Quo Vadis Podcast?

Ich bin ein treuer Podcast Hörer. Ich höre sehr viele Podcasts, weil ich sehr viel unterwegs im Auto bin, täglich zwei Stunden ungefähr. Es gibt ein gemeinsames Problem bei allen Podcasts, die ich bisher gehört habe. Egal ob die Podcasts aus Amerika, England, Deutschland oder aus Australien kommen. Das Problem des Formats Podcast ist einfach, dass die Kommunikation tatsächlich one to many ist. Podcasts sind halt dafür nicht gedacht eine Kommunikation herzustellen, sondern nur quasi wie beim TV oder beim Radio den Leuten zu broadcasten.

Hier einen neuen Weg zu finden, wo man mit Hilfe eines Podcasts tatsächlich auch zur Kommunikation beitragen kann, das ist für mich tatsächlich sehr interessant. Alle Podcasts die ich kenne, alle Podcasts die ich höre, sind zwar so gestrickt, dass man als Hörer darauf antworten kann, soll. Ist auch gewünscht. Aber wenn man sich dann die Libsyn Sites dazu ankuckt oder die Podcast Host Sites, sei es irgendwie im Blog oder etc, etc, dann finden dort quasi kaum Kommentare statt. Und wenn, dann wird vom Podcasts Host wenig dazu beigetragen, dass diese Kommentare in einer Konversation ausarten.


Ich warne Dich ☺️ Der nachfolgende Text ist eine Transkription des Soundcloud Audiofiles und wurde von mir nicht nachbearbeitet. Höre Dir also lieber das Audiofile an 👆

Weg vom Broadcast hin zu einer Konversation

Die Idee wäre einen neuen Kanal für Podcaststreaming zu nutzen, so dass dieser Kanal tatsächlich erlaubt eine Art Kommunikation nach den Podcasts anzuregen. Kürzere Audiofiles, definitiv kürzere Audiofiles. Ein Thema pro Audio beispielsweise. Gar nicht viele Themen. Kein 20 oder 30 Minuten oder 1 Stunde langer Podcast, sondern tatsächlich nur ganz kurze Fragmente an Audios, und diese dann zu veröffentlichen, um eine Kommunikation herzustellen.

new era podcasting

Der Trend in den Medien geht weg von einer One-to-Many Kommunikation hin zu einer Many-to-Many Kommunikation.

Die Medienlandschaft geht ja mehr und mehr aus Richtung Broadcasts durch Social Media und durch andere Möglichkeiten mit der Zielgruppe in Kontakt zu treten, in die Richtung, dass many to many Kommunikation entsteht. Zumindest, dass der Rückkanal absolut inclusive oder involviert wird.

Der typische Podcast ist ja ein Broadcast von einer Person, die etwas zu erzählen hat an mehrere Personen, die sich dafür interessieren. Diese mehreren Personen, die sich dann dafür interessieren, sollen aber in die Diskussion involviert werden. Das Audio des Podcasts soll eben nur dazu anregen, eine Diskussion daraus zu starten. Wie ein kurzes Posting auf Facebook in Textform, oder ein kurzes Video auf Youtube mittlerweile auch schon viele machen.

Insta und Facebook Stories

Es gibt viele Youtuber, es gibt viele Instagramer, die mit Stories oder mit ihren Videos eigentlich nichts mehr machen, als die Leute anzuregen, zu einem bestimmten Thema eine Konversation zu starten. Also beispielsweise auf Youtube tatsächlich, dass man mit Videos zurück antwortet auf eine bestimmte Frage – live. Dass man mit Instagram Stories die Leute soweit bringt, dass sie selbst eine Story auf eine Story machen.

Die Kids kommunizieren heute nur noch über zeitversetzte Telefonie

Die Kids heutzutage, die chatten ja gar nicht mehr. Wenn man sich das mal ankuckt was als deren digitale Kommunikation vornehmlich gewählt wird, ist dass sie Audio Messages hin und herschicken. Auch ein System wie Whatsapp und andere Chatsysteme nutzen sie nicht mehr in Schrift-, sondern nur noch in Audioform. Es soll sogar WhatsApp und Facebook Messenger Gruppen zum Thema Marketing geben in der sich Teilnehmer über Audio austauschen – angeleitet von einem Moderator. Das ist wie telefonieren, nur dass jeder sich aussuchen kann, wann er die Nachricht hört und wann er antwortet.

Individuelle Konversation: Die Werbeform der Zukunft?

In einem Podcast, den ich aus Australien höre, wird immer wieder erwähnt, dass Messenger Ads demnächst wirklich sehr wichtig werden. Auch dass die Zielgruppenreichweite über Messenger eigentlich die Zukunft ist.

