Meine erste Dashcam hat fast mein Auto abgefackelt. Nach ein paar Jahren war der Lithium-Ionen-Akku aufgequollen. Das Gehäuse hat sich verformt und fast explodiert. Seitdem habe ich etliche Kameras durchprobiert. Die waren alle irgendwie total enttäuschend – zu groß, zu auffällig an der Scheibe, schlechte Bildqualität oder einfach unzuverlässig. Kameras, die beim Motorstart abgestürzt sind, sich aufgehangen haben oder deren Sprachsteuerung Glücksspiel war.
Bei der 70mai T800 und der 70mai A800SE war das zum ersten Mal anders. Beide sind extrem flach gebaut und von außen kaum zu sehen – das war mir bei meiner Wahl wirklich sehr wichtig. Und die Sprachsteuerung der T800 funktioniert tatsächlich zuverlässig. Wie oft wollte ich unterwegs spontan etwas festhalten, einen Sonnenuntergang oder eine witzige Situation auf der Straße. Jetzt einfach ein Sprachbefehl und es sitzt.
Aber lohnt sich die teurere T800 wirklich? Und welche der beiden gewinnt den direkten Bildvergleich? Letztendlich ist die Bildqualität das Wichtigste bei einer 4K Dashcam.
Timestamps
0:37 Erster Eindruck: Bauform & Auffälligkeit
0:43 Sprachsteuerung im Alltag
1:19 Bildvergleich bei Nacht – STARVIS 2 vs. Standard
1:50 Bildvergleich bei Tag
2:09 Preis-Leistung: A800SE unter 100 €
2:27 T800: Dual 4K, Innenraumkamera & Premium-Features
3:09 Wichtig: A800SE vs. alte A800S (Akku-Problem!)
4:08 Supercaps erklärt – Sicherheit bei Unfällen
4:59 Parkmodus & Hardwire-Kits (UP06 / UP04 mit 4G)
5:52 Micro-SD-Karten: High Endurance ist Pflicht
6:15 Loop-Recording & Rechtslage in Deutschland
6:48 Fazit: Für wen lohnt sich welche Kamera?
TL;DR
- 70mai A800SE (~100 €): Günstige 4K Dashcam mit solidem Tagesbild. Reicht für die meisten Fahrer – aber nur 1080p an der Heckkamera und spürbar schwächere Nachtsicht.
- 70mai T800 (~350 €): Dual 4K mit STARVIS 2 Sensor vorne und hinten, zuverlässige Sprachsteuerung und eine Innenraumkamera, die die Heckkamera ersetzt. Die klar bessere Wahl bei Nacht.
- Beide: Supercaps statt Lithium-Akku – sicher auch im Hochsommer. GPS und Parkmodus mit optionalem Hardwire-Kit.
- Fazit: Wer hauptsächlich tagsüber fährt und ein knappes Budget hat, ist mit der A800SE gut bedient. Wer die beste Nachtsicht und echtes Dual 4K will, kommt an der T800 nicht vorbei.
Inhalt
- Nachts entscheidet sich alles
- Tagsüber: Kaum ein Unterschied
- Die Innenraumkamera: Mein persönliches Highlight
- 70mai T800 und A800SE: Alle Specs im Überblick
- Kurz zur Verwechslungsgefahr: A800SE vs. A800S
- Supercaps: Warum das der entscheidende Unterschied ist
- Parkmodus und Hardwire-Kits
- App, Wi-Fi und Speicherkarte
- Rechtslage in Deutschland
- 70mai Dashcam Vergleich: T800 vs. A800SE auf einen Blick
- Für wen lohnt sich welche 4K Dashcam?
- Fazit: Mein Urteil nach dem 70mai Dashcam Test
- Hier kannst Du die Dashcams kaufen
Nachts entscheidet sich alles
Nachts trennt sich bei einer Dashcam die Spreu vom Weizen.


Im direkten Vergleich siehst du deutlich, wie viel besser der STARVIS 2 Sensor der teureren T800 ist. Wenn es wirklich dunkel ist, fängt der Sensor der A800SE an, unschöne Artefakte zu bilden – Klötzchen, die das Bild unbrauchbar machen können. Das kann im Fall der Fälle darüber entscheiden, ob der Unfallgegner ermittelt werden kann oder nicht. Bei der T800 passiert das nicht.
Tagsüber: Kaum ein Unterschied

Tagsüber ist der Unterschied kaum sichtbar. Beide Dashcams liefern hier ein wirklich sehr gutes Bild.
Die Innenraumkamera: Mein persönliches Highlight
Ein Feature der T800, das in meinen Augen ein absoluter Gamechanger ist, ist die Innenraumkamera.


