Nivea hat sich neulich angeblich einen faux pas geleistet, dabei war das das geilste Contentmarketing überhaupt!

geiles content marketing
Weihnachten reißt Nivea mit einem Video eine Story auf, die weltweit für heftige Diskussionen sorgt. Nivea soll auf einmal nicht mehr gleich Familie sein, sondern im modernen Leben der Alleinerziehenden angekommen.

3-2-1 Zündung!

In dem Spot erzählt ein kleiner, süßer, blondgelockter Junge, worauf er sich am meisten an dem Fest freut: Man sieht Mutti und ihren Bruder und dann auch … Oma. Sie ist es. Opa ist auch da, aber einer taucht überhaupt nicht auf: der Vater! ~ Heiko Walkenhorst

Feuer anstacheln

Am Muttertag rum wird die Geschichte dann nochmals aufgeheizt, denn das Video „Danke Mama“ erzählt anscheinend vom harten Leben einer alleinerziehenden Mama. Wieder gibt es Diskussionen. Hetzparolen werden einstudiert. Niveas Ruf ist ruiniert – so scheint es.

Die besten Geschichten sind die, wo man bis zum Schluss auf die Auflösung warten muss

Jetzt zu Vatertag wurde die Story endgültig vervollständigt. Die Geschichten der ersten beiden Storys werden mit dem Papa erzählt. Auch hier schaut es erst aus, als hätte er einen eigenen Haushalt.

Dann, bäm! Ganz am Ende stellt sich heraus, dass die scheinbar getrennten Wohnungen doch eine einzige ist und die parallel erzählten Geschichten eine gemeinsame sind. Die Mama halt morgens, der Papa halt abend. So wie es jedes Elternteil mit kleinen Kindern kennt!

Das Ende ist in jedem Krimi das interessanteste

Auf einmal alles wieder heile Welt und eine Hammer Story durch die Nivea da geschliddert ist!

Meine Meinung:

Alles pure Absicht! Da sitzen halt sehr gute Leute, die mittels Storytelling Provokationen auslösen. Der Clou dabei ist, am Ende durch einen passenden Schluss den Wind aus den Segeln wieder rauszunehmen!

Ich mein, warum hätten die sonst diese eine Geschichte so filigran auseinandergenommen, so dass jeder der Familienmitglieder einzeln dran kam? Versteht Ihr was ich meine? Das muss doch von Anfang an eine verdammt gute Content-Strategie dahinter gestanden haben?!

Das Leute ist geiler Content! So geht das! Wir alle müssen noch so viel lernen! Meine 10 Cent zur Blogparade “Geiler Content – aber wie geht das?”

Edit

Ich war ja bisher felsenfest überzeugt, dass man so geilen Content auch immer erstellen können mag, so bald ein Unternehmerlogo drauf zu sehen ist dieser verpufft, wie eine Dampflok Dampf ablassen muss, wenn der Druck zu hoch wird…

Ich hatte ja mal nach Corporate Blogs gesucht, die Erfolg haben und dabei keine deutschen Unternehmerblogs gefunden, die ansatzweise geilen Content hatten – kannst hier nachlesen. Guten ja, aber gut ist heute nichts mehr wert. Die meisten Abiturienten gehen ja mit einer 1+ ab.

Aber das hier, das ist awesome! Das sprengt alles bisher dagewesene! Das ist Filmqualität in der Realität!

21 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für den Link und deine Meinung. Ich glaube allerdings, dass die Verantwortlichen bei Beiersdorf nicht wirklich Akif Pirincci und Konsorten auf der Rechnung hatten.

  2. Wenn dem so sei, so haben sie dennoch eine geile Geschichte daraus gemacht. Und das zählt, nicht wahr? :-)

  3. Ein Schwein erkennt das andere am Gang,
    hinten kackt die Ente….
    Ich glaube, Deine Art den Dingen Bild zu verleihen gefällt mir!

  4. Aber deswegen müssen Sie doch nicht gleich Luftsprünge machen.
    Es geht um Werbung.

    Eine alte Faustregel heißt: Nichts kaufen, wofür Werbung gemacht wird ;=)

    Wann freuen Sie sich solcherart mal über ein kulturelles Ereignis, ein Buch, eine Theateraufführung, ein Konzert? Da gibts Inhalt, nicht Content!

