Lass uns ein Spiel spielen, Webmaster

lass-uns-ein-spiel-spielen-saw-s

Lass uns ein Spiel spielen, Webmaster. So oder so ähnlich sieht das Astrid Kurbjuweit. Sie regt sich nämlich tierisch über das Katz und Maus Spiel seitens Google. Die Katze spielt halt gern mal mit Ihrer Beute, bevor sie diese tötet.

Die Domain gersheimer-notizen.de von Astrid hat nämlich eine dieser Webmaster Tools Meldungen über unnatürliches Linkprofil bekommen. Dabei ist Astrid kein SEO sondern Psychologin. Ihre Webseite betreibt Sie nicht um Geld zu verdienen, sondern um Menschen zu erreichen. Und so fragt sich:

Wo ist dieses Muster künstlicher oder unnatürlicher Links, Google hat (ganz aus Versehen natürlich) vergessen, mir das mitzuteilen. […] Ich soll also wie der Ochs vorm Berg stehen und raten. Welcher oder welche der angezeigten Links könnten gemeint sein? Es müssen wohl mehrere sein, denn es geht um ein Muster. Woran soll ich erkennen, was Google als unnatürlich oder künstlich ansieht? Welcher Art soll dieses Muster sein? Wie kann ich wissen, was gemeint ist? Kann ich nicht. Werde ich nicht. Google weiß doch, was es meint, wieso soll ich jetzt Ratespielchen machen?“

Lass uns ein Spiel spielen Astrid, sagte Google

Was würde aus SEO Sicht jetzt passieren? Der Webmaster muss eine Reihe von Links durchgehen, diese klassifizieren und in böse oder gut unterteilen. Dann muss der Webmaster die als böse klassifizierten Links versuchen abzubauen. Wenn das dann mal alles fertig ist, bittet der Webmaster um ein Reconsideration Request (Wiederaufnahmeantrag bei Google).

Fast wie würfeln bei Monopoly

An dieser Stelle ist Google mit dem Zug dran. Google – in Kenntnis alles zu entfernenden Links – vergleicht nun die Liste des Webmasters mit seiner eigenen und sagt ob der Webmaster über Los gehen kann oder nicht. So geht das Spiel.

Passt die Liste des Webmasters nicht, wirft Google 1 bis drei Beispiellinks ins Spiel. Köder möchte man meinen. Anhand dieser Links fängt der Webmaster seine Suche im Heuhaufen von neuem an. Er macht Fehler, vorschnelle Entscheidungen, disawovt viel zu viele Quellen – psychologische Kriegsführung halt.

Man könnte ja fast meinen, Google spiele mit den Leuten um den Algorithmus im reellen Spiel zu testen und bei mathematischen Korrelationen die Fragmente für die zukünftige Optimierung auszuwählen.

Monopolstellung?

Liebes Google, gehts noch? Links sind die Grundlage des Netzes, ich erdreiste mich, mich darüber zu freuen, wenn jemand auf meine Seiten verlinkt. Ich werde diesen Leuten nicht noch auf die Füße treten, nur weil ihr meint, da wäre irgendwas unnatürlich. Und überhaupt, alle sind ja offenbar nicht gemeint, also wen soll ich bitte anschreiben?

Das Wort zum Sonntag

Wer die Macht hat, kann auch die Definition bestimmen. Aber wie die Definitionen denn nun lauten, erfahre wir nicht. Amen.

Das Ziel

Was beabsichtigt Google aber mit so einem Spiel? Ganz klar! Google will von kleinen Langfingern auf die großen Säcke stoßen. Sprich von kleinen Linkverkäufern lernen, welche Linknetzwerke diese nutzen.

Gib dem Täter noch eine Chance, immerhin habe ich die Chance mehr zu erfahren als ich weiß. ~ Nils Courvoisier

Demnächst hier: Wie findet Google solche Netzwerke und Ihre Linkgeber/Linkkäufer, ohne die Kundendaten der Netzwerke zu kennen? Eigentlich total simpel! Stay Tuned!

Falls Du die Antwort nicht verpassen willst, trag Dich in den Kommentaren für ein Kommentarabo dieses Beitrags ein.

10 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,

    ich stieß zufällig auf diesen Artikel, bin kein SEO, betreibe auch nur eine Webseite aus Spaß an der Sache und nutze somit keine Tricks für eine bessere Platzierung, weil mir das nicht weiter wichtig ist und ich mir denke, bei gutem Content, finden mich meine Besucher auch so über Google. Bisher klappt das auch gut und da ich davon nicht leben muss, ist das auch ok. Anders wäre es sicherlich, wenn davon mein Tagesgeschäft, mein Einkommen, etc. abhängen würde. Ich kann daher die Problematik durchaus nachvollziehen.

