70mai T800 vs. A800SE: Lohnt sich der 200€ Aufpreis?

Viktor Dite, Autor des Beitrags

Von - Publiziert in auto-und-motor
Dipl. Informatiker und Tech-Blogger seit 2006.


Meine erste Dashcam wurde mit der Zeit zum Sicherheitsrisiko: Nach ein paar Jahren war der Lithium-Ionen-Akku aufgequollen, das Gehäuse hatte sich sichtbar verformt. Seitdem habe ich etliche Kameras durchprobiert. Die waren alle irgendwie total enttäuschend – zu groß, zu auffällig an der Scheibe, schlechte Bildqualität oder einfach unzuverlässig. Kameras, die beim Motorstart abgestürzt sind, sich aufgehangen haben oder deren Sprachsteuerung Glücksspiel war.

Alle Dashcams, die ich in den letzten Jahren durchprobiert habe
Alle Dashcams, die ich in den letzten Jahren durchprobiert habe

Bei der 70mai T800 und der 70mai A800SE war das zum ersten Mal anders. Beide sind extrem flach gebaut und von außen kaum zu sehen – das war mir bei meiner Wahl wirklich sehr wichtig. Die Sprachsteuerung der T800 reagiert in meinem Test zuverlässig. Deutsch unterstützt sie allerdings nicht: Laut Hersteller versteht die T800 Englisch, Chinesisch, Italienisch und Japanisch. Wie oft wollte ich unterwegs spontan etwas festhalten, einen Sonnenuntergang oder eine witzige Situation auf der Straße. Jetzt reicht ein englischer Sprachbefehl.

Aber lohnt sich die teurere T800 wirklich? Und welche der beiden gewinnt den direkten Bildvergleich? Letztendlich ist die Bildqualität das Wichtigste bei einer 4K Dashcam.

4K Dashcam Vergleich: 70mai T800 vs. 70mai A800se im Test

Timestamps

0:37 Erster Eindruck: Bauform & Auffälligkeit
0:43 Sprachsteuerung im Alltag
1:19 Bildvergleich bei Nacht – STARVIS 2 vs. Standard
1:50 Bildvergleich bei Tag
2:09 Preis-Leistung der A800SE
2:27 T800: Dual 4K, Innenraumkamera & Premium-Features
3:09 Wichtig: A800SE vs. alte A800S (Akku-Problem!)
4:08 Supercaps erklärt – Sicherheit bei Unfällen
4:59 Parkmodus & Hardwire-Kits (UP06 / UP04 mit 4G)
5:52 Micro-SD-Karten: High Endurance ist Pflicht
6:48 Fazit: Für wen lohnt sich welche Kamera?

TL;DR

  • 70mai A800SE: Das deutlich günstigere Modell mit solidem Tagesbild. Es bietet 4K vorne und 1080p an der optionalen Heckkamera, zeigt in meinem Vergleich nachts aber mehr Artefakte.
  • 70mai T800: Dual 4K mit STARVIS 2 vorne und hinten sowie einer zusätzlichen 1080p-Innenraumkamera. Bei Nacht lieferte sie in meinem Test das klar bessere Bild.
  • Beide: Superkondensator, GPS, App-Steuerung und Parkmodus mit einem kompatiblen Hardwire-Kit. 4G ist laut Hersteller bei beiden Modellen möglich; Verfügbarkeit und passendes Kit hängen von Markt und Version ab.
  • Fazit: Wer hauptsächlich tagsüber fährt und ein knappes Budget hat, ist mit der A800SE gut bedient. Für Dual 4K und die bessere Nachtsicht in diesem Vergleich ist die T800 die stärkere Wahl.

Nachts entscheidet sich alles

Nachts trennt sich bei einer Dashcam die Spreu vom Weizen.

70mai T800 vs 70mai A800SE im dunkeln
70mai T800 vs 70mai A800SE im dunkeln
70mai T800 vs 70mai A800SE im dunkeln bei Gegenlicht
70mai T800 vs 70mai A800SE im dunkeln bei Gegenlicht

In meinen Vergleichsaufnahmen siehst du deutlich, wie viel besser der STARVIS 2 Sensor der teureren T800 mit wenig Licht zurechtkommt. Die A800SE zeigt in der dunklen Szene sichtbare Blockartefakte, während die T800 Details sauberer abbildet. Ob ein Kennzeichen lesbar bleibt, hängt zusätzlich von Entfernung, Bewegung, Belichtung und Umgebungslicht ab.

