Wahlerfolg durch Social Media Marketing?

Wenn man die Idee des e-commerce im politischen Sinne weiterdenkt, kommt man unweigerlich auf die Verbindung von Facebook-Profilen und Wahlkampagnen, wie mehrere Medien zuletzt berichteten. Dies beweisen gerade auch Barack Obama und Mitt Romney in ihrem Kampf um die Gunst der amerikanischen Wähler, der teilweise auch auf den Sozialen Netzwerken ausgetragen wird.

Warum klassisches Wähler-Marketing versandet

Nur wenige Wähler sind engagiert genug, um sich eingehend und präzise genug mit den Zielen einer Partei und ihres Kandidaten zu beschäftigen. Der Durchschnittsbürger sitzt abends nicht an seinem Notebook, um sich mit den abstrakten Plänen eines politischen Posterboys zu befassen. Ein wahres Hineinversetzen in politische Pläne und Ausführungen und die informierte Wahl eines politischen Kandidaten wird durch die Unantastbarkeit des selbigen oftmals verhindert. Auch die mangelnde Relevanz der meisten Wahlkampagnen zum alltäglichen Leben der Wähler führt oftmals zu einem Abwenden der Wahlinteressierten.

Dabei sind erstaunlich viele Deutsche in der Lage, sich ausführlich mit einer Fernsehserie zu beschäftigen; Enthusiasten behalten jede Kleinigkeit, jede Kameraeinstellung genauestens im Auge, und erinnern sich noch Wochen später an eine bestimmte Folge.

Was hat das mit Facebook zu tun?

Nun, Vieles. Man findet kaum einen Arbeitgeber, dem nicht auffällt, dass seine Angestellten immer mehr Zeit mit Facebook verbringen. Sie nutzen ihr Notebook oder Smartphone, um bei Facebook jedes Detail im Leben ihrer Freunde, Bekannten, und Verwandten genauestens zu erforschen anstatt sich ihrer Arbeit zu widmen. Facebook hat direkte Relevanz im Leben – wer hat sich vor kurzem verlobt, wer hat neue Fotos von ausschweifenden Festen hochgeladen? Fernsehserien sind vorallem deswegen relevant, weil sie sich diesem alltäglichen Leben widmen – und es auch widerspiegeln. Sie bringen ihrem Publikum genau das, was es sehen will. Auf Facebook trittst Du in die private Sperrzone jedes Bürgers ein und kannst einen Einfluss auf deren Gefühl der sozialen Bewährtheit nehmen.

Wie viel Persönliches die Wähler wollen

Politiker könnten sich daran ein Beispiel nehmen. Zeitgenössische Wahlkampagnen konzentrieren sich größtenteils auf die Aufzählung politischer Ziele, dem Auflisten vergangener Wahlperioden, und dem künstlichen Lächeln des jeweiligen Kandidaten – alles dargestellt auf großen, professionellen Plakaten – alles schon mal dagewesen, alles wiedergekaut. Jeder Wähler weiß dabei, dass die Versprechungen eh nicht wahr werden.

Es ist für den durchschnittlichen Bürger nicht relevant und spricht daher nie mehr als das oberflächliche Interesse an. Zu viele Kandidaten präsentieren sich häufig als unantastbar, dabei ist es doch die Menschlichkeit für die sich die Wähler interessieren. Man möchte sich mit der Menschlichkeit der Kandidaten identifizieren können, doch diese fehlt zumeist.

Nah am Mann durch Social Media

Durch das Einbringen von Social Media Websites wie Facebook und Twitter könnte man Wahlkampagnen – vor allem in Deutschland – mehr aufleben lassen. Ein öffentliches Profil kann den Kandidaten menschlicher darstellen und nicht nur durch seine politischen, sondern auch seine persönlichen Vorzüge (selbst durch etwas so banales wie das Lieblingsessen) und Kommentare besser vermarkten. Ein Politiker, der sich auf diese Weise einbringen würde, der Kinofilme aus politischer Sicht kommentieren, und sogar mit Wählern über die „Chat“ Funktion diskutieren könnte, würde jede Wahl gewinnen. Er wäre nicht unantastbar, sondern menschlich, und daher interessant. Nicht umsonst hat die Piratenpartei bei den Digital Residents zu einem solchen Erfolg geführt. Die Macht der Sympathie im richtigen Kontext wirkt wahre „Marketing Wunder“!

Natürlich sofern die Person hinter dem Profil die tatsächliche ist und kein Student oder Aushilfs-PR Manager den Account betreibt.

Was sagen die Anderen?

Was meint Ihr?

Ist die aktive Teilnahme der Politiker am digitalen Leben der Schlüssel zum zukünftigen potenziellen Wähler? Wäre gar durch eine Teilnahmepflicht vielleicht die Internetverdrossenheit abgewendet, die sich durch die Bank weg bei den Entscheidern in der Politik durchzieht?
Google hat ja mitweilen erkannt, dass „Content die Welt regiert“ und die Inhalte der Webseite für den User geschaffen werden müssen. Muss unsere Politik sich hier eine Scheibe von abschneiden und Ihr Tun und Lassen wieder mehr auf den Bürger fokussieren? Der Wähler täts danken, denn er liebt es, wenn alle Augen auf ihn gerichtet sind.

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