Pinterest lässt sich nicht aussperren

Derzeit wird im Web eine Sau namens „Pinterest Sperre“ durchs Dorf getrieben – ohne, dass sich jemand mal wirklich Gedanken darüber macht, wie viel – oder besser gesagt wenig – diese Sperre ausrichten kann!

Die Sperre – ein Meta Tag – soll bewirken, dass eigene Bilder auf Pinterest nicht gepinnt werden können.

Was jeder jedoch vergisst ist, dass die Darstellung eines Bildes sehr leicht durch einen Rechtsklick und „Bild im neuen Fenster öffnen“ auch ohne jegliche Metainformationen der Webseite möglich ist!

Dass dies eher die Regel als die Ausnahme ist lässt sich wunderbar an dem Repertoire der Bilder auf fffound.com, weheartit.com und vor allem auf vi.sualize.us erkennen. Facebook versucht per se schon länger einen Riegel vor solche Portale zu schieben – ohne Erfolg, denn selbst Facebooks Bilder lassen sich auf diese einfache Weise pinnen, posten und weiter verbreiten…

Wenn also jemand unbedingt das Bild bei Pinterest pinnen will, wird er oder sie es auch mit eingebautem Metatag sehr einfach können. Der Schutz vor Urheberrechtsverletzungen funktioniert mit Metatags also solange nicht, solange sich das Bild anhand einer festen Bildurl vom Server abrufen lässt. Wird dies nicht unterbunden ist der Metatag sogar eher schädlicher als nützlicher…

Das Metatag ist sogar schädlicher als nützlicher

Viel schlimmer ist nämlich die Tatsache, dass bei Umgehung des Metatags die Referenz des Bildes zur Quellseite verloren geht. Das Bild wird auf Pinterest nur noch auf die Bildurl und nicht mehr auf die Quellurl verlinkt! So habe ich die viel gehypte Urheberrechtsverletzung und noch nicht einmal einen Backlink zum Urheber.

Beispiel: Viele Webseiten liefern die Bilder nur temporär aus und lassen die Bildurl nach einiger Zeit „sterben“ (Tumblr, DeviantArt usw..). Bei so einem gepinnten Bild auf Pinterest „stirbt“ auch jegliche Referenz zum Urheber, da nach dem Klick nur eine 404 Seite erscheint!

Aber Flickr macht das doch auch?

Nur weil Flickr das Metatag eingebaut hat, heißt es noch lange nicht, dass die Bilder sich nicht auf Pinterest pinnen lassen! Einfach das Bild im „All sizes“ Modus öffnen und durch Rechtsklick auf das Bild gefolgt von „Bild im neuen Fenster öffnen“ in einem neuen Fenster öffnen. Schon lässt sich das Bild wieder problemlos pinnen!

Die bessere Möglichkeit zum Schutz vor solchen Urheberrechtsverletzungen

Flash schützt, ist aber nicht SEO optimal

Die einzige Möglichkeit eigene Bilder vom Pinnen oder anderen ähnlichen Diensten zu schützen liegt darin die Bilder als Flash auszugeben. Versucht mal auf 500px.com ein großes Bild zu pinnen!
Klar, die Ausgabe als Flash ist alles andere als SEO freundlich! Meine Auffassung ist jedoch, dass jemand, der seine Bilder SEO optimiert nur dämlich wäre, wenn er das Pinnen auf Pinterest per Metatag untersagen wollte!

Background img statt normales img Attribut inkl. SEO Optimierung

Für alle anderen gäbe es noch die Alternative – vielen Dank an Dominik – die Bilder per background eines div Containers anstatt direkt als img auszugeben. Diese Weise erfordert schon den Blick in den Quellcode um die URL des Bildes herauszufinden.

Dieses Bild ist bspw. als div background definiert und wird nicht als normales Bild geladen. Wer hier versucht dieses Bild zu pinnen, wird scheitern – bis er oder sie den Link aus dem Quellcode findet – was ja auch relativ einfach ist!

Und so wird es umgesetzt

<div style="width:560px; height:259px; 
     background: url('/path/pinterest-aussperren-geht-nicht.jpg');"
     title="Pinterest kann man nicht aussperren">
</div>

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Sehe ich ganz genauso wie du, macht keinen Sinn. Wenn jemand ein Teil teilen oder generell haben will, bekommt er es auch. Zur Not eben per Screenshot, dagegen kann auch Flash nichts machen.

    Flash ist aber allgemein aus SEO-Sicht nicht empfehlenswert, von daher sehe ich das nicht als Lösung an.

    Meiner Meinung nach gibt es nur eine Lösung: Bilder, die man nicht im Web haben will, stellt man eben nicht ins Netz. Wer mit dem Gedanken, dass Bilder auf Grund von gefallen oder Ähnlichem, geteilt und somit empfohlen werden und dass das kostenlose Werbung ist nicht leben kann, der sollte seinen PC am besten ausmachen.

    PS: Wie schaut es denn aus, wenn ein Bild per CSS als Hintergrundbild eingebunden wird? Über Rechtsklick –> Hintergrundbild anzeigen kommt man zwar zumindest mal im Firefox ran, aber eine Option, die man testen könnte, wäre das ja auch noch.

  2. Eigentlich sollte jeder, der SEO für seine Bilder macht verstehen, dass Pinterest ihm nur positives statt negatives bringt.

    Auf einer Seite, die Flash zur Bilddarstellung enthält, könnte man Screenshots ebenfalls unterbinden.

  3. Danke für die Erklärung! Und was ist mit Flickr? Die haben doch den tag eingebaut! Da kann ich doch auch nichts mehr pinnen!

  4. Dann klick mal in der Vollansicht rechts auf das Bild und dann auf „Bild im neuen Fenster öffnen“. Auf diese Weise geöffnet, lässt es sich noch wunderbar pinnen. Und daran wird sich nichts ändern….

    Ich kenne sogar Leute, die jegliche Bilder auf diese Weise öffnen (zum Betrachten), da sie so keine „störende Elemente“ um das Bild herum haben.

    Der Schutz über das Metatag ist einfach sinnlos!

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