Also beispielsweise, dass du keine Ads mehr auf der Timeline von Facebook postest, sondern in die Messenger reinpostest, so dass aus diesen Ads dann wirklich eine echte Kommunikation entstehen kann. So dass die Leute nicht mehr auf einen Link klicken, sondern auf eine Konversation klicken. Die Konversation aus der Ad kann dann tiefgründiger sein kann als die Ad selbst, als die Landingpage dahinter.

Auf diese Weise, weil es einfach tiefgehender ist, und wie eine persönliche Beratung ist, dann tatsächlich auch zu mehr Conversion führt, auch wenn es aufwändiger ist im ersten Schritt. Du musst ja dann dir wirklich Zeit nehmen, manuell oder individuell auf die Anfrage antworten, und, und, und. Das ist definitiv wesentlich aufwändiger als one to many und Broadcasting.

Effektivere, persönlichere Ads

Soll aber wesentlich mehr auch bringen. Wenn Du sonst immer einen Ad Spend von 500 Euro hattest, einen Reach von 10.000 Leuten und hattest dann eine Conversion Rate von 20%. So soll es in diesen Messenger Ads tatsächlich sein, dass Du für die 500 Euro zwar den selben Reach bekommen hast. Aus diesem Reach dann aber weniger in den Messenger gegangen sind, aber all die dann quasi von Dir in dem Messenger beraten wurden auch gekauft haben. Daraus resultiert dann eine Conversion Rate von 50-70%, von denen die eine Interaktion ausgelöst haben – geschätzt. Sprich, die auch etwas gekostet haben.

Das ist eben die interessante Idee dahinter gewesen, warum ich mir überhaupt Gedanken gemacht habe zum Thema Podcasts. Weg von Broadcasting, von one to many hin zu Kommunikation erschaffen. Das ist auch wirklich sehr sehr schade an vielen Podcasts.

Der Nachteil an Broadcast

Du hörst Dir eine Stunde jemanden an und hast dann zigtausend Fragen im Kopf, oder zigtausend Anmerkungen im Kopf, die du mit in das Thema einwerfen möchtest. Dann schreibst du im glücklichen Falle irgendwo auf Libsyn einen Kommentar oder irgendwo auf Facebook zu der Promotion einen Kommentar und dann kommt halt nichts zurück. Die wenigsten bieten überhaupt einen Facebook Kanal zu ihrem Podcast an, wo man sich auch dazu äußern kann zu dem Podcast.

Der Rückkanal, wie gut ein Podcast gewesen ist, der ist ja schon mal wichtig. Der ist ja auch da. Die Leute verbessern ihren Podcast dadurch. Aber das ist immer noch so oberlehrerhaft. Ich habe euch etwas zu erzählen, setzt euch hin meine Kinder und hört gut zu. Das ist irgendwie so langweilig.

Das Interessante an einer Many-to-Many Konversation

Besser wäre es doch in einem Podcast quasi so zu verfahren, als ob man in einen Raum kommt mit einer Gruppe, und sagt: “Okay, liebe Leute. Ich habe jetzt hier dieses Thema, ich möchte jetzt über dieses Thema sprechen. Wer möchte denn mit mir darüber zusammen diskutieren?”

Sagst dann in einer kurzen Sequenz, lass es 15 Minuten sein, erläuterst das Thema, erläuterst die Hintergründe, warum du darüber sprechen möchtest, was du dir darunter vorgestellt hast, was deine Gedanken sind und lässt dann die Möglichkeit, dass die Leute darauf reagieren, dass die Leute darauf antworten, dass die Leute dir Feedback geben, den du haben wolltest.

Also wirklich eine entzerrte, dezentralisierte Kommunikation anhand einer podcastähnlichen Struktur. Die Leute sollen zeitversetzt auch mit Audios darauf antworten können, die Leute sollen mit Text darauf antworten können, die Leute sollen mit Video darauf antworten können. Also wirklich wie es ihnen gefällt, in die ganze Kommunikation mit einsteigen und im Moment ist das Medium der Wahl tatsächlich wohl ein Messenger.

Es ist in diesem Fall egal, welcher Messenger, das muss eine Art unified Messenger sein, der mit mehreren Accounts benutzt werden kann (Disqus?), wo ich mich mit meinem Instagram-Account anmelden kann, wo ich mit meinem Facebook-Account mich anmelden kann, wo ich mit einem Snapchat-Account mich anmelden kann und oder und…

Alles was Du brauchst ist in Deinem Smartphone bereits integriert

Jeder hat ein Smartphone in der Hand, jeder weiß, wie er Audio mit dem Smartphone aufnimmt und jeder weiß, wie er ein kurzes Video mit dem Smartphone aufnehmen kann und das kann man wunderbar in den Messenger posten und auch dann sich an der Kommunikation beteiligen.

