Günstige Drohne mit Gimbal und GPS für weniger als 300 EUR

Was ist die beste Einsteiger Drohne mit Gimbal und GPS für weniger als 300 EUR? Wenn Du nicht gerade mit einer teuren DJI Spark, DJI Mavic oder Parrot Anafi in die Welt der Quadrocopter starten möchtest, dann gibt es durchaus Alternativen. 300€ war mein dafür maximal gesetztes Budget – alles darüber hinaus würde sich nicht lohnen, denn dann würde ich zur DJI Spark greifen. Auf der Suche sind mir viele Drohnen begegnet, die in Frage kommen – aber nur wenige haben mich überzeugt. Ich teile mit Dir alle Drohnen, die ich auf dem Weg zum Ziel gefunden habe und kommentiere jeweils die Vor- und Nachteile im Vergleich. Ich hoffe Dir als Einsteiger damit den Entscheidungsweg zu verkürzen.

Drohne mit Gimbal und GPS

Hubsan Zino

Hubsan Zino
Mein Favorit. Ich habe diese Drohne noch im Test. Bisher schlägt sie die Fimi A3 in der Bildqualität. Wahrscheinlich werde ich mich für diese Drohne entscheiden.

  • Max. Geschwindigkeit: 9.5m/s (laaaangsam, egal ob in GPS Mode oder Sport Mode) – Im Vergleich: die Fimi A3 fliegt 18m/s (64km/h)
  • Theoretische Kamera Auflösung: 4k (reell rechnest besser mit 1080p)
  • faltbare Beine und Propeller. Passt samt Zubehör in eine wirklich kleine Tasche (inklusive).
  • Kamera: 4k Videoaufnahmen. Wobei ich Dir ehrlichgesagt dazu rate in 1080p aufzunehmen, da hier die Videoqualität besser wird!
  • Sehr gut funktionierender 2-Achsen Gimbal. Bei anderen getesteten Drohnen blieb der Gimbal im Flug öfters „hängen“ oder zeigte den Horizont schief. Bei der Hubsan Zino ist mir das noch nicht passiert.
  • Flugzeit: Nach 18 Minuten Flugzeit liegt der Akku noch bei 20% Akkulaufzeit.
  • Return To Home On Low Battery: Die Hubsan Zino Drohne leitet einen automatischen „Return to Home“ bei 20% Akkulaufzeit ein, den man aber ablehnen kann.
  • Foto Auflösung: Aufnahmen in 3840 × 2160px
  • NFZ Hinweise in Karte, jedoch keine NFZ Regulierung. Halte Dich aber dennoch bitte an die DFS Regeln (Deutsche Flugsicherheit – gibts auch als App „DFS Drohnen“)
  • Kann mit Zubehör von der DJI Mavic Pro benutzt werden
  • Gimbal Schutzkappe inklusive. Bei anderen Drohnen teilweise nur als individuelles 3D-Print erhältlich. Beim Transport des Quadrocopter aber sehr wichtig!
  • Günstig: Aktuell gibt es die Hubsan Zino neu bei Ebay für 284 EUR

Hubsan Zino günstig

  • Fernsteuerung: Die Steuerung der Hubsan Zino ist unpräzise und sehr weich. Die Dosierung der Beschleunigung ist relativ schlecht möglich. Du kannst zudem schlecht abschätzen wo sich Deine Finger genau befinden. Passiert öfters, dass die Zino deswegen seitlich abdriftet. Ich würde damit nicht durch engere Passagen durchfliegen wollen.
  • Reichweite: Sowohl bei mir als auch bei anderen Youtubern lässt sich immer wieder ein seltsames Phänomen erkennen. Die Zino verliert absolut unerklärlich bei völlig freier Sicht die Verbindung zur Steuerung – und das obwohl der Controller vorher mit 3/3 Balken angezeigt wird. Wie auch immer: Die Maximalreichweite, die ich mit dem Quadcopter erreichen konnte lag bei etwa 700m.

