Google Studie: Wann, wie und wofür nutzen wir das Tablet?

Google hat eine sehr interessante Studie veröffentlicht, die offenbart wie und wozu die meisten Tablet Besitzer ihr Tablet nutzen. Das erschreckende Ergebnis daran ist, dass die Marketing Fachleute sich anscheinend sehr geirrt haben und beim Responsive Design eine Sau durchs Dorf treiben. Warum? Es ist ganz klar nur eine ganz kleine Menge Tablet Besitzer unterwegs, die ihr Tablet zum wirklichen Surfen im Web einsetzt.

Google hat eine Studie veröffentlich, die den interessanten Titel trägt „Understanding Tablet Use: A Multi-Method Exploration„. Die Studie wurde im September und Oktober 2011 mit 33 US Bürgern aus 3 US Staaten durchgeführt und bietet trotz des relativ „hohen Alters“ interessante Einblicke darin wie und wo Tablets in der Regel eingesetzt werden.

Wozu nutzen wir Tablets am meisten?

Studie zur Nutzung von Tablets
Wie man dem Diagramm deutlich entnehmen kann, stehen Email und Spass an vordester Stelle. Heute würden die Sozialen Netzwerke sicher einen größeren Nutzungsanteil ausmachen. Die sonstige Tendenz bließe aber sicher gleich.

Ebenfalls deutlich zu erkennen ist, dass die Nutzer nur zu einem sehr kleinen Teil für das Shopping via Tablet interessieren. Damit sind alle Bemühungen um responsive Shops zumindest in 2011 noch vergeudet gewesen. Eine Weitere Grafik bekräftigt diese Aussage:

Wo nutzen wir das Tablet am meisten

Wo nutzen wir das Tablet
Bild: Google Research

An dieser Grafik sehen wir deutlich, dass die Nutzung eher im absolut legeren Bereich passiert. Die Leute sind entspannt und wollen sich nicht anstrengen müssen. Lange kognitive Denk-Prozesse sind einfach nichts für das Bett, die Couch oder die Küche.

Noch interessanter ist die Frage

Wann nutzen wir das Tablet am meisten?

Denn hier stellt die Studie fest, dass die Nutzung nur zwischen anderen Handlungen passiert. Also während des Fernsehen – wahrscheinlich während der Werbepause oder beim Essen. Sicher wirst Du mir auch zustimmen, dass Deine letzte Nutzung Deines Tablets bei Essen war.

wann nutzen wir das tablet am meisten
Bild: Google Research

Ein Tablet dient also in erster Linie als Unterhaltung (in 2011) und Lückenfüller bei langweiligen Momenten im Leben. Shopping macht dabei einen nur äußerst geringen Teil aus.

Fazit – Nicht alles was glänzt ist Gold

Auch wenn die Studie aus 2011 nicht mehr repräsentativ für das Jahr 2013 ist, so lässt sich doch eines aus Ihr als Fazit ziehen: Der durchschnittliche Tablet Nutzer betoucht sein Device immer dann, wenn er Langeweile hat. Am Tablet werden dadurch keine komplexen Operationen durchgeführt. Ich nehme an, dass der Kauf des neuen Fernsehers und oder der nächsten Einrichtung eher nicht am Tablet passiert und die erhöhte Zugriffszahl von Tablets in der Analyse auf die Suche nach Informationen zu schließen ist, nicht jedoch dem versuchten aber gescheiterten Kauf – wie Dir jeder Conversion Experte verkaufen wird.

Mein Dank an Sergej Müller. Durch seinen Tweet bin ich auf die Studie gestoßen.

Update

Bei Adobe findet man aktuellere Daten vom 4 Quartal 2012 im Vgl. zum 4 Quartal 2011
Adobe-Tablet-PC-Usage
Bild: Adobe

Die Grafik zeigt einen zwar signifikanten Anstieg von Tablet Zugriffen (Plus von etwa 300%), von einer Revolution kann man aber immer noch nicht sprechen, da der Abstand zum PC sich nur marginal verändert hat.

Letztendlich kursiert eine Regel vom Hören und Sagen, dass alles unter 10% irrelevant sei. Und hierbei handelt es sich sogar um Videozugriffe. Solche zählen in der Google Studie zu dem Hauptnutzungsszenarien eines Tablet Users.

Heise schreibt dazu aktuell (2013 KW 17): Die Konversionsrate ist auf Tablets dreimal so hoch wie auf dem Smartphone, aber mit 2,2 Prozent liegt sie nach wie vor nur bei zwei Dritteln des Desktop-Rechners

Die Frage ist, liegt es an den nicht für mobile optimierten Seiten oder tatsächlich an der anderen Nutzungsart der Geräte, Stichwort: Enspannter, spielerischer Umgang

Anzahl verkaufter Tablets 2012

Der Fokus hat basierend auf Daten von Allensbach/Acta 2012 die folgenden Verkaufszahlen von Tablets im Vergleich der Jahre 2011 und 2012 veröffentlicht – Angaben in Mio:
verkaufte Tablets auf dem Markt 2011 und 2012
Dieses Wachstum deckt sich in etwa mit dem Plus von etwa 300%, den Adobe in den Zugriffszahlen ermitteln konnte.

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5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hi.
    Ich glaub im ersten Absatz ist Dir ein Fehler unterlaufen, oder ist die Studie echt von 2001?

  2. Hi,
    ich finde die Zahl der befragten User sehr klein.
    Sind denn die Zahlen aus dem Jahr 2011 aus 3 Staaten der USA auf Deutschland 2013 übertragbar?
    Wie sieht es aus mit „second screen“? Der Nutzer auf der Couch am Fernseher, der bei Z****** Schuhe kauft weil er just in dem Moment eine Werbung dazu gesehen hat?
    Mal als Anregung :)

    Moritz

  3. Ja, sehr interessant. Vor ein paar Monaten kam nach unserem Relaunch das Thema Responsive Design auf, auch seitens der Programmierer.

    Wir haben uns nach langem Hin und Her – vorerst – dagegen entschieden und es nicht bereut. Die Hysterie war zu hoch, der Kenntnisstand noch jung.

    Zudem kommt noch dazu, dass unsere Produkte höherpreisig sind, „noch“ keiner unserer Konkurrenten 2013 ein Mobile oder Tablet optimierte Seite hat und meinem Empfinden nach ein Tablets und Smartphones noch nicht so dermaßen zum Kaufen genutzt werden. Ich mache viel im Internet, kaufe dort auch einiges, aber extrem wenig mobile.
    Zum Informieren und spielen ja. Und wenn große Produktbilder die Conversionrate positiv beeinflussen sollen, weiß ich nicht, warum jemand ein Produkt für mehrere hundert Euro auf dem Smartphone kaufen sollte.

    Das Tablet wird sich dafür schon 2012 und 2013 mehr und mehr etablieren, aber man sollte abwägen, ob es in seinem Konkurrenzumfeld, von den Produkten, den potentiellen Käufern her wirklich 2013 super notwendig ist.

    Unsere Adwords-Mobile Ausrichtung ist jedenfalls auf 0% und das fehlende Responsive Design fehlt nicht.

    Es wird und muss kommen, aber dann gut vorbereitet, vielleicht gleich mit einem Redesign – 2014.

  4. Den Punkt Und wenn große Produktbilder die Conversionrate positiv beeinflussen sollen, weiß ich nicht, warum jemand ein Produkt für mehrere hundert Euro auf dem Smartphone kaufen sollte. finde ich sehr gut!

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