Tagsüber: Kaum ein Unterschied

70mai T800 vs 70mai A800SE tagsüber
70mai T800 vs 70mai A800SE tagsüber

Tagsüber ist der Unterschied kaum sichtbar. Beide Dashcams liefern hier ein wirklich sehr gutes Bild.

Die Innenraumkamera: Mein persönliches Highlight

Ein Feature der T800, das in meinen Augen ein absoluter Gamechanger ist, ist die Innenraumkamera.

70mai t800 innenraum Kamera tagsüber
70mai t800 innenraum Kamera tagsüber
70mai t800 innenraum Kamera nachts
70mai t800 innenraum Kamera nachts

Sie filmt in 1080p und verfügt über einen extrem guten Nightview-Modus. Selbst bei völliger Dunkelheit siehst du im Innenraum und aus den Seitenfenstern heraus messerscharf, was um dein Auto herum passiert.

Der Clou für meinen Einsatz: Die Innenraumkamera deckt den Innenraum und Teile der Seitenfenster so gut ab, dass ich auf das Kabel zur Heckkamera verzichtet habe. Sie ersetzt eine nach hinten gerichtete Kamera aber nicht vollständig: Das Verkehrsgeschehen und Kennzeichen hinter dem Auto erfasst nur die separate Heckkamera direkt.

70mai T800 und A800SE: Alle Specs im Überblick

T800_Premium_Slide

Die Preis-Leistungs-Empfehlung: 70mai A800SE

Die A800SE ist das deutlich günstigere 4K-Modell. Der tatsächliche Preis hängt vom Set und von aktuellen Angeboten ab. Für ihre Preisklasse ist die Bildqualität bei Tag in meinem Test sehr gut.

  • Frontkamera: 4K-Auflösung mit Sony IMX415 Sensor
  • Heckkamera: 1080p (Full HD)
  • Ausstattung: Integriertes GPS und Wi-Fi 5

Das Premium-Modell: 70mai T800

Die T800 ist das deutlich teurere Premium-Modell:

  • Frontkamera: Echtes 4K mit dem Sony STARVIS 2 IMX678 Sensor
  • Heckkamera: Ebenfalls echtes 4K – kein hochskaliertes Bild
  • Innenraumkamera: 1080p mit Infrarot-Nachtsicht als dritter Kanal; sie ist kein vollständiger Ersatz für die separate Heckkamera
  • Ausstattung: Wi-Fi 6 für deutlich schnellere Downloads der großen 4K-Dateien auf das Smartphone

Kurz zur Verwechslungsgefahr: A800SE vs. A800S

Verwechsle die A800SE nicht mit der alten A800S ohne das „E“. Die alte S-Version hatte noch einen klassischen Lithium-Ionen-Akku – und genau das ist das Problem, das ich am Anfang beschrieben habe.

Aufgequollener Lithium-Ionen-Akku in einer Dashcam: Das passiert, wenn ein Lithium-Akku dauerhaft hinter der Windschutzscheibe hängt
Aufgequollener Lithium-Ionen-Akku in einer Dashcam: Das passiert, wenn ein Lithium-Akku dauerhaft hinter der Windschutzscheibe hängt

Eine Dashcam hängt im Sommer in der prallen Sonne, direkt hinter der Windschutzscheibe. Da entstehen locker 70 bis 80 Grad. Ein normaler Lithium-Ionen-Akku altert dort im Zeitraffer und bläht sich mit der Zeit auf – das Foto oben zeigt den Akku meiner allerersten Dashcam. So etwas will niemand im Auto haben.

Supercaps: Warum das der entscheidende Unterschied ist

Sowohl die T800 als auch die A800SE nutzen Superkondensatoren statt eines klassischen Lithium-Ionen-Akkus. Die zulässige Betriebstemperatur gilt immer für die komplette Kamera und nicht nur für den Kondensator. Für die T800 nennt 70mai einen Bereich von -10 bis +60 Grad Celsius.

Der Superkondensator stellt beim Abschalten kurz Restenergie bereit, damit die Kamera die laufende Datei sauber schließen kann. Wie zuverlässig das funktioniert, hängt trotzdem vom Kameradesign und vom Zustand der Stromversorgung ab. Für den Superkondensator der A800SE nennt 70mai bis zu 500.000 Ladezyklen; das ist eine Herstellerangabe, keine von mir gemessene Lebensdauer.

Parkmodus und Hardwire-Kits

Beide Kameras bieten einen Parkmodus mit einem kompatiblen Hardwire-Kit. 70mai führt sowohl die T800 als auch die A800SE als 4G-kompatibel. Mit dem passenden 4G-Hardwire-Kit sind je nach Markt und Tarif Funktionen wie Benachrichtigungen und Live-Zugriff möglich. Welches Kit zur jeweiligen Kameraversion passt, solltest du vor dem Kauf in der aktuellen Kompatibilitätsliste prüfen.