Sie filmt in 1080p und verfügt über einen extrem guten Nightview-Modus. Selbst bei völliger Dunkelheit siehst du im Innenraum und aus den Seitenfenstern heraus messerscharf, was um dein Auto herum passiert.
Der Clou dabei: Die Abdeckung nach hinten und zu den Seiten ist durch diese Kamera so gut, dass ich mir das Verlegen des Kabels für die Heckkamera quer durchs ganze Auto komplett gespart habe! Ich nutze nur die Front- und Innenraumkamera und habe trotzdem fast alles im Blick. Die A800SE bietet diese geniale Option leider nicht.
70mai T800 und A800SE: Alle Specs im Überblick

Die Preis-Leistungs-Empfehlung: 70mai A800SE
Die A800SE ist mit weniger als 100 Euro das deutlich günstigere 4K-Modell. Für den Preis ist die Qualität tatsächlich sehr gut – bei Alltagstauglichkeit und Preis-Leistung schon deutlich näher an der Oberklasse, als man vielleicht denkt.
- Frontkamera: 4K-Auflösung mit Sony IMX415 Sensor
- Heckkamera: 1080p (Full HD)
- Ausstattung: Integriertes GPS und Wi-Fi 5
Das Premium-Modell: 70mai T800
Die T800 ist mit knapp 350 Euro das absolute Premium-Modell:
- Frontkamera: Echtes 4K mit dem Sony STARVIS 2 IMX678 Sensor
- Heckkamera: Ebenfalls echtes 4K – kein hochskaliertes Bild
- Innenraumkamera: 1080p mit Nightview. Die Abdeckung ist so gut, dass ich die Heckkamera gar nicht erst verbaut habe
- Ausstattung: Wi-Fi 6 für deutlich schnellere Downloads der großen 4K-Dateien auf das Smartphone
Kurz zur Verwechslungsgefahr: A800SE vs. A800S
Verwechsle die A800SE nicht mit der alten A800S ohne das „E“. Die alte S-Version hatte noch einen klassischen Lithium-Ionen-Akku – und genau das ist das Problem, das ich am Anfang beschrieben habe.

Eine Dashcam hängt im Sommer in der prallen Sonne, direkt hinter der Windschutzscheibe. Da entstehen locker 70 bis 80 Grad. Ein normaler Lithium-Ionen-Akku altert dort im Zeitraffer, bläht sich auf und kann im schlimmsten Fall Feuer fangen. Ich habe das bei meiner allerersten Dashcam selbst erlebt. Das will niemand im Auto haben.
Supercaps: Warum das der entscheidende Unterschied ist
Sowohl die T800 als auch die A800SE nutzen stattdessen Supercaps, also Superkondensatoren. Sie funktionieren problemlos von -40 bis +85 Grad Celsius – da macht ein normaler Akku längst schlapp.
Der wichtigste Punkt für eine Dashcam: Wenn es zu einem schweren Unfall kommt und die Stromzufuhr vom Auto abreißt, speichern Supercaps genau so viel Restenergie, dass der laufende Notfallclip noch sicher abgespeichert wird. Bei einem platten Akku bricht die Aufnahme genau im Moment des Aufpralls ab und die Datei ist korrupt. Mit Supercaps geht dieses Video nicht verloren. Und sie schaffen bis zu 500.000 Ladezyklen, während ein Lithium-Akku typischerweise bei 500 bis 1.000 endet.
Parkmodus und Hardwire-Kits
Beide Kameras haben einen Parkmodus, wenn man ein optional erhältliches Hardwire-Kit benutzt. 70mai bietet zwei Varianten: das UP06 für die direkte Verkabelung an der Autosicherung und das 4G Hardwire-Kit UP04, das zusätzlich einen kompletten Live-Fernzugriff auf die Kamera ermöglicht – du kannst vom Handy aus in Echtzeit sehen, was vor, hinter oder in deinem geparkten Auto passiert. Das UP04 funktioniert allerdings nur mit der T800.

