Das gilt für alle drei Verbindungsmethoden. Wer diese Funktion vom größeren Modell kennt und erwartet, sollte das vor dem Kauf wissen.

Häufige Fragen

Das DJI Mic Mini wird vom iPhone nicht erkannt – was tun? Prüfe zuerst, ob der Handy-Adapter richtig und ohne Spalt am Empfänger sitzt. Ein wackeliger Kontakt ist die häufigste Fehlerquelle. Stelle außerdem sicher, dass die Firmware auf dem neuesten Stand ist – das geht am einfachsten über die DJI Mimo App.

Funktioniert das DJI Mic Mini mit der Apple Kamera-App? Über den Empfänger oder den USB-C-Dongle (Methode A und B): Ja, problemlos. Über Bluetooth (Methode C): Nein.

Brauche ich für ein iPhone mit Lightning einen speziellen Adapter? Ja. Für Lightning-iPhones (iPhone 14 und älter) brauchst du den offiziellen DJI Mic Serie Empfängeradapter für Mobilgeräte (USB-C zu Lightning). Der kostet ca. 18 € und ist separat erhältlich.

Wie weit reicht die Verbindung zwischen Sender und Empfänger? DJI gibt eine Reichweite von bis zu 400 Metern in offener, störungsfreier Umgebung an. In der Praxis – also mit Wänden, Menschen und anderen Funkquellen – sind realistische 50 bis 100 Meter drin, was für die meisten Aufnahmesituationen mehr als ausreicht.

Kann ich zwei Sender gleichzeitig nutzen? Ja. Sowohl der vollwertige Empfänger als auch der kompakte USB-C-Dongle unterstützen die gleichzeitige Verbindung von zwei Sendern. Perfekt für Interviews mit zwei Personen oder wenn du einen Sender als Backup laufen lassen willst.


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