Detaillierter Test der Hubsan Zino »

Xiaomi Fimi A3

Xiaomi Fimi A3

  • Max. Geschwindigkeit: 18m/s
  • Theoretische Kamera Auflösung: 1080p
  • Getestete maximale Flugdauer: 16 Minuten
  • Sehr schnell und äußerst wendig: 18m/s (64km/h) – fast wie eine FPV Racing Drohne – macht wirklich Spaß – besonders im FPV Mode verhält sich die Drohne dann ähnlich einem (RC) Flugzeug. Keine andere Drohne im Vergleich war nur annähernd so schnell wie die Fimi A3.
  • Starke Motoren und große Rotoren: selbst 15km/h Windgeschwindigkeit können der Stabilität der Drohne nichts anhaben. Sie fliegt stets sicher und präzise.
  • Du kannst an der Fernsteuerung einen externen Monitor oder eine FPV Brille anschließen
  • Die Fernsteuerung ist sehr präzise und lässt sich gut dosieren.
  • Fixed Wing Mode: In diesem Smartflight Modus verhält sich die Drohne wie ein Papierflieger. Damit kannst Du echt gute Videos Deiner Umgebung machen, die anders aussehen als die typischen Drohnen-Videos.
  • Lässt sich einfach öffnen und reparieren. Besonders praktisch, wenn Du sie mal in einen 20m hohen Baum crashst und sie Dir dann – wie mir – schnurstracks auf den Boden fällt.
  • FPV Mode: Der Gimbal lässt sich so einstellen, dass die Kamera horizontal nicht ausgeglichen wird (FPV Mode). Damit kannst Du sie sehr gut mit einer Videobrille fliegen und die tasächliche Lage der Drohne besser abschätzen.
  • Regelmäßige Firmware Updates mit wirklich guten Verbesserungen.
  • Keine NFZ Regulierung. Halte Dich aber dennoch bitte an die DFS Regeln (Deutsche Flugsicherheit – gibts auch als App „DFS Drohnen“)
  • Günstig: Aktuell gibt es die Fimi A3 in DE für 298 EUR

Fimi A3 Drohne auf eBay

  • Akkulaufzeit: Fliegt max 16 Minuten bei moderatem Flug. Im Sportmode nur 8 Minuten (bei Vollgas)
  • Meldet einen schwache Akku nur optisch. Du musst beim Fliegen also häufiger auf das Display achten, da Du sonst evt. die Drohne nicht mehr rechtzeitig zurückholen kannst.
  • Landet bei schwachem Akku einfach dort, wo sie sich gerade befindet (auch über Wasser bspw.)
  • Der Kontrast des eingebauten Displays im Controller ist ein Witz. Selbst im Schatten kann man darauf kaum etwas erkennen, wenn die Kamera auf +-0EV eingestellt ist. Deswegen sieht man so viele überbelichtete flaue Bildqualität von der Fimi A3 – der Pilot wollte einfach sehen wohin er fliegt und hat den EV Regler auf +EV1.0 oder sogar +EV1.3 gestellt – für die Videoqualität ist das aber katastrophal! Es gibt aber auch eine Lösung: externer Bildschirm (70€) oder eine FPV Brille (80€) – beides lässt sich am Controller anschließen.
  • Reichweite: suboptimal. Das Display hat sehr früh starke Störungen so dass ein ausrichten der Kamera dann nicht mehr möglich ist. Meine maximale Reichweite lag dabei bei etwa 500m – dann musste ich aus Mangel an Sicht den Return To Home Mode des Quadcopter aktivieren.
  • Die Drohne hat ein sehr großes Transportmaß und lässt sich damit von allen getesteten Drohnen am schlechtesten mitnehmen.

Detaillierter Test der Xiaomi Fimi A3 »

JJRC x9 Heron

JJRC X9 Heron Drohne

Eine kleine aber nicht faltbare Drohne mit sehr guten Flugeigenschaften. Sie fliegt sehr windstabil und weit ohne Bildaussetzer zu bekommen. Sie kommt zudem selbsständig zurück, wenn der Akku leer wird. Damit kannst Du sie beruhigt auch über Wasser fliegen.