Ich persönlich nutze aktuell keines davon, weil mir der Parkschutz den Einbauaufwand nicht wert ist. Aber wenn dein Auto regelmäßig draußen steht oder du einfach die Sicherheit haben möchtest, jederzeit nachschauen zu können, dann ist vor allem das 4G-Kit eine echte Überlegung.
App, Wi-Fi und Speicherkarte
Beide nutzen die 70mai App. Die Einrichtung ist unkompliziert und du kommst schnell an deine Videos. Ein wichtiger Unterschied: Die T800 hat Wi-Fi 6, die A800SE nur Wi-Fi 5. Bei 4K-Dateien, die schnell mehrere hundert Megabyte groß werden, merkt man das beim Download aufs Handy deutlich.
Ein 4K-Stream schreibt massiv Daten. Normale Micro-SD-Karten sind nach wenigen Monaten totgeschrieben. Zwingend notwendig sind High-Endurance-Karten mit V30 / U3 Schreibgeschwindigkeit.
Beide Kameras unterstützen Karten bis zu 512 GB. Bei der T800 liegt eine 512-GB-Endurance-Karte bereits im Karton. Bei der A800SE nicht – wer sich für das günstigere Modell entscheidet, muss noch eine schnelle Endurance-Karte dazukaufen, die je nach Größe nochmal 30 bis 60 Euro kostet. Das relativiert den Preisunterschied ein Stück weit.
Rechtslage in Deutschland
Dashcams mit Loop-Recording sind in Deutschland erlaubt. Die Kameras überschreiben die ältesten Aufnahmen automatisch, und der Bundesgerichtshof hat Dashcam-Aufnahmen als Beweismittel grundsätzlich zugelassen. Aufnahmen mit erkennbaren Gesichtern oder Kennzeichen solltest du trotzdem nicht einfach auf YouTube oder Social Media hochladen. Dazu gibt es ein sehr gutes Video von einem Verkehrsanwalt.
Beide Kameras haben außerdem ein Pre-Recording: Bei einem Aufprall werden auch die Sekunden unmittelbar vor dem Vorfall gesichert – bei der Beweisführung oft der entscheidende Faktor.
70mai Dashcam Vergleich: T800 vs. A800SE auf einen Blick
| Merkmal | 70mai A800SE | 70mai T800 |
|---|---|---|
| Preis | ~100 € (ohne SD-Karte) | ~350 € (inkl. 512 GB SD) |
| Frontkamera | 4K (Sony IMX415) | 4K (Sony STARVIS 2 IMX678) |
| Heckkamera | 1080p | 4K (Sony STARVIS 2 IMX678) |
| Innenraumkamera | Nein | Ja (1080p, Nightview) |
| Nachtsicht | Gut | Sehr gut |
| Akku-Typ | Supercap | Supercap |
| Wi-Fi | Wi-Fi 5 | Wi-Fi 6 |
| GPS | Ja | Ja |
| Sprachsteuerung | Eingeschränkt | Zuverlässig |
| 4G Parkmodus | Nein | Ja (mit UP04 Kit) |
| Speicherkarte | Nicht enthalten | 512 GB Endurance |
| Max. SD-Kartengröße | 512 GB | 512 GB |
Für wen lohnt sich welche 4K Dashcam?

Die T800 lohnt sich, wenn du die beste Nachtsicht willst – mit STARVIS 2 vorne und hinten hast du die definitiv. Wenn du echtes Dual 4K brauchst statt nur 1080p an der Heckkamera. Wenn dir Live-Fernzugriff über 4G beim Parken wichtig ist. Oder wenn du eine zuverlässige Sprachsteuerung willst.
Für mich persönlich war die Innenraumkamera der ausschlaggebende Punkt – kein Kabel nach hinten nötig, trotzdem alles im Blick. Ich behalte die T800 und sende die A800SE zurück. Und die Investition relativiert sich: Eine Dashcam bleibt erfahrungsgemäß fünf bis sechs Jahre im Auto.
Die A800SE ist die richtige Wahl, wenn du ein Budget-Limit hast, aber trotzdem echtes 4K an der Front willst und hauptsächlich tagsüber fährst.
Fazit: Mein Urteil nach dem 70mai Dashcam Test
Ich hoffe, dieser 70mai Dashcam Vergleich konnte dir ein paar Hilfestellungen geben, für welche der beiden Kameras du dich entscheiden solltest. Der Preisunterschied ist auf den ersten Blick groß – aber die teurere Kamera ist meiner Meinung nach die Investition wert, wenn du die Nachtsicht und das Dual-4K-System wirklich brauchst.
Falls du noch Fragen zu den beiden Dashcams hast, schreib sie gerne in die Kommentare. Ich beantworte so schnell wie möglich und kann auch auf Dinge eingehen, die ich hier nicht behandelt habe.
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