    Statt dem Kapitel den Steigbügel zu halten und das derart euphorisch?

    Naja, jetzt kommt ja Fußball, da gibts dann andere Euphorien

  5. Guter Beitrag! Ob der letzte Film nun geplante Strategie war oder eine Reaktion auf die negativen Reaktionen war sei einfach mal dahin gestellt. Fakt ist, es gibt Familien ohne Väter und Familien ohne Mütter. Und es ist mutig das als Brand zu erkennen und zu kommunizieren. Fakt ist auch, daß die Filme unglaublich gut sind.
    Und Fakt ist auch, daß wir unsere heutigen Welt ohne „Werbung“ nicht funktionieren würde. Denn Werbung ist nicht immer fies und gemein, sondern eben auch informativ. Und es scheint, zumindest online, das Content (sprich Inhalt!) wichtiger wird als unnütze Verkaufsphrasen.

  6. WoW, derartige Euphorie für Werbung okay, aber zukunftsweisend?

    Was ich dazu schon einmal bemerkt habe:
    Emotionen wecken ist ja toll, aber wie profitiert die Marke davon? Die Marke war schon vorher stark… Zudem wird trotz unterschiedlicher Interpretationen der Seher eine heile Welt vorgespielt, dessen Bild relativ leicht austauschbar ist: um echt Kontrovers und mutig zu sein hätte Nivea hier dasselbe mit gleichgeschlechtlichen Eltern zeigen können oder? Diese Kampagne hätte sogar besser zu SOS-Kinderdorf gepasst…

    Dieser „Emotionshascherei-Zug“ auf den man aufspringt ist mir mittlerweile fast zuwider, weil versucht wird einer Marke oder einem Produkt zu etwas zu verhelfen was nicht da ist.
    Wäre ich Nivea hätte ich lieber gezeigt warum Nivea Teil unseres Lebens ist. Die aktuelle DM Kampagne finde ich da 10x besser…

  7. @Connie „Wann freuen Sie sich solcherart mal über ein kulturelles Ereignis, ein Buch, eine Theateraufführung, ein Konzert? Da gibts Inhalt, nicht Content!“
    Immer! Nur hier im Blog geht es ja um die Online Welt.

    @Nauglamir Austauschbar? 100%ig! Allerding macht kein Anderer solch eine – ich nenne es mal passive – Werbung. Das ist anders und anders bleibt im Kopf…

    @Martin Schulz
    „…wichtiger als unnütze Verkaufsphrasen.“
    Ja, das muss nur noch in die Köpfe der Marketer und BWL getriebener Köpfe…

  8. Nein, das ist nicht awesome. Das ist Werbung at its worst. Klaro sind die Spots gut gemacht, aber hier überschreiten Labamba und Nivea die Grenze dessen, was man emotional ausnutzen sollte. Aber das werden die Werber hier nicht verstehen, oder wahrhaben wollen. Ich habe beizeiten über die drei Spots (und andere, die die gleiche Masche bedienen) gebloggt, und bleibe dabei. Widerliche, seelenlose Masche.

  9. Ach da kommst Du her!
    Deine URL ist hier nämlich sehr seltsam ;)
    URL: http://KunstbauinMünchen

    Einen von den Artikeln hab ich ja gelesen.
    Ich finde es nicht, dass NIVEA hier die Grenzen des Guten überschreitet. NIVEA hat eben erkannt, dass es in unserer Welt auch Familien gibt, die eben alleinerziehend sind! Ich finde die einzelnen Spots unterstreichen sogar die Schwierigkeiten solcher Schicksale und geben Ihnen Mut. Warum? Weil am Ende doch alles wieder gut ist, und man als Alleinerziehende/r auch wieder zu einem Partner finden kann. Der dritte Spot spielt ja etwas damit rum. Erst wird eine Frau im Bett gezeigt, aber nicht Ihr Gesicht. Hier kann es eine beliebige sein. Erst am Ende zeigt sich, dass es doch die Mama ist.