Eine sehr geile Drohne, die jedoch eine sehr schlechte Kamera (Software) hat. Hätte JJRC hier doch etwas mehr Leistung reingesteckt, dann wäre das die geilste Drohne unter 300 EUR!

  • Max. Geschwindigkeit: 10m/s
  • Theoretische Kamera Auflösung: 1080p
  • Getestete maximale Flugdauer: 20 Minuten
  • Return To Home On Low Battery: Einfach genial! Die Drohne weiß immer wie lange Sie zum Startpunk braucht und leitet selbstständig eine Rückkehr ein, wenn der Akku zu schwach wird. Wie viele Videos habe ich bereits gesehen, wo eine Drohne es nicht mehr geschafft hat zurück zu kommen und auf irgendeiner kleinen Insel gelandet werden musste um nicht im Wasser zu landen.
  • Sehr gute Akkulaufzeit: echte 20 Minuten Flugzeit (getestet) – danach landet sie selbstständig.
  • Kommt sehr gut mit Wind aus jeglicher Richtung zurecht
  • Die Fernsteuerung mutet sehr billig an, ist aber durchaus präzise, so dass Du damit auch durch engere Passagen sicher durchfliegen kannst.
  • Reichweite: weiter als 700m nicht getestet. Hier war nur das Bild etwas ruckelig aber der Quadcopter blieb absolut normal steuerbar.
  • Schlechteste Kamera Leistung im Favoriten-Vergleich: Die Videos sind völlig überschärft. Das Bild sieht aus, als wäre es nachgezeichnet worden.
  • Sehr schlechter Support. Keine Firmware Updates. Meine getestete Drohne hatte eine Firmware, die schon 4 Generationen alt war. In der Zeit hat sich sicher viel getan. Ich konnte aber die Firmware nicht aktualisieren. Es ist also Glück, welche FW Version Du geliefert bekommst.

Detaillierter Test der JJRC x9 Heron »

JJRC x9p

Die JJRC x9 Heron hat ein Update bekommen, in dem genau das beschriebene Problem der x9 behoben wurde. Die JJRC x9p hat jetzt eine wesentlich bessere Kamera mit wesentlich besserem Bild. Alles andere ist gleich geblieben. Genau was ich mir gewünscht habe!

Die JJRC x9p gibt es hier für nur 199 EUR

C-Fly Obtain GPS

Die C-Fly Obtain ist angeblich der beste DJI Mavic Klon.
Sie ist allerdings viel zu teuer für eine unbekannte Marke mit schlechter Kamera. Auf allen Videos, die ich dazu gesehen habe, sind deutliche Komprimierungs-Artefakte in den Videos zu sehen. Für das gleiche Geld kaufe ich mir lieber eine DJI Spark Blue Drohne im Saturn.

JJRC X7P Smart+

Die JJRC X7P Smart+ könnte in der Tat eine sehr interessante Drohne sein, da ich von den Flugeigenschaften der JJRC X9 sehr begeistert bin und die X7P eine besser Kamera hat (was mir an der X9 nicht gefällt). Allerdings habe ich sie noch nicht ordern und testen können. Hier erfährst Du mehr zu der Drohne »

WALKERA VITUS 320

Die WALKERA VITUS 320 ist ein echt geiles Teil! Sehr gute Flugeigenschaften und sehr gute Videoqualität. Allerdings scheint es die Drohne nicht mehr zu geben. ACHTUNG: Es gibt findige Verkäufer, die die Drohne anpreisen, aber etwas anderes dann liefern. Zudem gibt es die Drohne in zwei Varianten: eine 2017 und eine 2019 Version. Auf der offiziellen Seite lässt sich aber gerade keine von beiden kaufen. Solltest Du irgendwo eine kaufen können, so wird es sicher die 2017 Version sein, die durchaus viel schlechter ist als die 2019 Version. Hier ist also warten angesagt bis die 2019 Version offiziell verfügbar ist.