Ich finde die Idee eigentlich gar nicht mal so schlecht, hier wirklich von einem Broadcasting herauszugehen in einen Messenger-like Stil für Audio-Formate oder für Podcast-Formate zu gehen, um eine Kommunikation anzuregen und nicht auf dem Status zu verweilen, dass hier wirklich jemand wie ein Lehrer an die Menge spricht, das ist irgendwie langweilig. Das macht jeder, da kannst du nicht mit einem neuen Podcast aufwarten und sagen: “Okay, jemand wird sich meinen Podcast auch anhören”.

Natürlich muss man das unter Libsyn auch verteilen, das Audio-Format, dass das einfach in allen Netzwerken da ist, aber als URL zurück oder wie man das auch gerne nennt, Host vom Podcast, nimmst du eine Messenger-URL, wo du dich dann da drin anmelden kannst und zu diesem Thema, zu diesem Hub-Content etwas beitragen kannst.

Dann nimmt der Podcastbetreiber, der Host, diese Information mit auf, erweitert dann das Audio mit den neuen Erkenntnissen, fasst das nochmal zusammen wie ein Gesprächsmoderator das eben auch tut, stellt das wieder online, stellt das wieder zur Diskussion und dann geht es weiter. Dann gibt es wieder Feedback, dann gibt es Kommentare, dann gibt es eine Diskussion, dann fasst man das wieder zusammen, setzt da die neuen Erkenntnisse wieder in die Welt rein und irgendwann mal mag die Kommunikation da vielleicht aufhören.

Irgendwann mal wird sicherlich dann natürlich auch ein neues Thema kommen, aber dieser Kanal, der dort entsteht, der wird nicht abflachen. Das heißt, die Kommunikation kann dort in diesem Kanal einfach weitergehen, so wie bei Slack zum Beispiel. Es gibt bei Slack einzelne Themen und wenn ein neues Thema aufploppt, dann wird ein neuer Thread erstellt, aber der alte Thread geht dadurch nicht verloren, der alte Thread lebt weiter. Die Leute, die im alten Thread mitgemacht haben, werden dadurch, dass es ein neues Thema gibt, nicht abspringen und es ist so ein bisschen auch das Problem an einer Podcast-Folge, sobald es eine neue Podcast-Folge gibt, bricht zumindest der iTunes-Podcast-Player nach drei oder vier Folgen die Anzeige ab und du siehst die alten Folgen gar nicht mehr.

Das heißt, allein schon strukturell ist es so, dass hier tatsächlich auch Themen, die von vor drei Monaten gewesen sind, für die Leute gar nicht mehr interessant sein sollen, obwohl sie vielleicht für denjenigen, der sich das gerade anhört genauso interessant sind. Nur weil es vor drei Monaten aufgenommen wurde, heißt es ja nicht, dass das jetzt nicht mehr relevant ist und dass ich nicht mehr an der Diskussion teilnehmen möchte als Hörer. Wenn ich es jetzt erst entdeckt habe, warum nicht? Warum soll ich dann nicht einfach hingehen können und sagen: “Okay, ich möchte jetzt immer noch am Thema mit sprechen”.

Ich bin gerade dabei, etwas neues aufzubauen, das ist jetzt der allererste Test, das wird tatsächlich die allererste Folge werden, ich bin mir noch nicht ganz sicher, welches Medium ich dafür wähle, welchen Kanal ich dafür wähle. Mal sehen, ob das überhaupt möglich ist, ich werde es mal ausprobieren.

Was hältst du denn davon überhaupt? Ist es etwas neues, was für dich relevant, interessant wäre, oder ist es etwas, was die Welt nicht braucht?

[laughs] Ja, genau. Probieren wir es doch mal. Ich werde diese Folge verteilen und gucken, ob tatsächlich in dem neuen Stil auch irgendwelche Kommentare, Feedbacks oder ob hier eine Kommunikation daraus entsteht.

Lass uns darüber reden!

So, und jetzt kannst Du hoffentlich in diesem eingebetteten Facebook Post in Deiner priorisierten Form Dich zur Idee äußern, wenn Du magst…

Es gibt ein gemeinsames Problem bei allen Podcasts, die ich bisher gehört habe. Egal ob die Podcasts aus Amerika,…

Posted by Viktor Dite on Friday, March 16, 2018

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