Warum Google keinen Content in Tabs mag

Tabs werden immer beliebter und tauchen auf immer mehr Webseiten auf. Google mag diese Art von Contentdarstellung nicht. Das hat einen ganz einfachen Grund: Usability! Lese in diesem Beitrag warum das Verpacken von Content auf verschiedene Tabs keine gute Idee ist.

Nicole hat mich gefragt, ob ich denn bei meinem Content above the Fold Test nicht auch mal einen Test mit Tabs machen könnte. Sprich den gesamten Textcontent auf Tabs aufteilen und “Above The Fold” einbinden.

Das Ganze hätte ja rein theoretisch den Vorteil, dass der menschliche User keinen ellenlangen Text runterscrollen müsste bis er zu den Artikeln käme und der GoogleBot aber den gesamten Text als “Above The Fold” erkenne. Soweit so gut.

Das Verpacken von Text in Tabs hat aber einen entscheidenden Nachteil


Angenommen der Besucher hatte nach “Keyword XY” gesucht. Dieses Keyword steht dann auf meiner Seite im letzten Tab von 5 beschrieben. Der User sieht in den SERP mein Snippet in dem dieses Keyword auftaucht, klickt drauf und landet auf der Seite. Die Tabs sind aber nicht so schlau, dass sie den Referrer samt Keyword erkennen. Die Seite zeigt dem User also nicht den fünften Tab sondern den ersten.

Das Ergebnis ist ein verwirrter User, der nicht das zu sehen bekommt, wonach er gesucht hat! Was das für Folgen hat, hatte ich mal zusammengefasst: die Absprungrate lässt sich durch eine kleine aber signifikante Änderung von 17% auf 0% senken!

Tabs könnten als als Hidden Text behandelt werden

John Mueller (Google CH) hatte mich übrigens in einem Webmaster Hangout auf Google+ darauf aufmerksam gemacht und gesagt, dass Google solche Inhalte im Extremfall sogar als “Hidden Text” klassifizieren könnte weil der Google Bot eben etwas anderes sieht als der User.

Jedem Tab eine eigene URL

Edit: Sein Vorschlag zur Lösung ist, die Tabs so zu bauen, dass jeder Tab eine eigene URL hat und so von Google Bot einzeln gecrawlt werden kann – wenn denn schon eine Segmentierung des Textes notwendig sei.
Hier baust dann aber ein neues Problem, nämlich des Duplicate Content bei Titel und Metainformationen. Finde ich also auch nicht gut!

Ob Anker-URLs als solche eigenständige URLs vom Google Bot angesehen werden ist die Frage. Ich weiß darauf keine Antwort, denke aber eher nicht.

Deine Meinung?

Meinst Du John hat Recht? Klingt ja plausibel, oder? Meinst Du, der Google Bot ist wirklich so schlau? Ich glaube ja, aber was sagst Du? Schreib doch kurz in nen Kommentar was Du davon hältst.

10 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. MIt Tabs läßt sich der Inhalt am besten segmentieren! Basta!

  2. Ich behaupte mal, dass man das nicht so pauschal sagen kann – es kommt auf die organische Natur und die Thematik des Textes an. Manche Themen betteln danach, segmentiert und getrennt zu werden, oder erfordern nachfolgend einfach eine klare Trennung. Alles in einzelne Seiten aufzuteilen ist aus Sicht der Info-Architektur nicht immer ratsam und auch etwas unsauber. Auch für Google kann es durchaus Sinn machen, Tabs gut zu finden, wenn sie nach einem Einleitungs- oder Kurztext (der above the fold ist) gesetzt werden. Man muss halt vom Content und von der Technik, die man da umsetzt, vorher seine Aufgaben machen.

  3. Mir geht es hier wirklich nur um above the fold und das was der Besucher als erstes sieht, wenn er auf die Seite kommt. John hatte übrigens auch gesagt, dass wenn eine Segmentierung notwendig sei, man es besser auf getrennten Seiten machen soll, also quasi Tabs aber mit je eigener URL

  4. Weil die Teile der Seite weniger in den SERP als Snippet auftauchen würden und der User sich nicht verirrt fühlt, wenn auf die Landingpage kommt.

    Aus der Sicht des “Hidden Text” macht es keinen Unterschied, da hast Du Recht!

  5. Hallo,

    wir gestalten gerade unsere Hauptseite neu und uns wurde nachgelegt dem Kunden alle Informationen zu einem Produkt auf einer Seite (in Tabs), so dass er sich nicht immer alles zusammenklicken muss, sprich die wichtigsten Produkt-Infos, wo auch die für den Kunden interessantesten Informationen und keywordoptImierten Texte im ersten Tab drin sind und in den folgenden Tabs, Referenz-Bilder, Ausstattungsmerkmale und als letzten Tab das Anfrageformular.

    Deine Informationen irritieren mich nun, da ich auch schon an anderer Stelle von Jens Fauldrath (?) gehört habe, dass diese Tab-Navigation wenig bringt und lieber alles auf einer Seite sein sollte – wie bei Amazon. Auch die Struktur (Bild, Warenkorb-Button, Produkt-Empfehlungen, Crosselling Produkte, Produkt-Infos, technische Infos, und am Ende die Kundenmeinungen etc.) sei besser, als die Tab-Navi.

    Würdest Du nun sagen, dass an sich die Tab-Navi ungünstig ist oder wenn alle wichtigen Texte (für den Kunden und Google) im ersten geöffneten, sichtbaren Tab zu lesen sind, vertretbar sind?

  6. Ich mache es immer noch so, dass ich Tabs per jQuery baue und quasi per CSS als Tabs zusammenfasse.
    Im Quellcode ist der Content aber als sequentielle Abfolge von

    <h2></h2>
    <p>...</p>
    <h2></h2>
    <p>...</p>
    ...
    

    völlig Tabfrei zu sehen.
    Schön ist es aus genannten Usability Gründen nicht. “Google feindlich” aber auch nicht! Es ist kein Hidden Text da, es ist kein Cloaking. Der Google Bot sieht nur den Quelltext und die dazugehörige jQuery Anweisungen….

    Ich würde an dieser Stelle aber mittlerweile dazu übergehen das in die Länge nach unten auslaufen zu lassen – so wie eine Beispiel Landingpage von Karl Kratz: risikolebensversicherungen punkt com

  7. Vielen Dank. Ich werde das mal mit unserem Techniker diskutieren.

    Ja, die Landing Page von Herrn Kratz finde ich ebenfalls absolute Klasse. Ist mir letztens begegnet und der Mehrwert a la Ebach, das zu oberst platzierte Video sind schon verlinkunswürdig und laden zum Verweilen ein. Perfekt.

  8. Nun ich hatte auf der alten Seite die Tabs, was ich bemerkt habe ist einfach, dass ein User sich die gar nicht ansieht. Hatte da kaum Conversion drauf. Von daher ist die Einschätzung in Richtung Hidden Text von Google gar nicht so verkehrt.

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