Parrot Bebop 2

Ich habe zwar mit der Parrot Bebop 2 geliebäugelt aber mich irgendwie nicht durchringen können für diesen Test zu kaufen. Unter 300€ bekommst Du die Parrot Bebop 2 in Deutschland nur in rot und ohne separater Fernsteuerung (nur mit Smartphone Steuerung). Die optional erhältliche Fernsteuerung hat keine separaten Antennen, so dass die Reichweite wirklich nur vom Smartphone WLAN ausgeht – was wirklich kurz sein dürfte. Der ebenfalls optional erhältliche Sky-Controller Steuerung ist wieder teuer, so dass die Bebop dann im Vergleich zur Anafi wieder keinen Sinn mehr macht.

Update: Preisverfall nach Vorstellung der Mavic Mini

Auf dem deutschen Amazon und eBay sind die hier vorgestellten Drohnen völlig überteuert! Das liegt daran, dass es einen Preisverfall gab als die Mavic Mini rauskam und die Händler jetzt Ihre Marge retten müssen. Die Drohnen gibt es aber dafür um so günstiger direkt bei Gearbest in EU Lagern mit kurzer Lieferzeit! Schau Dir dazu die Links hier im Beitrag an.

Flugspaß

Den größten Flugspaß bietet die Xiaomi Fimi A3 im Sportmode. Das allerdings nur sehr kurz. Nach 8 Minuten ist der Spaß vorbei und Du musst entweder den Akku wechseln oder wieder einpacken.

Aber auch im langsameren GPS Mode bietet die Fimi A3 einen sehr präzise steuerbaren Flug, so dass Du damit auch im FPV sehr viel Flugspaß haben kannst. Um Hindernisse herum fliegen bspw.

Hinderniserkennung

Keine der Favoriten hat eine Hinderniserkennung. Sei Dir bewusst, dass die Drohne mit vollem Karacho gegen ein Hindernis fliegen wird, wenn Du sie nicht ordentlich steuern kannst. Solltest Du Dich also für eine der Alternativen hier aus dem Beitrag entscheiden, dann übe in den ersten Flugstunden auf einer freien Fläche – und vor allem ohne Wasser.

Gewicht

Alle hier getesteten Fluggeräte haben ein Maximal-Gewicht von 2kg. Damit fallen Sie zwar in eine Kennzeichnungspflicht (nicht brennbare Kennzeichnung mit Anschrift) aber nicht unter Führerscheinpflicht.

Rechtlicher Hinweis zur maximalen Flughöhe und Reichweite.

In Deutschland darfst Du eine maximale Flughöhe von 100m nicht übersteigen und nur auf Sicht fliegen – womit sich die Reichweite der Quadcopter relativiert. Bei völlig freier Sicht (z.B. über einem See) kannst Du einen dunklen, größeren Quadrocopter noch etwa 500-600m weit sehen – einen kleineren etwa 300m. Einen weißen Quadrocopter verlierst Du sehr schnell außer Augen. Für Dich als Einsteiger erübrigt sich also die Frage nach der maximalen Flughöhe und der maximalen Reichweite. Diese sind einfach gesetzlich vorgelegt und jede der Favoriten in diesem Beitrag erreicht dies locker.

Rechtlicher Hinweis zu sogenannten No-Flight-Zones (NFZ)

In Deutschland gibt es sehr viele sogenannte No-Flight-Zones (NFZ) wo Du mit der Drohne nicht fliegen darfst. Das sind neben Flugplätzen auch Naturschutzgebiete, Wohnsiedlungen und Transportwege (Straßen). Die hier im Beitrag geteteten Quadrocopter besitzen alle eine Aufnahme-fähige Kamera, womit grundsätzlich ein Fliegen über Wohngrundstücke verboten ist.

Wo Du fliegen darfst und wo nicht, erfährst Du am besten in der DFS-App von der deutschen Flugsicherung.

Autor: Viktor Dite

Veröffentlicht am: 08.09.2019

Letztes Update: 17.11.2019