70mai Hardwire Kits
70mai Hardwire Kits

Ich persönlich nutze aktuell keines davon, weil mir der Parkschutz den Einbauaufwand nicht wert ist. Aber wenn dein Auto regelmäßig draußen steht oder du einfach die Sicherheit haben möchtest, jederzeit nachschauen zu können, dann ist vor allem das 4G-Kit eine echte Überlegung.

App, Wi-Fi und Speicherkarte

Beide nutzen die 70mai App. Die Einrichtung ist unkompliziert und du kommst schnell an deine Videos. Ein wichtiger Unterschied: Die T800 hat Wi-Fi 6, die A800SE nur Wi-Fi 5. Bei 4K-Dateien, die schnell mehrere hundert Megabyte groß werden, merkt man das beim Download aufs Handy deutlich.

4K-Daueraufnahmen belasten eine Speicherkarte durch das ständige Überschreiben. Ich empfehle deshalb eine High-Endurance-Micro-SD-Karte und habe in meinem Test Karten mit V30 / U3 verwendet. Entscheidend sind außerdem die aktuell vom Hersteller geforderte Geschwindigkeitsklasse und eine seriöse Bezugsquelle.

Beide Kameras unterstützen Karten bis zu 512 GB. Beim T800 Premium Set liegt eine 512-GB-Endurance-Karte bei. Bei der A800SE hängt der Lieferumfang vom gewählten Set ab; die Einzelkamera wird ohne Karte verkauft, andere Bundles enthalten eine Speicherkarte. Vergleiche deshalb den konkreten Lieferumfang und nicht nur den Kamerapreis.

70mai Dashcam Vergleich: T800 vs. A800SE auf einen Blick

Merkmal 70mai A800SE 70mai T800
Preis Deutlich günstiger; abhängig vom Set Deutlich teurer; Premium Set mit 512 GB SD
Frontkamera 4K (Sony IMX415) 4K (Sony STARVIS 2 IMX678)
Heckkamera 1080p 4K (Sony STARVIS 2 IMX678)
Innenraumkamera Nein Ja (1080p, Nightview)
Nachtsicht Gut Sehr gut
Akku-Typ Supercap Supercap
Wi-Fi Wi-Fi 5 Wi-Fi 6
GPS Ja Ja
Sprachsteuerung Englisch und Mandarin Englisch, Chinesisch, Italienisch und Japanisch
4G Parkmodus Ja, mit kompatiblem Kit Ja, mit kompatiblem Kit
Speicherkarte Abhängig vom Set 512 GB Endurance im Premium Set
Max. SD-Kartengröße 512 GB 512 GB

Für wen lohnt sich welche 4K Dashcam?

Wann lohnt sich die T800? Das Premium-Gesamtpaket im Überblick
Wann lohnt sich die T800? Das Premium-Gesamtpaket im Überblick

Die T800 lohnt sich, wenn dir die in meinem Vergleich bessere Nachtsicht wichtig ist oder du echtes Dual 4K statt 1080p an der Heckkamera brauchst. Ihre Sprachsteuerung reagierte zuverlässig, funktioniert aber nicht auf Deutsch. 4G ist kein exklusiver T800-Vorteil, denn 70mai führt auch die A800SE als 4G-kompatibel.

Für mich persönlich war die Innenraumkamera der ausschlaggebende Punkt. Ich verzichte in meinem Auto auf das Kabel nach hinten, nehme damit aber bewusst in Kauf, dass die Innenraumkamera eine echte Heckansicht nicht vollständig ersetzt. Ich behalte die T800 und sende die A800SE zurück.

Die A800SE ist die richtige Wahl, wenn du ein Budget-Limit hast, aber trotzdem echtes 4K an der Front willst und hauptsächlich tagsüber fährst.

Fazit: Mein Urteil nach dem 70mai Dashcam Test

Ich hoffe, dieser 70mai Dashcam Vergleich konnte dir ein paar Hilfestellungen geben, für welche der beiden Kameras du dich entscheiden solltest. Der Preisunterschied ist auf den ersten Blick groß – aber die teurere Kamera ist meiner Meinung nach die Investition wert, wenn du die Nachtsicht und das Dual-4K-System wirklich brauchst.

Falls du noch Fragen zu den beiden Dashcams hast, schreib sie gerne in die Kommentare. Ich beantworte so schnell wie möglich und kann auch auf Dinge eingehen, die ich hier nicht behandelt habe.

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