Google Docs nun auch mit LaTeX

latex textsatz logo
Google pariert seit neuestem mit einem weiteren Highlight auf Google Docs: LaTeXLab

Noch nie war es so einfach LaTeX gesetzte Texte zu generieren.

Während ich mich schon immer gefragt hatte, wer wohl Google Docs oder Microsoft Lives Textsysteme nutzt und warum, halte ich die neue Lösung als Coup der Superlative! Jeder, der LaTeX schon mal benutzt hat, kennt das Problem der vorherigen Installation, die abhängig vom Rechnersystem und des Pakets nie so war wie man sie haben wollte. Ständig mussten Pakete nachinstalliert werden. Jeder Umstieg auf eine andere Machine brachte zudem wieder einen durchaus enormen Installationsaufwand mit sich.

LaTeX mit Google Docs kompilieren

Mit Googles LaTeXLab ist jetzt damit Schluss. Einfach LaTeX Code schreiben, bei Google Docs hochladen, und kompilieren — dabei hat man die Wahl zwischen dem LaTeX Lab, einem lokalem MikTeX oder einem lokalem LaTeX Live Kompiler.

Während der Bearbeitung des Textes ist eine parallele Vorschau möglich:
Google Docs LaTeXLab

Die Komplexität der Projekte muss dabei keinen Abschlag erhalten. Es lassen sich beliebige Strukturen ebenfalls einordnen:
Google Docs LaTeXLab Projekt Struktur

Ist LaTeX nicht was für Fetischisten?


Nun, wie man(n)s nimmt. Mit dem gummiartigen Latex hat es natürlich wenig zu tun. LaTeX ist ein Softwarepaket, das die Benutzung des Textsatzprogramms TeX mit Hilfe von Makros vereinfacht. Viele sagen den Nutzern von LaTeX einen gewissen Code-Fetisch zu, da im Gegensatz zu herkömmlichen Textverarbeitungen, die nach dem What-you-see-is-what-you-get-System arbeiten, der Autor bei LaTeX mit Textdateien hantieren muss, in denen innerhalb eines Textes anders zu formatierende Passagen oder Überschriften mit Befehlen textuell ausgezeichnet werden. Oft verstehen nur Kenner (bzw. wollen nur Kenner verstehen), worin die Vorteile dieses Satzsystems liegen, denn trotz der eher mühsamen Formatierung des Textes gilt das von LaTeX generierte Layout als sehr sauber und typografisch korrekt, und der Formelsatz als sehr ausgereift.

Es ist quasi wie bei Webdesignern / Webprogrammierern, die NIEMALS einen WYSIWYG Editor benutzen würden, da dieser keine vollkommene Kontrolle über das generierte Ergebnis zulässt.

Es existiert eine Reihe von Zusatzprogrammen für LaTeX, die unterschiedlichste Funktionen in LaTeX bereitstellen und in den TeX-Distributionen enthalten sind. Googles LaTeXLab vereint diese alle unter einem Dach.

–Bravo! Und danke!

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Ein weiterer, recht weit entwickelter, browser-basierter LaTeX Editor findet sich u.a. auf http://www.verbosus.com Als Alternative zu Desktop-LaTeX auf jeden Fall empfehlenswert. Es erspart die Installation von jedweden Programmen und Plug-Ins. Lediglich ein Browser wird (natürlich) benötigt und ein PDF-Viewer (wie zB Adobe Reader) zum Bestaunen des Ergebnisses.

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