Aktuelle Sicherheitsdebatte um den DNS-Changer: Wie ernst ist die Gefahrenlage?

Seit einigen Tagen besteht eine neue Sicherheitsgefahr für Computer in Deutschland – das zumindest wird von offizieller Seite so behauptet. Sogar in den abendlichen Nachrichten wurde über den so genannten DNS-Changer berichtet. Eigens wurde eine Homepage www.dns-ok.de geschaltet, auf der man besagten DNS-Changer ausfindig machen kann. Doch was und wer steckt wirklich dahinter? Was hat es mit dieser Seite auf sich? Welches Gefahrenpotenzial besteht real?

Wie funktioniert der Test für den DNS-Changer?

Der Test ist denkbar einfach. Internetnutzer müssen mit ihrem Browser nur die Seite www.dns-ok.de aufrufen, und schon nach wenigen Sekunden erscheint eine Meldung, ob die DNS-Konfiguration korrekt ist oder nicht. Sofern alles OK ist, erscheint die grün hinterlegte Meldung ‘Ihr System ist nicht vom Trojaner DNS-Changer betroffen’. Zudem erfährt der Besucher, dass die Telekom, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, das Bundeskriminalamt und Avira den Test bereitgestellt haben. Zudem werden Besucher dieser Seite auf den Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. www.botfrei.de verwiesen, auf der man noch nähere Informationen finden kann. Doch Vorsicht! Es gibt Quellen, die behaupten www.botfrei.de sei selbst verseucht!

Was verbirgt sich hinter dem DNS-Changer?

Gemäß der öffentlichen Verlautbarungen der Bundesinstitutionen ändert dieser Bundetrojaner unbemerkt die DNS-Konfiguration von Computern, daher auch die Bezeichnung DNS-Changer. Auf diese Weise kann der Bundestrojaner die Netzwerkeinstellungen so manipulieren, dass Surfer auf ungewünschte oder gefälschte Webseiten umgeleitet werden, ohne dabei Verdacht zu schöpfen. Durch diese Art der Manipulation könnten Phishing-Attacken durchgeführt werden, im Zuge dessen etwa die Daten für das online Banking ausgespäht werden könnten. Aktuelle Virenscanner können den Schädling zum Teil ausfindig machen, problematisch ist aber, dass sie die DNS-Konfiguration nicht wieder zurücksetzen können. Dies muss manuell erledigt werden, falls der PC betroffen ist. Nur muss man natürlich zunächst in Erfahrung bringen, ob der eigene PC betroffen ist. Dazu ist die besagte Seite ins Leben gerufen werden. Es ist die Rede davon, dass täglich weit über 30 000 PCs

Wer ist überhaupt betroffen?

Und ist die Gefahrenlage in punkto DNS-Changer real?
Die Tatsache, dass von öffentlicher Seite eine gewisse Hysterie betrieben wird, verunsichert viele Internetsurfer. Denn wenn in den Nachrichten von offizieller Seite dazu aufgefordert wird, auf einer eigens dafür bereit gestellten Seite einen Test durchzuführen, dann scheint dies einen gewissen Ernst der Lage zu bestätigen. Doch ein wenig Skepsis mag bleiben, da bis dato trotz vielfacher Virengefahren aus dem Netz noch nicht annähernd so viel Wirbel gemacht wurde. Ein handwerklicher Blick auf den Code der Testseite zeigt, dass diese eher sehr und wenig professionell programmiert wurde. Das wirkt natürlich nicht gerade vertrauenswürdig, vor allem dann nicht, wenn es sich um eine angeblich so ernste Bedrohung handelt.

Fazit zum DNS-Changer: Wie ernst sollte man ihn nehmen?

Es bleiben Zweifel an der entfachten Hysterie. Im Grunde genommen gehören Virenangriffe und Phishing-Attacken zum Alltag im World Wide Web, insofern ist die Tatsache, dass täglich tausende PCs infiziert werden, an sich nichts Ungewöhnliches. Hier sind auch die Internetnutzer selbst in der Pflicht, ihr System bestmöglich zu schützen und immer ein wachsames Auge offen zu halten. Zweifel in Bezug auf die Motive für die Installation einer solchen
öffentlichen Seite bleiben nicht zuletzt aufgrund der jüngsten Vorkommnisse in Bayern. Dort wurde gezielt ein Bundestrojaner eingesetzt, der die PCs von verdächtigen Personen ausspähen sollte. Und nur wird von den mitunter gleichen Behörden ein Test angeboten, der ein ähnliches Vorgehen gerade verhindern will? Es bleiben also Zweifel in Bezug auf die Notwendigkeit und den Sinn dieser Seite. Letztlich muss jeder Internetnutzer eigenverantwortlich für seine bestmögliche Sicherheit sorgen, zumal besagte Ämter sonst im Alltag auch keine konkreten Hilfestellungen anbieten.

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