Sicher surfen für Anfänger: Diese Punkte sind wichtig

Man könnte glauben, das Internet sei längst für viele ein täglicher Helfer. Dem ist jedoch nicht so, denn tatsächlich boomen die Kurse, in denen Verbraucher den Umgang mit dem Internet lernen. Gerade Senioren fragen solche Kurse immer häufiger an oder versuchen sich selbst daran, sich genauer mit Computern und dem Surfen zu befassen. Wer das macht, der sollte natürlich die wichtigsten Regeln und die Tücken kennen. Dieser Artikel verrät, welche das sind.

Abbildung 1: Wer beim Surfen im Netz die Basics beachtet, kann das Sicherheitsniveau zumindest schon einmal anheben. Bildquelle: @ Antonio Guillem / 123rf.com

Die Basics: Vernünftige Software

Das Wichtigste für jeden Internetsurfer ist tatsächlich die Software. Einiges davon hängt massiv mit der eigenen Hardware zusammen, denn wird diese nicht in Schuss gehalten, so ergeben sich direkt Sicherheitslücken. Grundsätzlich gilt:

  • Betriebssystem – unabhängig davon, ob über das Smartphone, ein Tablet oder einen Labpot gesurft wird, das Betriebssystem muss immer auf einem neuen Stand sein. Das bedeutet, dass die automatischen Updates nicht ausgeschaltet werden dürfen. Zugleich muss einem Gerät, wenn es einige Zeit nicht angeschaltet war, Zeit gegeben werden, sich zu updaten. Tipp: Das Update manuell starten verkürzt die Wartezeit.
  • Programme zum Surfen – auch der Browser sollte immer auf dem aktuellen Stand sein. Viele Browser integrieren bereits Sicherheitsmaßnahmen, die jedoch nur wirken können, wenn sie nicht veraltet sind. Auch hier gilt: Automatische Updates einstellen, alternativ regelmäßig nachprüfen, ob eine neue Version verfügbar ist.
  • Virenschutz – auf jedem Gerät sollte ein Virenschutz installiert werden. Ob die Windows-internen Lösungen genügen, kann nicht eindeutig entschieden werden, diesbezüglich gehen selbst die Expertenmeinungen auseinander. Virenschutzprogramme und Internetsecurity bieten jedoch weitere Schutzfaktoren. Nicht nur räumen sie die Festplatte auf, sie helfen auch beim Management von Passwörtern, bieten sichere Suchfunktionen und Hinweise beim Suchen über Suchmaschinen, ob eine Webseite sicher ist. Aber auch hier gilt: Es müssen täglich Updates durchgeführt werden. Diese funktionieren automatisch. Sollte das Gerät jedoch einige Tage ungenutzt bleiben, muss vor dem Surfen der Virenschutz aktualisiert werden.

Für Laien sind Virenschutzprogramme mit integrierter Firewall am einfachsten. Die Voreinstellungen sind auf den ungeübten Nutzer ausgelegt, sodass Surfeinsteiger keine eigenen Entscheidungen treffen müssen. Dies ist wichtig, denn ein Programm, welches ständig Warn- oder Informationsmeldungen herausgibt, verunsichert unbedarfte Nutzer gerne.

Richtiges Verhalten ist Gold wert

Während die Programme das Sicherheitsnetz darstellen, ist das eigenen Verhalten die Halterung, an dem das Netz befestigt ist. Kein Sicherheitsnetz schützt vor dem Sturz auf den Boden, wenn der Fallende das Netz im Sturz mit einem Messer durchtrennt. Aber auf was sollten Nutzer achten?