  10. Hossa, wo kam denn die URL her…?
    Es geht mir nicht um die (vermeintlich oder nicht) vaterlose Familie, sondern um die Masche, sich so in die emotionale Welt eines Elternteils, einer Familie reinzuschleimen. Ich fand den Trubel um den Spot ohne Vater übertrieben, da offenbar kalkuliert ausgelöst.

  11. Seit wann ist Werbung eigentlich Content?! Also, ich meine, was hat das bitte mit redaktionellem, verbraucherrelevanten Mehrwert zu tun? Das ist keine Story, sondern Marketing. Ja, es ist emotional und hat eine schöne Dramaturgie. Viele Menschen können sich sicher auch voll und ganz damit identifizieren. Aber auf die Marke/das Produkt zahlt es überhaupt nicht ein, weil die Story NICHTS damit zu tun hat. Deswegen ist das weder Content-Marketing noch geil – also, meiner Meinung nach zumindest.

  12. Dann musst Du Content näher definieren. Eine Videokampagne (in 3 Akten) ist meiner Meinung definitiv eine redaktionelle, verbraucherrelevante Story (mit Mehrwert)…..

  13. Nee, es ist W-E-R-B-U-N-G. Wo wird denn Deiner Meinung nach der USP der Marke oder des Produkts transportiert? Was hat der Familienalltag – egal ob alleinerziehend oder nicht – denn genau mit Nivea zu tun? Wie ist Nivea in den Alltag dieser Menschen integriert und warum wird dieser dadurch so viel besser? Was hat der Verbraucher davon, wenn er sich Nivea ebenfalls in seinen Alltag holt? Die Story dreht sich in keiner Weise um die Marke oder das Produkt, sondern hat damit NICHTS zu tun. Ergo gibt es auch keinen Mehrwert. Das einzige, was der Spot also leistet ist evtl. die Bindung von Kunden, die sowieso schon auf Nivea schwören.

  14. Ich vage mal Dir zu widersprechen!
    Angenommen, Du stehst vor dem Regal und weißt grad – wie immer – nicht, welche Creme Du nehmen sollst. Es lachen Dich ja so viele an! Dann nimmst Du zu 90% die, die Dich irgendwie besonders anlacht. Das ist dann die, mit der Du etwas sehr positives verbindest.
    Wenn also die Werbung es schafft, Dir ein positives Gefühl bei einer Marke zu geben und Du ohne weitere Argumente Dich für x oder y entscheiden musst, dann wirst Du Dich immer für das entscheiden, was Dir im Unterbewusstsein ein positives Gefühl vermittelt hat!

  15. Ja, stimmt genau. Aber Werbepsychologie ist leider gar nicht der Punkt, über den wir diskutieren. Ich sags nochmal: Es ist Werbung. Und Werbung ist eben Werbung und kein Content Marketing.

  16. Ich möchte jetzt nicht belehrend wirken, aber:
    Contentmarketing ist eine Marketing-Technik, die mit informierenden, beratenden und unterhaltenden Inhalten die Zielgruppe ansprechen soll, um sie vom eigenen Unternehmen und seinem Leistungsangebot oder einer eigenen Marke zu überzeugen … Im Gegensatz zu werbenden Techniken wie Anzeigen, Bannern oder Werbespots, stellen die Inhalte des Content Marketings nicht die positive Darstellung des eigenen Unternehmens mit seinen Produkten in den Mittelpunkt, sondern bieten nützliche Informationen, weiterbringendes Wissen oder Unterhaltung …. Die Content-Strategie im Content Marketing regelt den professionellen und strukturierten Umgang mit digitalen Inhalten. Dazu zählt im Prinzip jede Information, die im Internet zur Verfügung steht. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Content_Marketing

    Ich finde schon, dass das Format, das NIVEA gewählt hat weg von Werbung hin zu Content-Marketing geht.

  17. Keine Einwände. Die Grenzen sind sowieso fließend. Man kann das gerne als Content Marketing einstufen, wenn man will. Meine persönliche Meinung ist allerdings, dass es schlechtes Content Marketing ist, wenn es ausschließlich auf Unterhaltung setzt und nicht auf Problemlösungen, Information etc., weil letztere bei den Zielgruppen meist (aber auch nicht immer!) eine ganz andere Relevanz entfalten.

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