    Mir kam bei all dem nur mal folgender Gedanke: Angenommen ich habe ein gut laufendes Unternehmen und bin anderen Mitbewerbern ein Dorn im Auge und die anderen legen jetzt Seiten an, die Google nicht mag und/oder als Linkfarm oder ähnliches ansieht und sie verlinken mich darauf. Google sagt mir nun nicht, um welche Seiten es sich handelt und ich habe keine Chance, was dagegen zu tun. Das ist eine ziemlich unfaire Praktik, falls das in der Realität auch so möglich ist. War ja nur ein Gedanke. Besser wäre es doch, Google würde die Seiten nennen und dem Webmaster ein Rewrite-Konstrukt anbieten, was er in seine .htaccess kloppt und wodurch die anderen Seiten, die auf meine Seite linken, ausgesperrt würden oder auf eine Seite bei Google umgelenkt (wo sich dann z.B. entsprechende Hinweise befinden, warum/wieso/weshalb).

    Damit wäre allen geholfen und Mißbrauch vorgebeugt. Oder?

  2. Hi,
    ich selbst habe keine Erfahrungen mit „Negative SEO“. Allerdings gibt es in der SEO Szene gewisse Stimmen, die negative SEO als echt und gefährlich bezeichnen. Vor allem, weil es so einfach ist.

    Solange Google seinen Algorithmus hauptsächlich auf Links basiert, wird es Manipulationen und Manipulationsversuche geben. Aus diesem Grund ist ja bspw. die russische Suchmaschine Yandex von den Links als Rankingfaktor komplett zurückgewichen. Sie nutzen Links nur noch um neue Seiten zu explorieren. Die Entscheidung an welcher Position und unter welchem Keyword die gefundene Seite dann rankt ist aber nicht von der Anzahl der Verlinkungen mehr abhängig.

    Ich finde diesen Ansatz sinnvoll.

  3. Hi Viktor,

    mir war nicht bekannt, dass Yandex davon als Rankingfaktor zurückgewichen ist. Die Entwicklung finde ich sehr spannend, kann mir das bei Google aber eher nicht vorstellen. Ganz so falsch finde ich das mit der Gewichtung durch Links auch nicht aber man muss sich bzw. seine Projekte (Webseiten) auch entsprechend vor negativem SEO schützen können. Das ist zumindest meine Meinung. Zudem wäre es auch nur fair, wenn Google einem die Seiten nennen würde, die für ein negatives Ranking sorgen. Allerdings macht das dann wiederum vermutlich auch den Linkfarm-Erstellern einfacher, verbrannte Linkseiten auszusortieren, was Google vermutlich verhindern möchte, indem es diese Informationen heraus gibt. Man bräuchte also eine Lösung, womit beiden Seiten geholfen wäre. Sowohl Google als auch den Webseitenbetreibern.

  4. Die Geschichte von Astrid ist ja auch anderen Leuten passiert und ich denke wirklich, daß Goole ein wenig trickst und die Reaktionen der Angemahnten sehr genau analysieren wird.
    Wenn die Tageseinnahmen von Google abhängen, dann braucht es aber nichtmal eine Benachrichtigung in den Webmastertools um sich schlecht zu fühlen. Da reicht ein weggefallener Link, einmal der Server für den Googlebot nicht erreichbar, etc.
    Der ansatz von Yandex ist in der Tat ein Guter und möglicherweise arbeitet Google ja bereits daran, es ebenfalls alles etwas weniger von Links abhängig zu machen. Ganz ohne Links wäre dann allerdings auch unfair gewertet, denn schließlich sind „echte“ Links ja wirklich ein Indiz für die Beliebtheit einer Seite.
    Gruß, Max

  5. So in etwa hat auch Google das Vorhaben von Yandex damals kommentiert…

  6. Sowas ist natürlich ärgerlich, aber ich kann Google irgendwo auch verstehen. Die wollen natürlich versuchen, dem Nutzer die bestmöglichen Suchergebnisse zu präsentieren. Dass deren Algorithmus nicht ganz „koscher“ ist, durfte ich selbst schon auf schmerzliche Weise erfahren.

    Schade finde ich, dass man keinen menschlichen Ansprechpartner hat, aber dafür ist das Unternehmen zu undurchsichtig – Schade!

  7. Doch hast Du! Einen sehr hilfsbereiten sogar! Für den deutschsprachigen Raum ist John Müller zuständig. Er antwortet auf jede vernünftig formulierte Frage, bietet immer freitags Hangouts zu Webmaster Fragen an und kann auch mal mit ein paar Beispiellinks für genannte manuelle Penalties um die Ecke kommen :)

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.