  • Allgemeine Vorsicht – die wichtigste Regel ist, dass nichts im Internet umsonst ist. Letztendlich bezahlt jeder mit gewissen Informationen, deren Übertragung sich steuern lässt. Webseiten, die unglaubliche Dienste oder Produkte versprechen, sind grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen.
  • E-Mails – hier gilt es, immer besondere Vorsicht walten zu lassen. Die meisten Menschen erhalten überproportional viele Werbemails. Dieser Spam ist gefährlich, denn es können sich in Anhängen Viren und Trojaner verstecken, auch Links in den Mails führen gerne zu gefährlichen Seiten. Gerade ältere Menschen werden zudem mit Flirt-Mails beglückt. An dieser Stelle gibt es eine weitere Gefahr, denn reagieren die Empfänger darauf, so können sie schnell auf Betrüger hereinfallen.
  • Zweit-E-Mail – es empfiehlt sich, seine E-Mails voneinander zu trennen. Es gibt eine echte E-Mail, die jedoch nur für offizielle Zwecke und echte persönliche Kontakte genutzt wird. Sie kann beim Stromanbieter und dem Schwiegersohn hinterlegt werden, nicht aber bei Facebook. Für alles andere wird eine zweite E-Mailadresse angelegt. Diese hat keinerlei Hinweise auf die Person des Nutzers: Kein Name, kein Geburtsdatum, keine Region. Mit dieser Adresse können nun Internetanwendungen genutzt werden.
  • Passwörter – es sollte niemals ein Passwort für alles genutzt werden. Natürlich darf die Relevanz gewertet werden. Wichtige Seiten erhalten jeweils ein besonderes Passwort, »Scherz-Anwendungen« ein anderes. Wer fürchtet, die Passwörter zu vergessen, der kann den Passwortmanager seines Virenschutzprogrammes nutzen. Ob Passwörter regelmäßig gewechselt werden sollten, ist umstritten. Sicher ist, dass das Passwort immer gewechselt werden muss, wenn es zu Auffälligkeiten kam.

Besonders wichtig ist, niemals auf E-Mails von Versicherungen, Banken oder anderen Institutionen zu reagieren, insbesondere dann nicht, wenn in ihnen auf Sicherheitslücken oder einen Log-in hingewiesen wird. Gerade Banken versenden Post nur über das Online-Banking-Center oder per Post.

Für mehr Anonymität: Surfen per VPN

Um seine Daten gerade unterwegs besser zu schützen, ist ein VPN angeraten. Dieses virtuelle, private Netzwerk bildet praktisch eine Blase, die an der Schutzmauer zum offenen Internet anschließt. In der Blase befinden sich alle VPN-Zugänge, deren Daten auf verschiedenen Wegen innerhalb der Blase zur Mauer transportiert werden. Kommen sie dort an, sind sie nicht mehr einer Person zuzuordnen. Erst nun gelangen sie durch die Mauer in das eigentliche Internet. Die Privatsphäre wird somit durch die fehlende Zuordnung geschützt. Was sehr kompliziert klingt, ist kinderleicht:

  • Anbieter – spezielle Anbieter stellen simple Programme zur Verfügung, die das VPN kostenlos anbieten. Sie lassen sich sowohl auf einem Laptop als auch auf dem Smartphone verwenden. Je nach Anbieter wird eine monatliche Gebühr fällig. Diese professionellen Lösungen sind die Sichersten, zumal sie sich gerade an professionelle Anwender richten.
  • Zweitlösung – einige Virenschutzabonnements integrieren ein VPN. Diese Angebote sind jedoch abhängig vom Virenschutz und können nur auf mehreren Geräten genutzt werden, wenn auch der Virenschutz die notwendigen Lizenzen dafür bietet.

Zu Hause ist es übrigens wichtig, den Router für das WLAN zu sichern. Nicht allein das Passwort muss sicher sein, auch sollte die Reichweite eingeschränkt werden. Diese lässt sich leicht mit dem Smartphone prüfen: Wie lange bleibt das Gerät im WLAN eingewählt, bis es auf das mobile Netz umspringt? Das WLAN sollte nicht großartig über die Haustür hinwegreichen.

Abbildung 2: Mit einem VPN lässt sich anonymes Surfen durchaus realisieren – doch auch hier sollten die Anbieter genauer unter die Lupe genommen werden. Bildquelle: @ prykhodov / 123rf.com

Fazit – aufpassen und sicher surfen

Sicherlich hört man immer von den großen Gefahren des Internets, doch wer aufpasst, der wird auch als Laie einigermaßen sicher surfen können. Voraussetzungen sind aktuelle Software und Achtsamkeit im Umgang mit E-Mails, Messengern und Webseiten. Zusätzlich kann auch die Nutzung eines VPN, sofern sensible Daten unterwegs übermittelt werden sollen, sehr sinnvoll sein. Doch nicht jede technische Lösung ist am Ende wirklich hilfreich, so dass sich Nutzer stets genau informieren sollten.

Autor: Viktor Dite

Veröffentlicht am: 04.02.2020

Letztes Update: 18.02.2020

Kommentare sind geschlossen.